+
Will es 2020 wieder wissen: Bürgermeister Rolf Beuting, hier im Treppenaufgang des Rathauses. 

ÖDP/Bürgerforum wählt Spitzenkandidaten

Kommunalwahl 2020: Bürgermeister Beuting in den Startlöchern

  • schließen

Bislang ist in Murnau von Wahlkampf relativ wenig zu spüren. Doch das könnte sich schon bald ändern. Denn am Montag, 7. Oktober, will die Bürgermeisterpartei, das ÖDP/Bürgerforum, Rolf Beuting offiziell zum Spitzenkandidaten küren. Die potentiellen Herausforderer der Konkurrenz bleiben indessen noch in Deckung.

Murnau – Es ist keine Überraschung, dass sich ÖDP-Mann Rolf Beuting, der 2014 auf spektakuläre Weise die CSU-Hochburg Murnau eroberte, erneut um den Chefposten im Rathaus bewirbt. Dies hatte der 52-jährige Familienvater bereits angekündigt. Nun wird er von seiner politischen Gruppierung, dem ÖDP/Bürgerforum, aller Voraussicht nach ganz offiziell zum Bürgermeisterkandidaten ernannt. Die Wahl am Montag, 7. Oktober, gilt als Formsache, mit Gegnern aus den eigenen Reihen wird nicht gerechnet. Dennoch läutet der Abend im Kultur- und Tagungszentrum (Raum Staffelsee, Beginn: 20 Uhr) eine spannende Phase ein: Es ist in der Marktgemeinde die erste Aufstellungsversammlung zur Kommunalwahl, die am 15. März 2020 ansteht – und damit der Auftakt des Wahlkampfs.

Beuting gibt sich auf Tagblatt-Nachfrage zuversichtlich, dass er den Rathaus-Thron für eine zweite Amtsperiode verteidigen wird. „Viele Bürger wertschätzen meine Arbeit. Daher gehe ich davon aus, dass sich das auch im Wahlergebnis zeigen wird“, erklärt der ehemalige Wirtschaftsförderer der Stadt Penzberg selbstbewusst. „Ich mache die Arbeit des Bürgermeisters sehr gerne, denn das Aufgabenspektrum ist ausgesprochen vielseitig“, sagt er. Zusammen mit Gemeinderat und Verwaltung habe er bereits viel auf den Weg gebracht – etwa die Wohnbau-Projekte am Längenfeldweg und an der Adalbert-Stifter-Straße, die geplante Einführung eines Ortsbusses, das Fernwärmenetz, die Übernahme des Strom- und Gasnetzes, das Innovationsquartier im alten Gemeinde-Krankenhaus und die Rathaus-Sanierung. Um Murnau lebenswert und zukunftsfähig zu machen, müsse man an vielen Stellen weiterarbeiten. „Dazu zählen insbesondere die Themenfelder Wohnen, Verkehr, Klima- und Umweltschutz, wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und öffentliche Infrastruktur“, zählt Beuting auf.

Allerdings: Freie Bahn wird der gebürtige Münsterländer im Kampf um Platz eins in der Verwaltung wahrscheinlich nicht haben. „Ich gehe davon aus, dass jede politische Gruppierung einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wird“, vermutet der Amtsinhaber. Doch bislang kursieren im Ort nur die Namen möglicher Gegenkandidaten. Festgelegt hat sich noch niemand, jedenfalls nicht öffentlich.

Die spannendste Frage lautet: Wen schickt die CSU ins Rennen? Die machtbewussten Christsozialen, die im Gemeinderat die stärkste Kraft stellen, haben es gut verstanden, ihre personelle Alternative zu Beuting geheim zu halten – wenn sie eine haben. CSU-Ortschef Dr. Michael Rapp hält sich gewohnt bedeckt. In etwa drei Wochen, kündigt er an, werde man dem Vorstand eine Mannschaft für den Wahlkampf präsentieren – „wenn möglich“ mit einem Bürgermeisterkandidaten. „Wir führen Gespräche“, verrät er. Auch einen eigenen Comeback-Versuch schließt der Altbürgermeister nicht aus.

Ambitionen nachgesagt werden auch dem Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf. Doch dieser lässt sich nicht in die Karten schauen. „Das ist keine einfache Entscheidung“, meint er. Solch ein Schritt müsse vor allem mit der Familie besprochen werden. Im November stehe fest, ob er als Beuting-Kontrahent in den Ring steigt.

Bei Welf Probst von den Freien Wählern klingt es ähnlich: „Wir sind noch nicht soweit“, berichtet er mit Blick auf die K-Frage. Spätestens Ende Oktober/Anfang November wisse man mehr.

Veronika Jones von den Grünen, die ebenfalls in der Gerüchteküche hoch gehandelt wird, macht es nicht minder spannend – und bleibt unverbindlich: „Möglich ist viel.“ Im Laufe des Oktobers soll Klarheit darüber herrschen, ob die Murnauer Grünen mit einem eigenen Bewerber für die Rathaus-Spitze antreten werden.

Und wie sieht’s bei der SPD aus? Die Genossen haben es nicht eilig und wollen laut ihrem Ortsvorsitzenden Richard Mohr zuerst abwarten, wie sich die anderen Parteien in Sachen Bürgermeisterkandidatur positionieren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der Gudiberg ist zurück: zwei Slalom-Wettbewerbe im Jahr 2022
Damit hat wohl keiner gerechnet: Auf dem Gudiberg werden wieder Weltcup-Rennen ausgetragen. 2022 finden dort zwei Slalom-Wettbewerbe statt. Mit dieser Nachricht …
Der Gudiberg ist zurück: zwei Slalom-Wettbewerbe im Jahr 2022
Begehrtes Riegseer Bürgermeisteramt: Run aufs Rathaus
In Riegsee bringen sich offenbar mehrere potenzielle Kandidaten in Stellung, die ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen wollen. Mindestens ein Interessent würde die …
Begehrtes Riegseer Bürgermeisteramt: Run aufs Rathaus
„Niedriger als der Kirchturm“: Riesiges Kunstobjekt entsteht in Unterammergau
Bald feiert der „mSE Campus“ in Unterammergau Eröffnung. Zu den modernen Gebäude-Ensembles von Christian Zott gehört nun auch ein Turm aus etwa 70 Tonnen Stahl.
„Niedriger als der Kirchturm“: Riesiges Kunstobjekt entsteht in Unterammergau
Bär an Grenze gesichtet - Almwirte fordern Abschuss - Experte: Tier könnte längst in Bayern sein
Ein Braunbär ist an der Grenzen zu Bayern in eine Fotofalle getappt. Es ist bereits die zweite Bären-Sichtung in der Region in diesem Jahr. Ist das Tier gefährlich?
Bär an Grenze gesichtet - Almwirte fordern Abschuss - Experte: Tier könnte längst in Bayern sein

Kommentare