Bekannter Aktionskünstler gestorben - Er machte mit einer besonderen Aktion am Reichstag auf sich aufmerksam 

Bekannter Aktionskünstler gestorben - Er machte mit einer besonderen Aktion am Reichstag auf sich aufmerksam 
+
Ein eingespieltes Team: Bürgermeister Rolf Beuting stößt mit seiner Stellvertreterin Dr. Julia Stewens an.

Erste Sitzung des neuen Gemeinderats

Losglück: Dr. Julia Stewens bleibt Murnaus Zweite Bürgermeisterin

  • schließen

Wahlkrimi in der ersten Sitzung des neuen Murnauer Gemeinderats: Im Ringen um den Posten des Vize-Bürgermeisters musste letztlich das Los entscheiden. Das Glück hatte die bisherige Amtsinhaberin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) auf ihrer Seite, die sich gegen ihren Kontrahenten Josef Bierling (CSU) durchsetzte. Zuvor war bereits Veronika Jones (Grüne) ausgeschieden.

Murnau – Am Ende ist es ein kleiner, gelber Zettel, der darüber entscheidet, wer Murnaus Zweiter Bürgermeister wird. Nach einem kurzen Hin und Her, wer die Losfee spielen soll und darf, greift Grünen-Gemeinderat und Alterspräsident Hans Kohl beherzt in den Karton, den ihm die stellvertretende Geschäftsleiterin der Verwaltung, Nina Herweck-Bockhorni, entgegenhält – und zieht das Papier, auf dem der Name von Dr. Julia Stewens steht. Die 73-jährige Freie-Wähler-Politikerin ist damit auch in der Legislaturperiode 2020 bis 2026 die Stellvertreterin von Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) – ihre zweite Amtszeit.

Die ehemalige Tierärztin, sonst für ihren trockenen Pragmatismus bekannt, kann nach dem Tauziehen um das prestigeträchtige Ehrenamt, für das es eine Aufwandsentschädigung gibt, ihre Emotionen nicht zurückhalten: „Lieber Sepp, das ist ungerecht. Das ist wie beim Elfmeterschießen“, sagt sie fast schon entschuldigend an die Adresse ihres Gegenübers.

Gemeint ist Josef Bierling, der sich ebenfalls um den Posten beworben, aber Fortuna nicht auf seiner Seite hatte. Der altgediente CSU-Mann nimmt im großen Saal des Kultur- und Tagungszentrums, wo die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderats coronabedingt stattfindet, die Schlappe mit versteinerter Miene zur Kenntnis. Es ist nicht die erste Niederlage, die der Hechendorfer Schreinermeister in seiner Politlaufbahn wegstecken muss: 2014 scheiterte Bierling mit dem Versuch, Erster Bürgermeister zu werden. Und auch den Job des Rathaus-Vizes, den er zuvor in der Ära Rapp sechs Jahre lang von 2008 bis 2014 ausgeübt hatte, konnte er damals nicht verteidigen.

Die Besucher – die meisten mussten auf der Empore Platz nehmen, um die Abstandsregel zu bewahren – erlebten in der Premierensitzung des 24-köpfigen Gremiums (plus Bürgermeister) ein spannendes Prozedere. Denn erwartungsgemäß schickten gleich drei Fraktionen Kandidaten für das Amt des Beuting-Stellvertreters ins Rennen: Neben Stewens und Bierling warf auch Veronika Jones von den Grünen ihren Hut in den Ring. Im ersten Durchgang kamen Stewens und Bierling auf jeweils zehn Stimmen – und Jones auf fünf. Die große Überraschung gab es bei der anschließenden Stichwahl, die mit einem Patt zwischen Stewens und Bierling (jeweils zwölf Stimmen, eine Enthaltung) endete und zur besagten Auslosung führte.

Da die Abstimmung geheim war, kann nur darüber spekuliert werden, wer wo und warum sein Kreuzchen gemacht hat. Dem Vernehmen nach gab es im Vorfeld Gespräche über mögliche Allianzen und Vereinbarungen – auch zwischen den beiden größten Fraktionen, dem ÖDP/Bürgerforum und der CSU (jeweils sechs Sitze). Das politische Techtelmechtel blieb aber offenbar ergebnislos. „Für uns ist die Arbeit im Gemeinderat wichtiger als ein Prestigeposten, den wir mit einem Deal hätten haben können“, sagt Rudolf Utzschneider, Sprecher der Christsozialen.

Die Verhandlungsmasse war diesmal groß: Denn Rathaus-Chef Beuting hatte auch einen Dritten Bürgermeister ins Spiel gebracht, um die Belastungen besser verteilen zu können. Allerdings sprach sich das Kommunalparlament mit deutlicher 16:9-Mehrheit und ohne größere Debatte gegen die Schaffung dieser zusätzlichen Position aus. „Einen Dritten Bürgermeister braucht’s nicht“, war in Gesprächen mit Ortspolitikern immer wieder zu hören.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Private Wander-Tour bei Garmisch-Partenkirchen: Kai Pflaume schließt irre „Freundschaft“
Kai Pflaume ist eines der bekanntesten TV-Gesichter. Doch er ist auch sehr aktiv auf Instagram. Jetzt hat er die Community mit nach Garmisch-Partenkirchen genommen.
Private Wander-Tour bei Garmisch-Partenkirchen: Kai Pflaume schließt irre „Freundschaft“
Corona: Landrat Speer hält vorerst am Katastrophenfall fest
In der Therme Erding hat sich der Bayerische Landkreistag getroffen. Dabei verkündete Landrat Anton Speer: Der Katastrophenfall für Garmisch-Partenkirchen bleibt noch …
Corona: Landrat Speer hält vorerst am Katastrophenfall fest
Fahrradpark abgesperrt: Der Aufstand der Kleinen
Plötzlich war ein Zaun um ihren „Spielplatz“: Kinder demonstrierten jetzt an der Garmisch-Partenkirchner Krankenhausstraße gegen die Absperrung ihres Fahrradparcours, …
Fahrradpark abgesperrt: Der Aufstand der Kleinen
Hochstraßen-Hammer: Großer Aufschrei bleibt aus
An Pfingsten geht‘s los: Dann soll die viel befahrene Hochstraße in Mittenwald probeweise zur Fußgängerzone umgewandelt werden. 
Hochstraßen-Hammer: Großer Aufschrei bleibt aus

Kommentare