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Die Werdenfelser Kaserne: Die Zahl der dort stationierten Soldaten soll bis 2030 auf 800 wachsen.

Steigende Soldatenzahlen

Wohnraum in Murnau: Beuting nimmt Bund in die Pflicht

Die Zahl der in Murnau stationierten Soldaten wächst. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) findet, dass der Bund für seine Bediensteten Wohnraum zur Verfügung stellen muss.

Murnau – In der Murnauer Werdenfelser Kaserne, in der das IT-Bataillon 293 beheimatet ist, sind aktuell 450 bis 500 Soldaten stationiert. Nicht mitgezählt sind diejenigen, die im Auslandseinsatz, in Elternzeit oder auf Fortbildung sind. „Es wird noch aufgestockt“, kündigt Presseoffizier Christopher Schüttler an. Bis 2030 soll die Zahl insgesamt auf rund 800 anwachsen. Wie viele Soldaten aktuell außerhalb der Kasernenmauer wohnen, kann er nicht sagen. „Dazu führen wir keine Statistik.“ Manche haben eine Unterkunft im Feldwebel-, andere im Offizierwohnheim im Kemmelpark. Grundsätzlich sind bei der Bundeswehr unverheiratete Soldaten bis zum 25. Lebensjahr sowie Teilnehmer an dienstlichen Lehrgängen kasernenpflichtig, müssen also dort wohnen. Für Familien gibt es in der Werdenfelser Kaserne keine Quartiere.

Es liegt jedenfalls der Gedanke nahe, dass die steigende Anzahl an Militärangehörigen die Probleme mit bezahlbarem Wohnraum in Murnau noch verschärfen könnte. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) betont, dass jeder Arbeitsplatz, der in Murnau geschaffen wird, grundsätzlich positiv sei. „Nach Wegfall der Wehrpflicht ist es um so wichtiger, dass die berufsmäßigen Soldatinnen und Soldaten gut in die Gesellschaft integriert sind, und ich würde es begrüßen, wenn sich mehr Angehörige der Bundeswehr auch in Murnau niederlassen.“ Er sehe aber den Bund in der Verpflichtung für seine Bediensteten entsprechend Wohnraum zur Verfügung zu stellen, so wie das früher vor dem Verkauf der bundeseigenen Wohnungen in der Barbara- und Ulrichstraße auch schon der Fall war. „Wir machen als Gemeinde schon viel in Sachen bezahlbarer Wohnraum“, unterstreicht Beuting, „aber die großen Arbeitgeber müssen sich auch ein Stück weit an der Wohnraumschaffung beteiligen.“

Fest steht: Die Gebäude in der Kaserne werden in den kommenden Jahren modernisiert. Die Investition in den militärischen Komplex gilt als überfällig. Denn Teile der Bauten wurden in den 1930er Jahren errichtet und genügen nicht mehr den heutigen Anforderungen. „Gewisse Gebäude werden abgerissen, andere kernsaniert und andere neu gebaut“, erklärt Oberleutnant Schüttler. Seinen Worten nach sollen auch neue Unterkunftsgebäude realisiert werden. Wie Kasernenchef Oberstleutnant Jürgen Eckert bereits im Januar kundtat, sei das zentrale Ziel, die Verwaltung und die Unterkünfte voneinander zu trennen und in jeweils eigenen Bauwerken unterzubringen. Die Zeiten, in denen sich die Soldaten in Mehrmannstuben aufhielten, sollen dann der Vergangenheit angehören: Geplant sind Einzelzimmer, die einen gewissen Komfort bieten.

Auf der Suche nach einem Quartier außerhalb der Kaserne können sich Soldaten an die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr wenden. „Dort bekommt man Tipps, wo man suchen kann“, erklärt Schüttler. Viele in Murnau stationierte Soldaten leben nicht in der Marktgemeinde, sondern zum Beispiel in Weilheim, Bad Kohlgrub, Garmisch-Partenkirchen oder in Schongau und Hohenpeißenberg. „Es gibt auch einige, die täglich aus München rauspendeln“, sagt Schüttler.

Roland Lory

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