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Der Grillplatz an der Murnauer Bucht ist beliebt: Darum soll ein weiterer entstehen. Im Gespräch ist der Molopark. 

Kinder- und Jugendvertretung murnau

Kritik an KJV in Murnau: Zu wenig Details, zu wenig Transparenz

Die Jugendreferentinnen des Marktes, Veronika Jones und Anna Schlegel, kritisieren die Kinder- und Jugendvertretung. Sie fordern mehr Transparenz und Aufklärung.

Murnau – Die Rückmeldung: erfreulich. 1087 Formulare bekam die Kinder- und Jugendvertretung (KJV) Murnau im Rahmen einer Umfrage, die sie im Sommer vergangenen Jahres gestartet hatte, zurück. Eines wurde darin deutlich. Die meisten Heranwachsenden – 54 Prozent – fänden den Bau eines Schwimmbads sinnvoll. Auch einen Fitnesspark favorisieren die Befragten (36 Prozent). Eine Umfrage, die zeigt, was die Jugendlichen bewegt. Anna Schlegel und Veronika Jones, die Jugendreferentinnen des Marktes, sehen das anders. Sie üben Kritik.

Beide halten die Umfrage für „nicht besonders aussagekräftig“. Das teilen sie in einer Stellungnahme mit, die dem Tagblatt vorliegt. Nach entsprechender Berichterstattung in der Ausgabe vom 3. Januar waren Schlegel und Jones „erstaunt und irritiert“ über die Aussagen der Kinder- und Jugendvertretung und eben auch über die Befragung.

Beide kritisieren, dass die Fragen „sehr einfach“ gestellt worden waren. Bei den Themen – wie beispielsweise dem Schwimmbad – hätte es auch an entsprechenden Hintergrundinformationen gefehlt. Dabei haben sie der KJV „ausdrücklich empfohlen“, eine detailliertere Fragestellung „auch nach der Wichtigkeit der einzelnen Themen“ zu erarbeiten. Die Aspekte hätten vorab altersgerecht vermittelt werden müssen. Doch es wurde „keine Differenzierung nach einzelnen Altersgruppen“ gemacht, die schließlich unterschiedliche Bedürfnisse, Sichtweisen und Informationsstände hätten.

Das wiederum kann Niklas Einsle, der Vorsitzende der KJV, nicht nachvollziehen. Bei der Umfrage wären die meisten – außer eine von acht – Fragen offen gestellt gewesen. Bei: „Was wünscht Du Dir für Murnau?“ sei das Schwimmbad eine Option von mehreren gewesen. Diese haben viele Teilnehmer eben gewählt. „Sie konnten uns schildern, was sie bewegt.“ Dazu gehört auch eine sichere Marktgemeinde. Auf die Frage „Was stört Dich an Murnau?“ sei dies deutlich hervorgegangen. Die KJV fände deshalb eine Sicherheitswacht im Ort sinnvoll. Jones und Schlegel können das nicht verstehen, sie unterstützen die Wacht „in keinster Weise“. Auch hier müsse man ausführlich informieren. Zu der Thematik gäbe es „fundierte Meinungen von Fachleuten aus der Jugendarbeit“. Es sei Fakt, dass Murnau zu den sichersten Orten in Deutschland gehört. „Diese Information scheint der KJV nicht ausreichen bekannt gewesen zu sein.“ Anders könne man sich die „strikte Forderung“ nach einer Sicherheitswacht nicht erklären.

Auch an einen weiteren Punkt haben sich Jones und Schlegel gestört. Und zwar an der KJV-Aussage, dass heuer ein erweiterter Grillplatz – neben dem an der Murnauer Bucht – entstehen könnte. Eventuell am Molopark. Die Idee ist nicht neu, betont Jones. Bereits 2015 habe man „in Absprache mit der KJV“ einen Antrag zur Erweiterung des Grillplatzes in der Murnauer Bucht „sowie die Errichtung eines Weiteren explizit im Molopark“ gestellt. Beides sei damals „leider“ abgelehnt worden, weshalb man mit den KJV-Vertretern über eine erneute Antragsstellung mehrfach gesprochen habe. „Wir haben unsere Unterstützung oft angeboten“, sagt Jones. Angenommen wurde die Hilfe nicht. Der Antrag wurde laut Jones nicht neu gestellt.

Das hätte bereits im Herbst passieren müssen. Auch bei dem Fitnesspark, den beide „grundsätzlich auch für unterstützenswert halten“ wären „nähere Details“ für die Haushaltsberatungen wünschenswert gewesen. Das mit dem Antrag, bestätigt Einsle und nennt den Grund: „Wir arbeiten noch an den Konzepten.“ Seien diese fertig, würden diese auch eingereicht.

Mehr „Transparenz“, das wünschen sich Jones und Schlegel. Viele wissen nämlich ihrer Ansicht nach „immer noch nicht, dass es die KJV gibt, wie man sich daran beteiligen kann und welche Möglichkeiten der Mitbestimmung es gibt“. Die Kommune müsse dazu beitragen. Aber auch die KJV sehen die Jugendreferentinnen in der Pflicht – in dem sie etwa ihre Sitzungstermine veröffentlichen. In diesem Zusammenhang habe man mehrfach angeboten, dass die Jugendlichen im Rathaus öffentlich tagen könnten. Davon wisse er nichts, betont er. Auch er hält viel von Transparenz. „Wir arbeiten daran, die Termine zu veröffentlichen.“

Zu diesen wollen Jones und Schlegel auch weiterhin regelmäßig kommen – um deutlich zu machen „dass wir immer ansprechbar sind“. Man wolle eine möglichst aktive KJV, die sich noch intensiver für Murnau und die Jugend einbringt. Dies gelinge aber nur, wenn „alle direkt mitmachen können“.

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