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Mehr Sicherheit und Platz für Radler - ADFC: Noch Luft nach oben

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Von: Roland Lory

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Eine Verkehrsinsel sorgt inzwischen für mehr Sicherheit am UKM-Berg auf Höhe des Jochbergwegs. 
Eine Verkehrsinsel sorgt inzwischen für mehr Sicherheit am UKM-Berg auf Höhe des Jochbergwegs.  © Lory

Kurz vor Weihnachten verweist der Markt Murnau auf Erfolge und Verbesserungen in Sachen Radverkehr. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club begrüßt die Fortschritte, findet aber, dass es noch einiges zu tun gibt.

Murnau – Durchaus zapfig ist es, als sich am Mittwochvormittag eine kleine Gruppe am Murnauer Bahnhof zusammenfindet. Der Markt Murnau hatte zu einem Pressetermin eingeladen. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) will zusammen mit Hansjörg Resenberger (Leiter Tiefbauamt), Umweltreferent Philipp Zehnder und Verkehrsreferent Welf Probst (Freie Wähler) Radprojekte vorstellen, die heuer abgearbeitet wurden.

Am Bahnhof hatte es bis dato 180 Abstellplätze für Fahrräder gegeben. Nun stehen weitere 256 zur Verfügung. Rund 200 000 Euro kosteten diese. Doch der Fördersatz ist hoch. So muss der Markt Murnau aus der eigenen Tasche lediglich rund 25 000 Euro beisteuern. „Das ist unsere Vorarbeit für den Halbstundentakt“, sagt Beuting mit einem Schmunzeln. Zehnder findet, dass die Marktgemeinde damit „gut gerüstet für die Verkehrswende“ sei. Auch Verkehrsreferent Probst ist zufrieden: „Wir haben eine sehr zukunftsträchtige und respektable Anlage bekommen.“ Ein großes Manko ist aus seiner Sicht jedoch die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Bahn.

Nächster Halt Weilheimer Straße

Die nächste Station ist an der Weilheimer Straße nahe der Esso-Tankstelle. Dort wurde der Geh- und Radweg von zwei auf drei Meter verbreitert. Zudem schuf man einen Aufstellbereich an der Fußgängerampel. Nach Beutings Ansicht ist das eine „wichtige Stelle“, da diese an der Verbindung Bahnhof – Kemmelpark – Dr.-Schalk-Straße – Schulzentrum liegt. „Wir haben hier morgens intensiven Schülerbetrieb.“ Die Kosten beliefen sich auf 39 000 Euro. Den nötigen Grund stellte der Freistaat Bayern unentgeltlich zur Verfügung.

Weiter zur Froschhauser Kirche. Dort ließ der Markt Murnau auf einem circa 50 Meter langen Teilabschnitt einen Radweg herstellen. Die Freien Wähler hatten dies angeregt. Im weiteren Verlauf Richtung Froschsee-Parkplatz wird der Rad- allerdings wieder zum Fußweg. Ob sich das ändern lässt, muss sich noch zeigen. Es laufen Verhandlungen mit Grundeigentümern. Für Beuting steht fest: „Jede Maßnahme, die für mehr Sicherheit und Klarheit sorgt, ist gut angelegtes Geld.“

Zum Schluss macht die Gruppe Halt am Jochbergweg. Dort wurde eine Gefahrenstelle entschärft, indem man eine Querungshilfe und einen Linksabbiegestreifen realisierte. Zudem gilt in diesem Abschnitt künftig Tempo 70. In diesem Zug wurde auch der Radweg auf der Westseite auf Probsts Vorschlag hin überarbeitet. Er ist nun weniger steil. Beim Dammbau kam Material aus dem Oberauer Tunnelbau zum Einsatz. Die Gesamtkosten wurden mit rund 250 000 Euro veranschlagt. Es wird aber wohl etwas günstiger.

Vorschläge des ADFC

Der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) begrüßt die Fortschritte, ist aber der Meinung, dass noch einiges zu tun sei. Der Vizevorsitzende Thomas Wagner schlägt vor, die Sollerstraße und Pechmannstraße zu Fahrradstraßen zu machen. „Das wäre eine echte Verbesserung.“ In einer solchen Straße gilt Tempo 30, Radfahrer haben prinzipiell Vorfahrt, der Autoverkehr ist aber nicht ausgeschlossen. Der ADFC hält ferner eine Querungshilfe an der B 2 nördlich des McDonald’s-Restaurants für sinnvoll. Wagner bemängelt überdies, dass Radfahrer im westlichen Teil der Kocheler Straße auf den Fußweg geleitet würden. „Das geht gar nicht. Da muss man sich was überlegen.“ Beuting sagt: „Wir sind immer für Kritik offen, aber dann möglichst konkret.“ Was ihm nicht behagt, ist, wenn Murnau mit Garmisch-Partenkirchen „in einen Topf“ geworfen wird. Zum Hintergrund: In einer ADFC-Umfrage hatten beide Orte schlecht abgeschnitten. Probst betont hingegen: „Der Markt Murnau ist engagiert.“

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