+

Meinung, Analyse Hintergrund

Rapp-Comeback zur nächsten Wahl?

  • schließen

Das wäre zur Kommunalwahl 2020 in Murnau eine politische Sensation: Im konservativen Lager hoffen offenbar viele auf ein Comeback von Altbürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) – und zwar als Spitzenkandidat im Kampf ums Rathaus. Der Gymnasiallehrer sagt weder Ja noch Nein, fühlt sich aber geschmeichelt.

Murnau – Murnaus CSU erlebte bei der Kommunalwahl 2014 einen Super-GAU. Die einst so selbstbewussten Machthaber verloren alles: den Chefposten im Rathaus und die absolute Mehrheit im Gemeinderat. Und schließlich scheiterte auch noch ihre Galionsfigur, der damalige Bürgermeister Dr. Michael Rapp, beim Versuch, nach Höherem zu streben und Landrat zu werden.

Von diesem Schock haben sich die Christsozialen bis heute nicht erholt: Die Fraktion im Gemeinderat der zweitgrößten Landkreis-Kommune tut sich sichtlich schwer mit ihrer ungewohnten Rolle auf der Oppositionsbank, wirkt mitunter kraft- und ideenlos und findet nicht zurück zur alten Geschlossenheit. Keine guten Voraussetzungen also, um die Weichen für das Unternehmen Rathaus-Rückeroberung zu stellen. Dies müsste eigentlich jetzt zur Halbzeit der Legislaturperiode geschehen.

Es verwundert nicht, dass unter den Christsozialen und ihren Sympathisanten die Rufe nach einem starken Hoffnungsträger unüberhörbar sind, der das Zeug dazu hat, die Ära des amtierenden Bürgermeisters Rolf Beuting vom Erzrivalen ÖDP/Bürgerforum wie einen Betriebsunfall aussehen zu lassen. Ein Name fällt immer wieder: Rapp. Angeblich, so ist aus CSU-Kreisen zu hören, denkt der Grande, der Vorsitzender des Orts- und Kreisverbandes sowie stellvertretender Landrat ist, darüber nach. Doch wann und wie er sich entscheidet – dazu wagen selbst Insider keine Prognose abzugeben.

Rapp gibt sich auf Tagblatt-Nachfrage bedeckt, hält sich alle Optionen offen. „Ich habe noch nie was ausgeschlossen“, sagt er. Derzeit sei das Ganze für ihn kein Thema. Seine Partei habe noch genügend Zeit, um sich auf die Wahl in drei Jahren vorzubereiten. Es sei richtig, berichtet der Kommunalpolitiker weiter, dass er laufend auf eine mögliche Kandidatur angesprochen werde. „Das erlebe ich jeden Tag.“ Das komme nicht von ungefähr, fügt er hinzu. Rapp empfindet den Zuspruch als Kompliment – „eine schöne Sache“.

Auffällig ist: Der sonst gern präsidial auftretende Rapp, der von 2002 bis 2014 als Bürgermeister die Geschicke der Staffelsee-Gemeinde lenkte, befindet sich im Angriffsmodus, nimmt seinen Nachfolger Beuting publikumswirksam ins Visier. So fordert er beispielsweise mehr Transparenz und warnt davor, dass sich der Markt aufgrund der vielen angepackten oder geplanten Investitionen finanziell übernimmt. „Man muss aufpassen“, meint Rapp.

Köglmayr: „Schau ma mal“

Wolfgang Köglmayr

Der Pädagoge, den in Murnau viele nur „Michi“ nennen, ist beliebt, hat eine regelrechte Fangemeinde. Doch eine erneute Bewerbung als Gemeinde-Oberhaupt wäre selbst für ihn kein Zuckerschlecken. Rapp wäre zum Urnengang 65 Jahre alt – und Rmüsste sich die Frage gefallen lassen, ob er als Polit-Oldie noch die nötige Kraft für den Knochenjob mitbringt. Außerdem gilt es unter Wahlkämpfern als schwierige Königsdisziplin, einen amtierenden Bürgermeister vom Thron zu stoßen. Beuting hat sich zwar offiziell noch nicht festgelegt, ob er weitermachen will. In seinem Umfeld geht man aber davon aus.

Wie dem auch sei: Innerhalb der CSU ist Rapp nicht der Einzige, der als möglicher Beuting-Herausforderer gehandelt wird. Auch der ehemalige Fraktionssprecher Wolfgang Köglmayr (57), der bereits vor der Wahl 2014 als Aspirant im Gespräch war, wird genannt. Überhaupt wurden dem Geschäftsmann immer wieder Bürgermeister-Ambitionen nachgesagt. Doch Köglmayr lehnt sich wie Rapp nicht aus dem Fenster – und lässt Raum für Spekulationen. „Schau ma mal“, sagt er trocken.

In Murnaus Gerüchteküche wird noch ein dritter CSUler mit Bürgermeister-Potenzial ins Spiel gebracht: Alpenhof-Direktor Christian Bär. Der stellvertretende Ortsvorsitzende brachte sich immer wieder mal mit fachlich fundierten Beiträgen in die politische Debatte ein. Doch der 46-Jährige winkt ab: „Ich bin Hotelier und ich bleibe Hotelier.“ Eine Kandidatur sei für ihn nie ein Thema gewesen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

24-Stunden-Trophy trumpft mit Ex-Weltklasse-Sportler auf
Wandern, genießen und am besten wieder kommen – das erhofft man sich bei der Isartaler Tourismus-GmbH von der 24-Stunden-Trophy, die von 6. bis 8. Oktober in der …
24-Stunden-Trophy trumpft mit Ex-Weltklasse-Sportler auf
Verzögerungen auf Deutschlands höchster Baustelle
Das Wetter meinte es zuletzt nicht gut mit der Bayerischen Zugspitzbahn. Schnee, Eis und heftige Windböen machten den Arbeitern auf Deutschlands höchster Baustelle das …
Verzögerungen auf Deutschlands höchster Baustelle
Moderne Bürowelten im Kemmelpark
Die Pläne liegen auf dem Tisch, jetzt fehlt nur noch die Genehmigung: Eine Investorengruppe aus Murnau will im Eingangsbereich des Kemmelparks ein Gewerbeprojekt …
Moderne Bürowelten im Kemmelpark
Gästeglück auf drei Rädern
Der Mittenwalder Kranzberg ist um eine Attraktion reicher: Ab sofort können Erholungssuchende, die es mal rasant wollen, mit den sogenannten Mountaincarts ins Tal …
Gästeglück auf drei Rädern

Kommentare