1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Murnau

Stichwahl in Murnau: Beuting verteidigt Rathaus-Thron - die Party fällt wegen Corona aus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Seiler

Kommentare

null
Gönnen sich einen Sekt: der neue alte Bürgermeister Rolf Beuting mit seiner Frau Karin. © Mayr

Rolf Beuting bleibt Bürgermeister von Murnau. Der ÖDP-Politiker entschied gestern die Stichwahl mit 57,11 Prozent klar für sich – und tritt nun die zweite Amtszeit als Rathauschef an. Sein Herausforderer, Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf, darf sich mit einem Achtungserfolg (42,89 Prozent) trösten.

Murnau – Wer am Sonntagabend in Murnau auf ein emotionales Wahlevent gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die Corona-Krise überlagerte den Entscheidungskampf ums Rathaus. Beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen war zumindest noch im Foyer des Verwaltungssitzes ein Bildschirm aufgestellt worden, auf dem die Ergebnisse aus den Stimmbezirken nach und nach erschienen. Doch diesmal blieb die Machtzentrale der Staffelsee-Gemeinde im Zuge des allgemeinen Shutdowns geschlossen. Und die beiden Kontrahenten der Stichwahl, Amtsinhaber Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und Herausforderer Phillip Zoepf (Mehr Bewegen), warteten zuhause gespannt auf den Ausgang der Briefwahl, zu der rund 9600 Murnauer aufgerufen waren.

Das Resultat – ausgezählt wurde in der Mittelschule – erfuhr man auf der Homepage des Landkreises. Als die ersten Schnellmeldungen eingingen, war schnell klar: Ökodemokrat Beuting, der 2014 die einstige CSU-Hochburg Murnau eroberte, hat auch 2020 die Nase vorn – und bleibt für weitere sechs Jahre an der Rathaus-Spitze. Kurz vor 19 Uhr stand das Endergebnis fest: Beuting gewann deutlich mit 57,11 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 67 Prozent.

Alle Infos zu den Stichwahlen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt‘s im Ticker

„Die Krise wird uns viel abverlangen“

„Ich bin zufrieden und freue mich sehr darüber“, sagte der neue alte Bürgermeister in einer ersten Reaktion. Einziger Wermutstropfen: Die Party mit Parteifreunden fiel coronabedingt ins Wasser. „Die wird auf den Sommer verschoben“, versprach das Gemeinde-Oberhaupt, das im Rathaus mit Ehefrau Karin auf den Triumph anstieß. Seiner Ansicht nach war es ausschlaggebend, dass er auch konservative Kreise anspreche, bilanzierte der 52-Jährige, der seinem Gegner Zoepf ein „respektables Ergebnis“ attestierte. Die nächste Legislaturperiode werde aber nicht leicht, sagte Beuting, der mit finanziellen Einbußen in Folge der Pandemie rechnet. „Die Krise wird uns viel abverlangen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Stichwahl-Hammer in Mittenwald: Corongiu stürzt Hornsteiner

Zoepf, der sich realistische Chancen ausgerechnet hatte, zeigte sich indessen als fairer Verlierer und gratulierte Beuting. „Der Amtsbonus hat sicher mitreingespielt“, erklärt er sich dessen Erfolg. Und was hält er von seinem eigenen Abschneiden (42,89 Prozent)? „Das ist auf alle Fälle ein Achtungserfolg“, fand Zoepf, der im Gemeinderat weiterhin konstruktiv mit Beuting zusammenarbeiten will: „Ich werde keine Generalopposition betreiben.“

null
Fairer Verlierer: Phillip Zoepf. © Mayr

Beuting war in der ersten Runde der Kommunalwahl am 15. März mit 41,46 Prozent Zustimmung als Sieger und Favorit vom Platz gegangen. Zoepf kam auf Platz zwei – mit 19,03 Prozent. Die weiteren drei Bewerber um den Chefposten im Rathaus, Rudolf Utzschneider (CSU), Welf Probst (Freie Wähler) und Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen), schieden aus.

Auch interessant

Kommentare