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Elegant wie anno dazumal: Teilnehmer an einem P-Seminar des Staffelsee-Gymnasiums veranstalten beim Kulturknall ein Sommerfest im Stil des Jahres 1910.

Seidl-Atmosphäre im Seidlpark

Kulturknall in Murnau: Das hat tausende Besucher begeistert

Dieser Kulturknall-Schauplatz war authentisch wie selten: Das Festival drehte sich um Emanuel von Seidl – und ging am originalen Schauplatz im Murnauer Seidlpark über die Bühne. Obwohl die Witterung nicht durchgehend mitspielte, kamen allein am Samstag 2500 Besucher.

Murnau – Wenn der Kulturknall gefeiert wird, strömt das Publikum herbei. Vier Tage lang herrschte im Murnauer Seidlpark anlässlich des Festivals buntes Treiben: Am rekonstruierten Gloriettl, Emanuel von Seidls ehemaligem Badehaus, ging Barbetrieb vonstatten, Darsteller des Freien Theaters Murnau spielten unter freiem Himmel Szenen aus Shakespeares Sommernachtstraum, und am Wochenende zog eine Standmeile samt Kinderprogramm Gäste an. Diese verteilten sich auf dem weitläufigen Areal, das mit künstlerischen Details geschmückt war. Beispielsweise gab es Einträge aus Seidls Gästebuch zu lesen, in den Bäumen hingen Aufnahmen seiner architektonischen Werke, und das Schloßmuseum hatte zwei Papageien aus Keramik, die einst den Park zierten, als Exponate zur Verfügung gestellt.

Musikalische Darbietungen standen heuer zwar nicht im Mittelpunkt, doch waren an verschieden Stellen im Gebüsch Lautsprecher versteckt, deren Klänge für Atmosphäre sorgten. An dieser Stelle stachen Schüler des Staffelsee-Gymnasiums hervor, die im Rahmen eines P-Seminars ein Gartenfest im Stil des Jahres 1910 abhielten. Bekleidet mit historischen Gewändern saß diese illustre Gesellschaft am Rosenpavillon, wo auch die Hirsche mit ihren goldfarbenen Geweihen glänzten – eigens für das Festival hergestellt im MakerLab des Murnauer Innovationsquartiers per 3D-Druckverfahren (wir berichteten).

Zudem wurde das wiederhergestellte Gloriettl offiziell eingeweiht. Es soll künftig für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. „Das ist großartig geworden. Es ist, als ob Seidls Zeitgeist wieder erwacht ist“, fand Besucherin Gisela Schnitzer aus Bad Tölz. Wer Details über die Geschichte der Anlage sowie Seidls Leben und Wirken erfahren wollte, nahm an Führungen teil, die Dieter Wieland vom Förderkreis Murnauer Parklandschaft anbot. Darüber hinaus gab es eine Standmeile, an der neben kulinarischen Köstlichkeiten ein vielseitiges Warenangebot lockte. Lokale Vereine und Organisationen präsentierten sich und waren Bestandteil des Kinderkulturknalls. Hier konnten sich die Kleinen austoben und kreativ sein: Beispielsweise war es möglich, T-Shirts zu bemalen, im Sand nach Schätzen zu graben oder Insektenhotels zu basteln. Fürs musikalische Rahmenprogramm sorgten unter anderem das Murnauer Tango-Orchester und die Staffelsee-Big-Band.

Mit der Resonanz und dem Ablauf des Kulturknalls, den heuer zum 26. Mal in Folge der Seehauser Verein Menschen Helfen organisiert hat und dessen Einnahmen wohltätigen Zwecken zugute kommen, zeigte sich Pressesprecher Robert Zormeier sehr zufrieden. Ihm zufolge kamen am Samstag über den Tag verteilt rund 2500 Besucher – 800 allein zur „Silent Seidl“-Kopfhörerparty, die den krönenden Abschluss des Abends bildete.

Constanze Wilz


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