Wanderer sind am Rand des Murnauer Mooses unterwegs.
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In der Natur: Wanderer sind am Rand des Murnauer Mooses unterwegs.

Murnauer Moos

Beuting will Naturschutzwacht - Gemeinderat muss noch entscheiden

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Im Corona-Jahr 2020 haben Ausflügler den Landkreis Garmisch-Partenkirchen ziemlich überrannt. Mit unschönen Begleiterscheinungen wie Abfallbergen, zugeparkten Wegen und zertrampelten Wiesen. Der Landkreis will mit ehrenamtlichen Naturschutzwächtern gegensteuern. In Uffing sind bereits welche unterwegs. Auch der Markt Murnau hat großes Interesse.

  • Der Markt Murnau hat Interesse an Naturschutzwächtern.
  • Laut Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) ist der Bedarf gegeben.
  • Es steht aber noch nicht fest, welche Gemeinde im Kreis Garmisch-Partenkirchen als Nächstes solche Wächter bekommt.

Murnau – Im Murnauer Moos gibt es noch ein paar Raritäten, bei den Vögeln zum Beispiel. Braunkehlchen, Brachvogel, Wachtelkönig, Wiesenpieper oder Bekassine kommen dort vor. Doch das Wiesenbrütergebiet ist auch ein Ort, wo Hundebesitzer ihre Tiere gern ausführen. Ein potenzieller Konflikt. „Hunde, die in die Wiesen laufen, sind mit das Hauptproblem“, sagt Ingrid Geiersberger, Vorsitzende der Ortsgruppe Murnau mit Umgebung des Bund Naturschutz.

Ein Versprechen?

Sie hofft, dass ehrenamtliche Naturschutzwächter diesbezüglich etwas bringen. Diese patrouillieren bereits in Uffing, weitere Gemeinden sollen folgen. Großes Interesse hat auch Murnau. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) erwähnte heuer in einer Sitzung des Marktgemeinderats, Peter Strohwasser (Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt) habe versprochen, dass Murnau die zweite Naturschutzwacht im Landkreis bekomme. Die Kreisbehörde will das so nicht bestätigen. „Es gibt das Versprechen, das Thema Naturschutzwacht zusammen mit dem Markt Murnau sobald wie möglich anzugehen“, sagt Sprecher Stephan Scharf. Und Beuting erklärt: „Es kommt nicht darauf an, als erster eine Naturschutzwacht zu bekommen, sondern darauf, überhaupt eine Naturschutzwacht zu bekommen.“

Beuting: Bedarf gegeben

Beuting hält eine solche also für angebracht. „Die Diskussionen in den vergangenen Jahren, nicht erst seit Corona, haben gezeigt, dass es zunehmend zu Nutzungskonflikten beim Aufenthalt in der Natur kommt.“ Diese gelte es, mittels einer Naturschutzwacht zu vermeiden. Durch die Digitalisierung und technische Innovationen (SUP, E-Bike, Skitouren) „fallen auch zunehmend Bereiche in die Nutzung, die bislang unberührt geblieben sind“. Da der Markt Murnau viele wertvolle Naturbereiche habe, sei der Bedarf an einer Naturschutzwacht gegeben, bekräftigt Beuting.

Gemeinderat muss noch entscheiden

Der Murnauer Marktgemeinderat muss noch sein Votum abgeben. Der Garmisch-Partenkirchner hat dies im März schon getan und dabei für Naturschutzwächter plädiert.

Ranger kommen

Beim Landratsamt müssen jedoch erst Ranger angestellt werden, danach kann mit dem Aufbau einer lokalen Gruppe der Wacht begonnen werden. Die drei hauptamtlichen Ranger sollen im Juni oder Juli ihre Arbeit aufnehmen – und dann auch die Naturschutzwächter ausbilden und betreuen (wir berichteten). Die Bewerbungsfrist für die drei halben Ranger-Stellen ist am Sonntag abgelaufen. Der Landkreis erwartet unter anderem „Verständnis ökologischer Zusammenhänge“, „sicheres und freundliches Auftreten“ sowie „Durchsetzungsfähigkeit und Kommunikationsgeschick“. Darauf wird es ankommen – auch bei den Naturschutzwächtern. Geiersberger betont: „Es ist das A und O, dass man freundlich bleibt, auch wenn man etwas zum 125. Mal sagt.“

Mehrere Interessenten

Es gibt weitere Orte, die Interesse zeigen: die Isartalgemeinden und Grainau. Wer tatsächlich die nächste Wacht erhält, ist noch offen. „Alle Gemeinden haben die gleichen Chancen“, sagt Scharf, der Sprecher des Landratsamts. Ein konkreter Zeitplan existiert nicht. Vielmehr müssen noch diverse Dinge abgearbeitet werden: vertiefte Gespräche mit den interessierten Gemeinden, Genehmigung der LEADER-Förderung, Auswahl und Einstellung von Rangern, Gespräche mit betroffenen Institutionen und Verbänden über Einsatz-Brennpunkte, Rekrutierung der Naturschutzwacht sowie Schnell-Ausbildung.

Bereitschaft der Bürger entscheidend

„Wo die nächste Naturschutzwacht startet, hängt entscheidend von der Bereitschaft der Bevölkerung ab, bei dem Projekt mitzumachen“, sagt Scharf. „Darauf hat das Landratsamt keinen Einfluss.“ Beim Bund Naturschutz Murnau hält man die Wächter jedenfalls für sinnvoll. „Prinzipiell finden wir das gut“, sagt die Vorsitzende Geiersberger.

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