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Was vom ersten Versuch übrig blieb: Bürgermeister Anton Kölbl im Sommer 2017 am Mast-Standort. Die Teile sind mittlerweile abgebrochen und entfernt.

Mobilfunkmast-Bau bei Eschenlohe 

Nach Moos-Posse: Zweiter Anlauf im Frühjahr

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In Teilen Eschenlohes herrscht miserabler Mobilfunkempfang. Das trifft Rat- und Feuerwehrgerätehaus ebenso wie Betriebe in den Gewerbegebieten. Besserung sollte 2015 eintreten – doch Fundamente für Mast und Technik einer neuen Antenne soffen possengleich im Moos ab. Im Frühjahr laufen erneut Bauarbeiten an.

Eschenlohe– Nein, wirklich glücklich ist Franz Steffl nicht mit dem Mobilfunkempfang im Eschenloher Norden und Westen – das Gebiet, in dem neben dem Feuerwehrgeräte- und dem Rathaus auch viele Betriebe sitzen. Wer am Handy telefonieren will, muss in der Regel vor die Tür, weil in Gebäuden keine Verbindung zustande kommt. Der Kalvarienberg schirmt den Bereich von der Mobilfunkanlage ab, die sich am Autobahnende zwischen Loisach und Bahnlinie befindet. Für Feuerwehr-Kommandant Steffl wird fehlender Empfang bisweilen zum Problem. Einmal versuchte die Integrierte Leitstelle, ihn per Handy zu erreichen – vergeblich: Steffl,der seinen Arbeitsplatz in der Gemeinde hat, befand sich im Gerätehaus. Seine Frau gab den Tipp, es übers Festnetz zu versuchen. „Aber dadurch vergeht eben Zeit“, sagt Steffl. Schwierig wird es auch bei Vermissten-Suchen, wenn das Gerätehaus als Stützpunkt beteiligter Organisationen dient. Und als nach einem Zugunfall im vergangenen Winter evakuierte Reisende bei der Wehr unterkamen, mussten auch diese vor die Tür, um Angehörige zu benachrichtigen.

Kurz: Steffl ist einfach nur froh, wenn sich die Situation bessert – und auch die Handyalarmierung zusätzlich zum Piepser im ganzen Ort zuverlässig funktioniert. Nicht anders dürfte es betroffenen Unternehmern gehen, die dann endlich in den eigenen Betrieben mobil erreichbar sind. Im Frühjahr sollen die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden: Die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) – sie errichtet, betreibt und vermarktet Masten – will, „sobald es die Witterung zulässt“, wie ein Vertreter erklärt, das Fundament für einen 36 Meter hohen Stahlrohrgittermasten mit Technikcontainer etwa 200 Meter westlich der Autobahn auf Höhe des Seilbahnmuseums des ehemaligen Hartsteinwerks Werdenfels bei Eschenlohe errichten.

Es handelt sich um den zweiten Versuch – der erste hatte sich im Vorfeld des G7-Gipfels 2015 als Schlag ins Wasser entpuppt. Fundamente für Mast und Technik der neuen Anlage, die vor dem Top-Politiker-Treffen in Elmau in Betrieb hätte gehen sollen, soffen am Rande des Naturschutzgebiets Murnauer Moos ab. Nur noch Metallteile ragten aus einem kleinen Tümpel in die Luft, zwei Beton-Fundamente lagen am Grund eines Mini-Weihers.

Die Konstruktion sei zunächst auf einem kleinen Hügel gestanden und habe rund einen Meter aus dem Boden geragt, hatte Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) im vergangenen Sommer erklärt. „Dann ist sie innerhalb von einer Woche versunken – man konnte richtig zuschauen.“ Von der DFMG hatte es damals geheißen, das Fundament des Antennenträgers sei wegen fehlerhafter Bodenproben falsch berechnet worden. Offenbar saß eine externe Firma mit im Boot, es kam zu Rechtsstreitigkeiten, um die Schuldfrage zu klären. Die Gemeinde harrte als außenstehende Partei der Dinge. Ihr kommt der Standort des geplanten Antennenträgers, der relativ weit weg von der nächsten Wohnbebauung steht und auf den andere Anbieter verwiesen werden können, gelegen; sie hatte die Stelle auf eigenem Grund sogar vorgeschlagen.

Die Reste des ersten Versuchs, so der DFMG-Verteter, seien mittlerweile entfernt. „Es geht jetzt alles seinen Weg“, sagt Bürgermeister Kölbl. Die Bau-Genehmigung liegt vor. Rund drei Jahre nach dem ersten Anlauf soll eine knapp 20 Meter tiefe Pfahlgründung betoniert werden, auf der das Fundament ruht. Auch Kölbl ist froh, wenn alles über die Bühne gegangen ist. Zum einen, weil dann die Mobilfunkversorgung keinen Grund zur Klage mehr bieten dürfte. Und zum anderen, weil damit ein Schreckgespenst vertrieben ist. Was hätte nicht alles passieren können, meint Kölbl: „Zum Schluss wäre (im Moos, Anm.d.Red.) eine Bauruine geblieben, während der nächste Anbieter kommt und einen Masten im Gemeindegebiet aufstellen will.“

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