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Selbstbewusst: Marie-Luise Barthel hat viel Freude an ihrer Aufgabe. 

Landesschülersprecherin kommt aus Murnau

Den Problemen der Schüler Gehör verschaffen

Marie-Luise Barthel, die die Murnauer Christoph-Probst-Mittelschule besucht, ist Landesschülersprecherin. Nun war sie an der Organisation eines großen Kongresses über mehr Mitsprache und  Demokratie beteiligt.

Murnau – „Sehr, sehr erfolgreich“ sei die Veranstaltung in Nürnberg gewesen, betont Marie-Luise Barthel. In der Franken-Metropole fand nämlich der erste Schülerkongress des Landesschülerrats statt. Ein Hauptthema: mehr Mitsprache und mehr Demokratie an den bayerischen Bildungseinrichtungen. Rund 300 Teilnehmer, hauptsächlich Schülersprecher aller Schularten, waren vor Ort. Mittendrin: Marie-Luise Barthel. Die 19-Jährige, die die Klasse M10b der Murnauer Christoph-Probst-Mittelschule besucht, ist nämlich Landesschülersprecherin der Mittelschulen. Sie war für die Organisation des Kongresses mitverantwortlich.

Da ging es um Themen wie Schülermitverantwortung, Fake News, Jugendparlament oder Drogenprävention. Abends wurde Lachyoga angeboten. Teilnehmer konnten aber auch Details zur Integration von jungen Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte erfahren. Barthels großes Ziel ist es, Schülern und deren Problemen Gehör zu verschaffen – „und dass dann auch was gemacht wird“. Also Lösungen gefunden werden. Wichtig findet die Mittelschülerin, das politische Verständnis der Schüler zu stärken, auch weil in Bayern in diesem Jahr Landtagswahlen anstehen. Die Aufgabe als Landesschülersprecherin der Mittelschulen hat ihr persönlich einiges gebracht. „Ich habe sehr viel über mich selber gelernt.“ Und auch, „dass man etwas verändern kann“. Was sie ebenfalls festgestellt hat: „Ein Politiker ist genauso ein Mensch wie Du und ich.“

Barthel war Ende 2017 im Rahmen der Landesschülerkonferenz in München zur Landesschülersprecherin der Mittelschulen gewählt worden. Seitdem war sie mit ihren Kollegen viel unterwegs. So besuchten die Landesschülersprecher etwa Bildungspolitiker im Bayerischen Landtag. „Auch im Kultusministerium sind wir oft.“

Die Christoph-Probst-Mittelschule bezeichnet die junge Frau als „aufgeschlossene Schule. Die Toleranzgrenze ist sehr hoch“. Dies hat ihr zufolge eine Umfrage in den neunten und zehnten Klassen zum Thema Homosexualität ergeben. Die Erhebung war Teil eines Projekts, an dem sich der Ethikkurs der zehnten Klassen beim Michael-Schmidpeter-Preis beteiligen will. Dieser zeichnet Schulklassen aus, die sich in vorbildlicher Weise für Akzeptanz und Offenheit gegenüber Lesben, Schwulen und Transgendern an ihren Schulen einsetzen.

Zur Welt kam Barthel im hohen Norden, nämlich in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern). Die Familie machte mehrfach am Tennsee bei Krün Urlaub. Die Gegend gefiel den Barthels. So zogen sie an den Staffelsee. Auf die Christoph-Probst-Mittelschule geht die 19-Jährige seit 2016, vorher hatte sie die Realschule in Schlehdorf besucht. Im Juli wird sie ihr Abschlusszeugnis bekommen. Ihre Amtszeit als Landesschülersprecherin endet allerdings erst im Dezember. Da wird sie bereits ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Langmatz GmbH in Garmisch-Partenkirchen begonnen haben. „Ein sehr facettenreicher Job“, findet sie. Sie hat bei Langmatz bereits ein Praktikum absolviert. Auch politisch will sich Barthel, die mittlerweile ihre erste eigene Wohnung in Weilheim bezogen hat, weiter engagieren. „In welcher Art und Weise, das wird sich noch zeigen.“ Freizeitaktivitäten dürfen freilich nicht zu kurz kommen. Sie kurvt gerne mit dem Mountainbike herum oder erkundet mit dem Motorrad die Gegend.

Roland Lory

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