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Eingeschneit: Wohnmobile am Rosenmontag am Murnauer Bahnhof. 

Ortspolitik auf Standortsuche

Mehr Platz für Wohnmobile in Murnau

Die Murnauer Ortspolitik sucht einen Standort für eine zahlungskräftige Klientel: die Wohnmobilisten. Der Bauausschuss hatte das Thema jetzt auf dem Tisch. 

Murnau– Viele Wohnmobillisten zieht es nicht nur in der warmen Jahreszeit hinaus in die Welt, sondern auch im tiefsten Winter. Das sieht man in Murnau: Am Montag vormittags um 10 Uhr waren drei von vier Stellplätzen am Bahnhof belegt.

Währenddessen gibt es in der Ortspolitik eine Debatte darüber, wo man weitere Abstellmöglichkeiten für diese Klientel schaffen könnte. Im Bauausschuss wurden vier Varianten vorgestellt. Denkbar wäre erstens der Neubau von zehn Stück südlich des Bahnhofs auf einer Fläche, die der Markt Murnau kaufte. Zweitens könnte der bisherige Wohnmobilstellplatz am Bahnhof auf insgesamt zwölf Einheiten erweitert werden. Die wegfallenden 32 Pkw-Parkplätze müssten südlich des Bahnhofs platziert werden. Eine Alternative wäre ein Parkdeck.

Variante drei sieht vor, neuen Raum für Wohnmobile auf einem Areal südlich des Volksfestplatzes anzulegen. Und die vierte Idee besteht schließlich darin, den Eisstockplatz zu verwenden. Dieser wird jedoch gerade noch vom EC Murnau genutzt. Der Verein erwägt aber, nach Hechendorf umzusiedeln.

Zu einer Entscheidung kam es im Bauausschuss noch nicht. Es ging erst einmal darum, ein Meinungsbild zu bekommen. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) würde die Fläche südlich des Bahnhofs eher ungern für den besagten Zweck hernehmen. Das Areal habe „ein hohes städtebauliches Potenzial für alle möglichen Nutzungen“, betonte er. Falls eines Tages bei der Bahn ein Halbstundentakt eingeführt werden sollte, benötige man den Boden für Parkplätze.

So sah es auch Johann Scherrer (CSU), der die Eisstock-Fläche favorisierte. „Da würden wir uns langfristig am wenigsten verbauen.“ Philip Schürlein, Chef der Tourist Information, war tendenziell für Variante zwo, weil die Ver- und Entsorgungsstation schon vorhanden ist. Skeptische Töne kamen hingegen von Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum), der den touristischen Nutzen nicht so richtig erkennen konnte. „Ich bin nicht der Meinung, dass wir krampfhaft suchen müssen.“

Schürlein machte jedoch darauf aufmerksam, dass es sich um eine „zahlungskräftige Klientel“ handle. „Ein Wohnmobilist lässt 45 Euro pro Tag im Ort.“ Er gehe außerdem zum Essen. Altersmäßig handle es sich um die Gruppe 50 plus, „die auch kunst- und kulturinteressiert“ sei. Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) betonte: „Camper und Wohnmobilisten sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe.“

CSU-Rat Martin Bergmeister sagte keine der vier vorgestellten Varianten richtig zu. Am Ende folgte das Gremium seinem Vorschlag, noch weitere Standorte zu untersuchen. In einer der nächsten Sitzungen will die Verwaltung ferner konkrete Zahlen vorlegen. Beuting sprach davon, das Thema „ein Stück weit gären zu lassen.“ Auf den Tisch kommt vermutlich auch die Gebühr. Sie ist derzeit mit einem Euro pro Nacht sehr günstig. Das hat mit einem Förderprogramm zu tun. „Man könnte durchaus auf zehn Euro raufgehen“, meinte Beuting. Die maximale Parkzeit beträgt 72 Stunden.

Roland Lory

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