Markt Murnau Luftbild
+
Der Markt Murnau von oben.

Folgen der Pandemie werden berücksichtigt

Mit neuem Konzept den Standort stärken: Papier soll 2022 vorliegen

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
    schließen

Der Markt Murnau will ein neues Wirtschafts- und Ansiedlungskonzept anfertigen lassen. 2021 beginnen dafür die Vorbereitungen.

  • Der Markt Murnau will ein neues Wirtschafts- und Ansiedlungskonzept anfertigen lassen.
  • 2021 beginnen dafür die Vorbereitungen.
  • Der Antrag war von den beiden Wirtschaftsreferenten Veronika Jones (Grüne) und Wolfgang Köglmayr (Mehr Bewegen) gekommen.

Murnau – Der Markt Murnau braucht ein neues Wirtschaftskonzept. Diese Meinung vertreten die zuständigen Referenten Veronika Jones (Grüne) und Wolfgang Köglmayr (Mehr Bewegen). „Derzeit erleben wir einen konstanten Zuzug, vor allem an hohen Einkommen, und befinden uns inmitten einer sehr attraktiven Landschaft“, schreiben die beiden in einem Antrag, den der Marktgemeinderat jetzt im Rahmen der Haushaltsberatungen behandelte.

Handwerk stärken und mehr

„Gleichzeitig ist die Marktgemeinde topografisch limitiert, sowohl in Sachen Wohnbau als auch bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete“, fahren die Wirtschaftsreferenten fort. Wenn die Gemeinde nun auch dem Kampf gegen den Flächenfraß Rechnung tragen und den Charme des Orts (Höhenentwicklung) erhalten wolle, so bleibe in der logischen Konsequenz nur ein Umdenken in Sachen Wirtschaft. Betriebe mit großem Flächenbedarf können nach Meinung der Wirtschaftsreferenten realistisch gesehen nicht untergebracht werden. „Es gilt, das stabile und qualitativ hochwertige Handwerk zu stärken und zu erhalten.“ Dazu brauche die Gemeinde die Ansiedlung zukunftsfähiger Branchen, die nicht nur wenig Fläche benötigten, sondern gleichzeitig attraktiv für die hiesige Jugend seien. Köglmayr und Jones wollten, dass für ein neues Wirtschaftskonzept 30 000 Euro in den Haushalt 2021 eingestellt werden. Dabei solle auch geprüft werden, ob Fördergelder fließen könnten.

Ein externer Profi soll ran

Den beiden Wirtschaftsreferenten schwebt vor, einen externen Profi damit zu beauftragen. Ein Blick von außen „kann erfrischend sein und tut gut“, argumentierte Jones. Es handle sich um ein Projekt nicht nur für 2021, „sondern für die nächsten Jahre“, sagte Köglmayr.

Kritische Stimmen

Doch es gab Vorbehalte, etwa aus dem Munde von Maria Schägger, Fraktionssprecherin der Freien Wähler. 30 000 Euro seien „Wahnsinn. Wir überlegen permanent, wo wir sparen können“. 30 000 Euro seien eine „ziemliche Summe“, fand auch CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider. Eine Stellungnahme des Fachressorts lag nicht vor. Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger war in der Sitzung nicht anwesend. Im März hatte er kurz vor dem ersten Lockdown seinen Rückzug angekündigt. „Ich werde mich beruflich verändern“, sagte Bittlinger damals. Eine aktuelle Stellungnahme war von dem 46-Jährigen nicht erhältlich.

Burger: Abwarten, bis Corona vorbei ist

Mehrere Redner hätten gern gehabt, dass die Wirtschaftsförderung bei dem Vorhaben einbezogen wird. Felix Burger (SPD-Fraktion) riet, abzuwarten, „bis Corona vorbei ist. Da wird sich so viel entwickeln“. Die Folgen seien noch nicht abzuschätzen. Simon Pittrich (ÖDP/Bürgerforum) regte an, eventuell mitaufzunehmen, „wie man sich bezüglich einer zweiten Pandemie aufstellt“. Dr. Josef Raab (Grüne) empfahl, Klimaneutralität sowie soziale Aspekte in dem Beschluss mit zu berücksichtigen. Wie berichtet, will der Markt Murnau bis 2030 klimaneutral werden. Köglmayr schlug schließlich als Kompromiss vor, sich 2021 Gedanken zu machen, „wer es angehen könnte“ und sich „mit Anbietern und Firmen auseinanderzusetzen“.

Vorbereitungen beginnen 2021

Am Ende einigten sich die Volksvertreter auf folgendes Vorgehen: Der Markt Murnau wird für das Jahr 2022 ein Wirtschafts- und Ansiedelungskonzept erarbeiten und bereits 2021, unter Mitwirkung der Wirtschaftsförderung, mit den Vorbereitungen beginnen. „Das Jahr 2022 wurde so gewählt, damit die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie miteinbezogen werden können“, sagt Rathaussprecherin Annika Röttinger. Ein Konzept zur Wirtschaftsförderung hatte Bittlinger bereits 2016 erstellt. Dabei handelte es sich laut Jones allerdings um eines zur Ansiedlung der Kultur- und Kreativwirtschaft. Daraus entstand das Innovationsquartier.

Auch interessant: Seehauser Absage an Marvel Fusion

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare