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Hell, modern – und doch bodenständig: der neue Restaurantraum de s Hotels Alpenhof.

Siebenstellige Euro-Summe investiert

Luxus-Hotel Alpenhof: Das hat das Nobel-Haus nach dem großen Umbau zu bieten

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Das Murnauer Hotel Alpenhof befindet sich auf Wachstums- und Verjüngungskurs: Der Komplex wartet nun mit 104 Zimmern auf Fünf-Sterne-Niveau auf. Zudem erhielt das Haus in einem Neubau einen zusätzlichen Restaurantraum. 

Murnau – Es ist ein großer Wurf gelungen, keine Frage. Hotel-Betreiber Christian Bär spricht gar von einem „neuen Stück Alpenhof“, das er bei einer exklusiven Hausführung präsentierte. Murnaus einziges Fünf-Sterne-Hotel macht seit drei Jahren einen Wandel durch, der weit mehr darstellt als ein oberflächliches Facelifting. Nun ist der tiefgreifendste und kostspieligste Eingriff dieser Bauphase abgeschlossen. Es handelt sich um einen klugen Brückenschlag, der mehrere Vorteile auf einen Streich bringt: mehr Betten und Zimmer sowie einen einheitlich hohen Standard.

Die bisherige Dependance, das benachbarte Gästehaus Moosberg, ist nun durch einen dreigeschossigen Anbau, der seit Herbst entstand, direkt an den Alpenhof angeschlossen; die früheren Moosberg-Zimmer wurden saniert und von Drei- auf Fünf-Sterne-Niveau gehievt. Gäste gelangen über den Verbindungstrakt jetzt auch im Winter ohne Mantel in den Wellnessbereich. Im Zwischenbau befinden sich neun Panorama-Zimmer, die in der Optik mit Holz und Stein, aber ohne überflüssiges Chichi die an die Natur angelehnte Linie der renovierten Eingangshalle aufgreifen. Auf der mittleren Ebene wurde ein weiterer Restaurantraum mit 105 Quadratmetern, etwa 50 Sitzplätzen, Stüberln und großen Glasflächen in Richtung Moos und Berge installiert. Er kommt hell, hochwertig und modern, aber doch bodenständig daher und wird am Dienstagabend  eröffnet.

„Bodenständig und für jeden zugänglich“

Der Stil setzt sich in 13 rundum sanierten Zimmern im ehemaligen Haus Moosberg fort. Der Komplex bietet neben großen Familien-Appartements die mit 23 geschickt genutzten Quadratmetern kleinsten und günstigsten Alpenhof-Standard-Doppelzimmer (ab 159 Euro pro Person). Bär nennt sie „zweckmäßig, schön und zeitlos“; auf Extravaganzen wurde verzichtet. „Wir wollen den Alpenhof bodenständig halten und für jeden zugänglich“, betont Bär, seit geraumer Zeit Geschäftsführer der Hotel-Betreibergesellschaft und damit selbständiger Hotelier. Er hat das Objekt langfristig von der Eigentümerin, der Tengelmann-Immobilien-Tochter Trei Real Estate GmbH, gepachtet.

Tengelmann habe in den vergangenen Jahren mehrmals siebenstellige Euro-Summen in den Alpenhof investiert, sagt Bär. Unter anderem wurden die Küche umgebaut und die Eingangshalle erneuert, nebenbei liefen „Soft-Renovierungen – wir haben alle Zimmer angefasst“. Die jüngsten Arbeiten aber übertrafen die vorhergegangenen: „Ich glaube nicht, dass wir noch einmal in den nächsten fünf Jahren so einen Umbau haben werden.“

Tengelmann-Immo-Tochter gehört das Haus - wie geht es nach den Schicksalsschlägen weiter?

Und doch heißt es bei den Sanierungen: Fortsetzung folgt. Im Sommer sollen der Martin-Seiler-Saal angepackt und neue Meeting-Räume geschaffen werden. Für den Garten schwebt Bär ein Naturteich vor, sobald das Budget diesen zulässt. In neun Jahren will er sämtliche Zimmer im jetzt etwa 220 Betten großen Alpenhof renoviert haben. „Danach geht es wieder von vorne los.“

Bär plant langfristig. Ein Verkauf des Hotels sei aktuell kein Thema. Er wähnt die Familie Haub an seiner Seite, die hinter der Tengelmann-Gruppe mit Trei steht, die das Budget zur Verfügung stellt. Dies gilt auch nach dem Tod von Dynastie-Oberhaupt Erivan Haub im März und der folgenden Tragödie um seinen Sohn Karl-Erivan, der auf einer Skitour spurlos verschwand. Als Bär die Gedenkfeier in Mülheim im Juni besuchte, versprachen ihm die Haubs „durch die Bank, dass der Alpenhof in der Familie gehalten wird“. Karl-Erivan Haubs Bruder Georg sei „regelmäßig bei uns, da gibt es ein ganz nettes Verhältnis“.

Für Bär ist diese Rückendeckung wichtig – immerhin nahm er einen radikalen Richtungswechsel vor. Der Alpenhof soll weiter für Luxus stehen, aber bodenständig, regional, authentisch und jünger daherkommen. Bär will mit seinen neuen Zimmern gezielt auch andere Gäste ansprechen: etwa Pärchen zwischen 25 und 40 Jahre. Derzeit verbucht der Alpenhof insgesamt 34 000 Übernachtungen pro Jahr, für 2019 gibt Bär 40 000 als Ziel aus. Vor vier Jahren waren es nur 24 000 gewesen. Mit der Zahl der Zimmer und der Restaurantplätze stieg auch die der Mitarbeiter. Etwa zehn Jobs kamen hinzu. Damit beschäftigt der Alpenhof in der Sommersaison knapp 130 Menschen.

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