Murnau aus der Luft, Drohne.
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Murnau aus der Luft. Ob dort ein Gutscheinsystem eingeführt wird, bleibt abzuwarten.

System soll lokales Gewerbe stärken

Marktgutschein in Murnau: Erst wird geprüft

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Noch ist nicht ausgemacht, ob der Markt Murnau ein digitales Gutscheinsystem einführt. Zunächst soll die Verwaltung Angebote einholen. Diese will man sich dann im Detail ansehen. Auf diese Marschroute verständigte sich der Marktgemeinderat.

  • Die Murnauer Verwaltung soll die Einführung eines digitalen Gutscheinsystems prüfen.
  • Damit könnte das lokale Gewerbe gestärkt werden, sagen Befürworter.
  • Manche Gemeinderäte sind skeptisch.

Murnau – Der Hintergedanke ist klar: Der geplante Marktgutschein soll Murnaus Gewerbe stärken, das Geschäft ankurbeln, gerade in diesen Zeiten. Die Idee, ein lokales Gutscheinsystem einzurichten, kam im Frühjahr im Zuge des ersten Lockdowns auf. Und so könnte es funktionieren: Das Gutscheinsystem wird von einer zentralen Stelle verwaltet. Die Gutscheine werden in Form von Karten (ähnlich einer Kreditkarte) ausgegeben. Jeder hat eine einmalige Nummer. In den so genannten Partnerstellen können die Gutscheine eingelöst beziehungsweise gekauft oder aufgeladen werden. Die Steuerung des Systems erfolgt über eine App oder eine Internetseite. Die Teilnahme soll jedem Gewerbetreibenden möglich sein. Die Murnauer Gemeindeverwaltung nennt unter anderem folgende Vorteile: „Ein vom Geschäft unabhängiger Gutschein ist vielseitig einsetzbar und einfach zu handhaben.“ Die Wertschöpfung aus gekauften Gutscheinen bleibe garantiert in Murnau. Und: Das System „wird umso attraktiver, je mehr Sparten daran teilnehmen“. Zudem sei es krisensicher. Favorisiert wird ein System in digitaler Form.

Skeptische Stimmen

Nachdem sich der Hauptverwaltungsausschuss bereits mit der Sache befasst hatte, kam das Thema nun im Marktgemeinderat auf den Tisch. Nicht alle Mitglieder des Gremiums zeigten sich begeistert. „Ich bin kein großer Fan davon“, sagte Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum). „Das löst keine strukturellen Probleme.“ Lechner sagte, er „würde keine 100 Euro dafür ausgeben“. Dr. Josef Raab (Bündnis 90/Die Grünen) tut sich „schwer mit lokalen Währungen und kann den Sinn nicht so recht erkennen“. Gutschein-Systeme hätten wenig mit echter Wertschätzung zu tun.

Mehrere Befürworter

Phillip Zoepf, Fraktionssprecher von Mehr Bewegen, sieht das Projekt positiv. Er betrachtet es „als flankierende Maßnahme zur Stärkung der lokalen Händler“. Zoepf: „Wir wollen keine eigene Währung einführen.“ Veronika Jones, Fraktionssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, sprach von einer „Supersache. Wir sollten das weitertreiben“. Auch Felix Burger (SPD-Fraktion) zeigte sich angetan. „Das Geld bleibt in Murnau und geht nicht zu Amazon. Etwas Besseres kann gar nicht passieren.“

Verwaltung soll Angebote einholen

Freilich: der Beschlussvorschlag der Verwaltung stieß auf Vorbehalte. Dort stand: „Der Markt Murnau beschließt die Einführung eines Gutscheinsystems in Form eines ,Marktgutscheins‘“. CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider ging das zu weit. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hatte kein Problem mit einer Änderung. Am Ende entschied das Gremium einstimmig, dass die Verwaltung die Einführung prüfen soll. Dabei soll auf bestehende Dienstleistungssysteme zurückgegriffen werden. Die Verwaltung soll Angebote einholen und die Ergebnisse dann dem Gemeinderat vorlegen.

Verein ist dafür

Guntram Gattner, Vorsitzender des Vereins zur Wirtschaftsförderung, befürwortet ein solches System. „Das ist ein Anreiz für alle Murnauer Bürger, das Geld im Ort zu lassen. Es gibt genügend Gemeinden, wo das hervorragend läuft.“

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