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Einzigartige Natur: das Murnauer Moos. Die Biologische Station soll die Besucher sensibilisieren.

Projekt am Murnauer Moos

Biologische Station: Pläne abgespeckt

Die Kosten liefen aus dem Ruder. Daher hat der Kreis die Pläne für die Biologische Station reduziert. Sie soll die Besucher für die einzigartige Natur des Murnauer Moos sensibilisieren. Der Baustart ist für dieses Jahr geplant.

Murnau– Das Thema beschäftigt den Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss (ULAS) des Kreistags schon länger. Mehrfach wurde er über das Vorhaben „Biologische Station Murnauer Moos“ informiert. Auch bei der Sitzung in Schwaiganger stand der Punkt auf der Tagesordnung. Dabei gab es Details zum aktuellen Planungsstand.

Ziel war eigentlich, im November mit dem Bau am Wanderparkplatz Ödanger zu beginnen. Doch das ließ sich nicht halten. Ferner ergaben sich überraschend hohe Baukosten von rund 600 000 Euro. Zuvor war man von etwa 350 000 Euro ausgegangen.

„Seit der letzten Behandlung im ULAS wurde daran gearbeitet, die Kosten durch eine Reduzierung des Gebäudes und durch qualitatives ,Abspecken‘ so weit zu senken, dass der bisherige Landkreisanteil von 110 000 Euro nicht angehoben werden muss und keine wesentlichen Einbußen bei der Nutzbarkeit entstehen“, hieß es im Rahmen der Sitzung. Das Gebäude wurde etwas verkleinert. Die Raumnutzung hat man effizienter gestaltet. Statt einer Zentralheizung auf Basis einer Wärmepumpe wurde ein Pelletofen eingeplant. Eine ursprünglich anvisierte Treppe in den Dachboden ersetzte man durch eine einfache Leiter. 

Parallel hat sich die Landkreisverwaltung mit Erfolg darum bemüht, zusätzliche Mittel einzuwerben. Der Bayerische Naturschutzfond stellte einen Betrag von bis zu 100 000 Euro in Aussicht. „Der aktuelle Kostenumfang wird von den Architekten auf 450 000 Euro geschätzt“, teilte das Landratsamt mit.

Die Verteilung stellt sich aktuell wie folgt dar: Die Rosner&Seidl-Stiftung trägt 200 000 Euro, der Markt Murnau 50 000 Euro, der Landkreis Garmisch-Partenkirchen 110 000 Euro und der Naturschutzfond 90 000 Euro. Nachdem es sich aber nach wie vor nur um eine Kostenschätzung handelt, sollte nach Ansicht der Landkreisverwaltung in den Haushalt für 2018 rein vorsorglich eine um gut zehn Prozent erhöhte Summe eingeplant werden. Mit dem Markt Murnau wird derzeit ein Mietvertrag für die benötigte, 2250 Quadratmeter große Fläche ausgehandelt. Der Kontrakt soll zunächst bis 2043 laufen. Der Bauausschuss der Marktgemeinde stimmte bereits zu. 

Der ULAS bekräftigte am Ende seinen Beschluss von 2016, mit dem die Verwaltung ermächtigt wird, alle für den Bau der Biologischen Station erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Mit dem Markt Murnau ist ein langfristiger Nutzungsvertrag abzuschließen. Zudem empfahl das Gremium dem Kreistag, die erforderlichen Gelder im Etat für 2018 einzuplanen.

Wann es mit dem Projekt losgeht, steht noch nicht genau fest. Jedoch sollen „die Hoch- und Tiefbauarbeiten in diesem Jahr“ vonstatten gehen, wie Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde, am Freitag mitteilte. „Die dafür notwendige Ausschreibung ist in Vorbereitung.“

Roland Lory

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