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Hier wird nächstes Jahr im Sommer gefeiert: die Murnauer Bucht. 

Verein Menschen Helfen plant Festival

Kulturknall: Großes Jubiläum mit Seebühne

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Der Kulturknall des Vereins Menschen Helfen ist eine Institution. Nächsten Sommer feiert das beliebte Festival sein 25-jähriges Jubiläum auf eine spektakuläre Weise: in der Murnauer Bucht mit einer großen Musikbühne im Staffelsee.

Murnau – In den 1990er Jahren fing alles klein an – mit einem Musikfest in der damaligen Murnauer Kemmelkaserne. Mittlerweile ist das Kulturknall-Festival eine Großveranstaltung, die weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt ist und jedes Jahr mehrere tausend Besucher anlockt. Das Besondere an der Benefizaktion des Seehauser Vereins Menschen Helfen, der mit den Einnahmen soziale Projekte finanziert: Gefeiert wird jedesmal an einem anderen Ort in Murnau und Umgebung – und unter einem anderen Motto. Die Macher sind dabei ziemlich kreativ: Mal bauten sie einen schwimmenden Pontonsteg zur Insel Wörth, mal spielten sie Shakespeares „Sommernachtstraum“ im Seidlpark und mal schütteten sie für ein Freiluft-Kino 900 Tonnen Sand auf dem ehemaligen Hummelsheim-Areal auf – um nur einige Beispiele zu nennen.

Zur 25. Auflage, die im Sommer 2018 am 21. und 22. Juli ansteht, erfüllen sich Vereinschef Dr. Robert Roithmeier und seine Mitstreiter einen lang gehegten Wunsch. Der Jubiläums-Kulturknall steigt auf der öffentlichen Liegewiese in der Murnauer Bucht, im Volksmund auch „Schweinebucht“ genannt. Der Hauptausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung diesem Vorhaben zu. Damit ist die erste Hürde genommen. „Wir freuen uns riesig“, sagt Roithmeier nach der Entscheidung. Es stünden noch weitere Verhandlungen mit Behörden an. Denn wer solch eine Riesenparty mit viel Live-Musik und einem umfangreichen Rahmenprogramm aufziehen will, muss eine Menge beachten. Das fängt bei der Regelung des Verkehrs an und hört beim Sicherheitskonzept auf.

Roithmeiers Truppe steht aber noch vor einer ganz anderen Herausforderung. Geplant ist nämlich eine Seebühne, auf der dann die Künstler auftreten. Die Bregenzer Festspiele lassen grüßen. „Das schwebt uns schon seit Jahren vor“, berichtet Roithmeier. Die Idee, die herrliche Naturkulisse des Staffelsees zu nutzen, hat natürlich Charme – wenn das Wetter halbwegs mitspielt.

Es laufe bei der Plattform auf eine Stahlkonstruktion hinaus, die im ein bis zwei Meter tiefen Wasser verankert werde, erklärt der Seehauser. Und wie kommen dann die Musiker dorthin? „Das ist noch offen“, meint der Ingenieur – vielleicht über einen Steg oder mit einer Fähre. Menschen Helfen hat fachkundige Unterstützung. In den eigenen Reihen befindet sich nämlich ein Bühnentechniker, der bereits eifrig am planen ist.

In der Ortspolitik kommt das Kulturknall-Konzept gut an. „Ich bin total begeistert“, meint etwa Kulturreferentin Dr. Elisabeth Tworek (SPD) auf Tagblatt-Nachfrage. Die Bucht sei früher, vor allem in den 1920er und 1930er Jahren, ein beliebter Treffpunkt gewesen – mit Musik, Tanz, Theater und sportlichen Wettbewerben. „Das war im Sommer und Winter ein Anziehungspunkt für das Oberland und die Münchner. Da war richtig was los.“ Dort befanden sich damals nicht nur zwei Strandbäder, sondern auch ein nobles Strandhotel, das Gasthaus Seerose und ein Strandcafé. Sie, so Tworek weiter, könne sich gut vorstellen, dass das Areal kulturell wieder stärker belebt wird.

Ihrem Gemeinderatskollegen Welf Probst (Freie Wähler) ist mit Blick auf die Kulturknall-Vorbereitungen ein politischer Aspekt ganz wichtig. Das Ganze sei für Murnau und Seehausen eine gemeindeübergreifende Angelegenheit, freute er sich in der besagten Sitzung des Hauptausschusses. In der Tat sind die beiden Nachbarorte betroffen – und können ihre Kooperationsfähigkeit unter Beweis stellen. Der Uferbereich gehört der Marktgemeinde Murnau – und der See Seehausen.

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