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Abgetaucht: Bürgermeister Anton Kölbl im Sommer 2017 vor den abgesackten Fundamenten am geplanten Mast-Standort.

Auch der zweite Versuch ist schiefgegangen - heuer soll der dritte folgen

Mobilfunkmast im Moos: Pleiten, Pech und Pannen

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Die Anlage, die Teilen von Eschenlohe eine bessere Mobilfunkversorgung bescheren soll, steht immer noch nicht. Der Posse um abgesoffene Mastfundamente am Rand des Naturschutzgebiets Murnauer Moos folgte die nächste Panne: Ein riesiges Bohrgerät versackte. Eine Betonplatte soll der großen Maschine nun den Weg ebnen – im dritten Anlauf.

Eschenlohe  – Das Projekt steht für Pleiten, Pech und Pannen. „Man kann das so sagen“, stimmt Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) zu. Nach wie vor erreichen ihn Beschwerden vor allem aus den Gewerbegebieten über die teilweise schlechte Mobilfunkverbindung im Dorf. Doch Kölbl sind die Hände gebunden. „Die Leute rufen mich an und beklagen sich – aber die Gemeinde hat hier nichts in der Hand.“

Sage und schreibe rund vier Jahre zieht sich mittlerweile der bislang erfolglose Versuch hin, einen Mobilfunkmast am Rand des Naturschutzgebiets Murnauer Moos zu installieren – rund 200 Meter westlich der Autobahn auf Höhe des Seilbahnmuseums des ehemaligen Hartsteinwerks Werdenfels bei Eschenlohe. Ursprünglich hätte die Anlage vor dem G7-Gipfel 2015 in Elmau in Betrieb gehen sollen, sehr zur Freude vieler Eschenloher. Im Norden und im Westen des Dorfs haben sie mitunter einen schlechten Mobilfunkempfang, Unternehmer müssen zum Telefonieren teilweise vor die Tür gehen. Zwei Versuche, einen Handy-Mast aufzustellen, schlugen fehl.

Schon im ersten Anlauf war die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) – sie errichtet, betreibt und vermarktet Masten – klassisch baden gegangen. Fundamente für die Anlage waren im Moos abgesoffen (wir berichteten). Von der DFMG hatte es damals geheißen, diese seien wegen fehlerhafter Bodenproben falsch berechnet worden. Mit im Boot saß offenbar eine externe Firma; es kam zu Rechtsstreitigkeiten, zur Klärung der Schuldfrage.

2018 wollte man es besser machen – und erlebte den nächsten Schlag ins Wasser. Das alte, abgesackte Fundament war mittlerweile mit Spezialgerät entfernt, die Baugrube mit Kies verfüllt worden, um den Bereich „wieder befahrbar“ zu machen, wie Kölbl weiß. Ein Groß-Bohrgerät sollte ins Moos geschafft werden, um rund 20 Meter tief bis zu festem Untergrund vordringen zu können. Doch dazu kam es nicht, wie Kölbl bestätigt. Leider sei das mächtige Gerät nicht bis ist Baufeld gelangt, sondern ebenfalls versackt. Es musste „unverrichteter Dinge wieder abfahren“.

Nun folgt der nächste Anlauf: Bereits Ende 2018, so Kölbl, legte man eine „Betonplatte mit Aussparungen für die Fundamentsäulen“ vom Weg bis übers Baufeld an – als stabilen Spezialuntergrund auf Zeit für das Bohrgerät. Die Platte, so Kölbl, soll wieder abgebrochen werden, sobald sie nicht mehr gebraucht werde.

Tatsächlich unternimmt die DFMG einen dritten Anlauf. Das bestätigt Thomas Bauer, Informationsmanager Funk und Umwelt: „Wir wollen nach wie vor bauen und müssen jetzt die optimale Witterung abwarten.“ Die Arbeiten sollen „auf alle Fälle“ heuer laufen, und zwar „so bald wie möglich“, sagt Bauer. Die DFMG plant, dass die Technik an dem 36 Meter hohen Stahlrohrgittermast noch in diesem Jahr in Betrieb geht. Der Bau will gut geplant sein. Allein der Sondertransport fürs Gerät, sagt Bauer, stelle einen riesigen logistischen Aufwand dar. Und diesmal soll wirklich alles klappen.

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