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Was passiert mit dem Verkehr im Untermarkt? Diese Frage beschäftigt Politik, Geschäftswelt und Bevölkerung.

Gemeinderat Probst startet Umfrage unter Geschäftsleuten

Verkehr im Untermarkt: Kein einheitliches Bild

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Über Wochen zog Welf Probst, Fraktions-Chef der Freien Wähler im Murnauer Gemeinderat, quasi als Meinungsforscher immer wieder los, um Ansichten und Stimmungen von 36 betroffenen Ladeninhabern zum Dauerbrenner Fußgängerzone im Untermarkt auszuloten. Das Ergebnis seiner Mühen zeigt: Die Geschäftsleute sind in diesem Fall offenbar so gespalten wie die Politik.

Murnau - Interpretieren lassen sich die Aussagen der nicht repräsentativen Probst-Umfrage in etwa so: Gegner einer Fußgängerzone (16) bilden gegenüber den Befürwortern (11) die Mehrheit; neun Befragte legten sich nicht fest. Mancher scheint auch hin und hergerissen.

Probst selbst wertete die Äußerungen gar nicht aus, „ich wollte damit niemanden unter Druck setzen und bin auch völlig ergebnisoffen vorgegangen“. Die FW-Fraktion verschickte lediglich die zusammengefassten Stellungnahmen der Geschäftsleute mit einer Auflistung Probsts der Vor- und Nachteile einer nach Süden verlängerten Fußgängerzone im Vorfeld der vergangenen Sitzung an Bürgermeister und Gemeinderat – gedacht als „Information und Entscheidungsgrundlage“ für die Kollegen, erklärt Probst; der Handwerksmeister, klarer Gegner solcher Pläne, betreibt selbst ein Geschäft im Untermarkt und bekam die Entwicklung in dem Abschnitt direkt mit.

Ausgangspunkt für die Umfrage war der Rathaus-Umbau: Seit im vergangenem Jahr die Schloßbergstraße wegen des aufgestellten Krans komplett gesperrt worden ist, kommt der Untermarkt vorübergehend nur noch als Sackgasse daher. Folge ist eine Verkehrsberuhigung. Gemeinderätin Veronika Jones (Grüne) beantragte zuletzt eine verlängerte Fußgängerzone sowie eine Sperrung der Lederergasse – ein Vorstoß, den das Gremium zurückstellte, bis ein Gesamtverkehrskonzept vorliegt, das auch die Optionen im Untermarkt untersucht. Und nicht zuletzt reagierte Probst mit der Aktion auf Äußerungen von Gemeinde-Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger, der von vielen positiven Reaktionen aus der Geschäftswelt auf die derzeitige Regelung sprach. Mehr als 60 Prozent der Geschäftsleute, hatte Bittlinger Mitte 2016 geschätzt, „wünschen sich eine beruhigte Zone, wie wir sie jetzt haben“.

Tatsächlich kommt auch in Probsts Umfrage wiederholt der Wunsch nach einer bloßen „Verkehrsberuhigung“. Etwa jeder Fünfte erwähnt allerdings einen Umsatz- beziehungsweise Frequenzrückgang, seit der Untermarkt als Sackgasse endet. Deutlich mehr Frequenz brachte diese Lösung zum Beispiel zwei befragten Händlern aus den Bereichen Sport/Outdoor/Freizeit. Dennoch spricht sich einer von ihnen gegen eine verlängerte Fußgängerzone aus: Der Kunde müsse ins Zentrum fahren können, um Ware abzuholen – man benötige Parkplätze vor dem Geschäft, argumentierte er gegenüber Probst. Generell, sagt der FW-Gemeinderat, der sich eine Rückkehr zur alten Regelung wünscht, habe sich in den meisten Gesprächen herausgestellt, dass Kurzzeit-Parker sehr wichtig für die Geschäftsleute seien. Vor allem ältere Menschen klagten Probst gegenüber, dass man „nicht mehr in den Ort kommt“.

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