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Bestens gelaunt: Veronika Jones im Kreise ihrer Parteifreunde. 

Aufstellungsversammlung der Öko-Partei

Grüne im Kampfmodus: Veronika Jones will Rathaus erobern

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Murnaus Grüne haben erwartungsgemäß Veronika Jones zu ihrer Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl 2020 gekürt. Das sind ihre Pläne.

Murnau – Wohin denn nun mit dem Zwetschgenbaum? Na, eigentlich gehört der vors Rathaus, befanden die Grünen. Vielleicht landet er dort tatsächlich, sollte Veronika Jones am 15. März oder zwei Wochen später in einer möglichen Stichwahl das Bürgermeisteramt für die Murnauer Grünen holen. „Zwetschgen für ganz Murnau“ könne der Baum dann bringen, sagt Jones. Die Pflanze, nun so etwas wie das Symbol der grünen Hoffnungen, hatte Petra Daisenberger geschenkt. Als kleine oder vielmehr große Erinnerungen an den 8. Januar. An den Tag, an dem Veronika Jones zur ersten grünen Bürgermeisterkandidatin der Murnauer Geschichte wurde.

„Ihr seid echt irre“, sagte sie vor Erstaunen. Irre war vor allem, was da auf einem der grünen Herzen geschrieben stand: der Wunsch eines Parteikollegen nach „52 Prozent“ bei der Wahl. Darüber schmunzelte gar Jones und sagte einen Satz, den so ziemlich jeder Kandidat im Murnauer Wahlkampf schon gesagt hat: Bei fünf Bewerbern ist die Stichwahl der erste Stopp auf dem Weg ins Rathaus. Jones’ große Trumpfkarte präsentierte sie auf der Aufstellungsversammlung den eigenen Anhängern. Die Grünen als ur-feministische Partei streben mit einer Frau nach dem Chefposten. Deshalb war es nur konsequent, mit Helga Stiegelmeier die frauenpolitische Sprecherin der bayerischen Grünen nach Murnau zu holen.

Die Erdingerin brachte viele schockierende Zahlen mit. Die gewaltigste: Nur 17 Prozent der Gemeinderatsposten im Freistaat sind mit Frauen besetzt. „Je weiter man aus der Stadt rauskommt, desto erschreckender wird’s“, sagt Stiegelmeier. Jones ergänzt: „Die Hälfte der Ämter und Mandate sind für Frauen da.“ In Murnau beträgt der weibliche Anteil auf den Listen nur bei den Grünen 50 Prozent. Daher lachten sie genüsslich über das Gerücht, das durch den Markt geisterte, der pensionierte Arzt Dr. Felix Gross, ein fleißiger Wahlhelfer, würde statt Jones antreten. Nie habe er mit dem Gedanken gespielt, bestätigt Gross auf Tagblatt-Nachfrage. Er nannte seine Parteikollegin das „grüne Gesicht Murnaus“.

Eine treffende Analyse angesichts der Jones’schen Omnipräsenz in sozialen Medien und im realen Leben. Ebenso riesig kommt ihr Paket an Visionen und Zielen daher. Jones’ Nachricht an die Kritiker: Zu viel auf einmal könne man gar nicht anpacken. „Wenn man Jahrzehnte nichts macht, hat man Investitionsstau“, sagt sie. Nach der Präsentation (nicht länger als sieben Minuten, sogar mit gestoppter Zeit) eröffnete Wahlleiterin Stiegelmeier eine Fragerunde. Ein Mitglied wollte wissen – das interessanteste Gesuch –, welche Bereiche denn die wichtigsten für die ersten 100 Tage seien. Ganz klar Wohnbau, antwortete Jones. Dazu noch die Bürgerbeteiligung – ein Thema das die Grünen stark gewichten. Mehr Bürgerversammlungen, mehr und leichterer Zugang zu Informationen wollen sie. Das haben ihnen die Bürger an den Ständen erzählt. Außerdem gehöre in der Verwaltung die eine oder Stellschraube gedreht, findet Jones. Flachere Hierarchien, neue Methoden, Teilzeit, familienfreundliche Bedingungen – an Vorschlägen mangelt es nicht.

„Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist die Grundlage für eine Bürgermeisterin“, sagt die Murnauerin. Das war ihr kleiner Seitenhieb Richtung Amtsinhaber Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), den ihre Gruppierung noch vor sechs Jahren unterstützt hatte. Doch der bundesweite Trend gepaart mit Jones’ Kämpferrolle im Lokalgremium hat die Ortsgruppe wachsen lassen. „Die Zeit ist reif“, sagt Jones in ihrer Bewerbungsrede. Bei der Landtagswahl 2018 holte die Öko-Partei über 25 Prozent in Murnau. Stiegelmeier wünschte sich noch so „ein knallgrünes Jahr“ – samt Murnaus erster Bürgermeisterin.

https://www.merkur.de/politik/kommunalwahl-2020-bayern-datum-termine-stimmzettel-buergermeister-landrat-kreistag-gemeinderat-12344668.html

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