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Murnaus Gesetzeshüter: Polizeichef Joachim Loy (r.) mit seinem Stellvertreter Jürgen Kettl (M.) und Rudi Schedler.

Polizei stellt Kriminalitätsstatistik 2017 vor

Murnau ist ein sicheres Pflaster

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Murnau und die umliegenden Gemeinden haben nicht nur viel Lebensqualität zu bieten, sondern auch ein hohes Maß an Sicherheit. Dies geht aus der Kriminalitätsstatistik 2017 hervor, die die Polizei vorstellte. Allerdings stieg die Anzahl der Sachbeschädigungen und Rauschgiftdelikte stark an.

Murnau – Polizeichef Joachim Loy ist zufrieden: „Murnau ist ein absolut sicheres Pflaster“, erklärte er bei der Präsentation des Sicherheitsberichts 2017, den er zusammen mit seinen Kollegen Jürgen Kettl und Rudi Schedler vorstellte. In der Tat ist das Gebiet der Polizeiinspektion (PI) Murnau – die 35 Beamten und 5 Angestellten sind für den nördlichen Landkreis mit fast 32 000 Einwohnern zuständig – nicht gerade eine Ganoven-Hochburg. Aussagekräftig ist die so genannte Häufigkeitszahl – eine Rechengröße, die die Anzahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner angibt. Diese lag vergangenes Jahr bei 2987 (Vorjahr: 2746) – ein niedriger Wert. Zum Vergleich: Im Landkreis waren es 3987, im Freistaat 4868.

2017 fielen insgesamt 950 Delikte an – zum Vorjahr eine Steigerung um 75 Fälle. Die Aufklärungsquote betrug 62,4 Prozent (Bayern: 66,8 Prozent). Ermittelt werden konnten 486 Tatverdächtige, die meisten davon waren Männer. Fast jeder Dritte war ein Ausländer. Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Beim Blick auf diese Zahlen darf jedoch nicht vergessen werden, dass es eine Dunkelziffer gibt und bestimmte Ergebnisse vom Ermittlungseifer der Beamten abhängen.

Bestes Beispiel: die Anzahl der Drogendelikte, die von 44 auf 77 nach oben schoss. „Murnau ist kein Drogen-Schwerpunkt“, stellt Loy klar. Die starke Zunahme habe vielmehr damit zu tun, dass zwei neue Kollegen Spezialisten in diesem Bereich seien. „Sie kontrollieren mehr und zielgerichtet.“ In der Regel ging es um Cannabisprodukte, die meist von Jugendlichen in „Kifferrunden“ konsumiert wurden. Loy warnt davor, das Jointrauchen zu verharmlosen. „Cannabis ist eine Einstiegsdroge, macht süchtig und krank“, sagt er. Der Polizeihauptkommissar hält daher nichts von einer Legalisierung.

Ebenfalls auffällig: das Plus bei den Sachbeschädigungen. 2017 wurden 163 registriert – 49 mehr als im Vorjahr. Loy weist darauf hin, dass allein eine Serie an Graffiti-Schmierereien wesentlich dafür verantwortlich gewesen sei.

Zuwanderer stellen laut dem PI-Leiter keine Problemgruppe dar. 61 Straftaten gingen 2017 auf ihr Konto (29 mehr als im Vorjahr) – darunter zehn Körperverletzungen, zwei Diebstähle, zwei Rauschgiftdelikte und fünf Bedrohungen. „Das ist nicht viel“, fasst Loy zusammen. Die Großzahl dieser Fälle ereignete sich in den Unterkünften.

Die weiteren Straftaten, die die besagte Statistik nennt: 224 einfache und schwere Diebstähle, 145 Körperverletzungen und andere Rohheitsdelikte, 104 Betrügereien, 70 Beleidigungen, 67 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz, 28 Familienstreitigkeiten und Fälle häuslicher Gewalt, 16 Sexualdelikte und 6 Widerstandshandlungen gegen Polizisten. Die Gesetzeshüter hatten es außerdem mit einigen ungewöhnlichen Vorkomnissen zu tun: Im Juni hantierten Personen auf der Insel Buchau mit einer Schreckschusswaffe, im Juli wurde am Staffelsee eine Granate gefunden, im November rollten ein forstwirtschaftlicher Schlepper in den Staffelsee und ein Auto in den Riegsee. Auf den Straßen im Dienstbereich der PI Murnau ereigneten sich 841 Unfälle. Zum Glück musste kein Unfalltoter beklagt werden.

Bedauerlich findet es Loy, dass sich Murnaus Gemeinderat heuer im Januar gegen die Einführung einer Sicherheitswacht aussprach (wir berichteten). „Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Wir hätten die Chance gehabt, engagierte Bürger für uns arbeiten zu lassen“, meint er. Dies hätte das Sicherheitsgefühl erhöht. Die Debatte war aufgekommen, nachdem sich Anwohner massiv über Jugendgruppen beschwert hatten, die an öffentlichen Orten wie dem Kemmel- oder Kulturpark oder in der Bucht lautstark wilde Partys abhielten. Loy betont, dass man diesbezüglich die Streifentätigkeit erhöht habe. Auch werde viel im Bereich der Prävention unternommen.

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