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Farbenprächtige Arbeit: Münters „Abendlicher Staffelsee mit Kühen“ aus dem Jahr 1951.

Kunstauktionen stehen bevor

Münter-Bilder kommen unter den Hammer

Die vorweihnachtlichen Versteigerungen in den großen Auktionshäusern rücken näher. Im Angebot sind dabei auch wieder Werke der großen Expressionistin Gabriele Münter (1877 bis 1962), die viele Jahre in Murnau verbrachte.

Murnau – Gabriele Münter ist heuer ein großes Thema. Die Lenbachhaus in München würdigt die Expressionistin, die in diesem Jahr 140 Jahre alt geworden wäre, derzeit mit einer großen Präsentation. Zudem rückt man im Murnauer Schloßmuseum und im Oberammergau Museum im Rahmen einer Sonderausstellung „Gabriele Münter und die Volkskunst“ in den Fokus. Die Werke der Malerin (1877 bis 1962) sind aber auch auf dem Kunstmarkt nach wie vor begehrt. Zwei davon versteigert das Berliner Auktionshaus Grisebach am Donnerstag, 30. November.

Zum einen wird das Bild „Nordhang I“ (Öl auf Karton) angeboten. Es entstand 1932. „Eine gleich große Version von ,Nordhang I‘ , ,Nordhang II‘, hatte das Schloßmuseum in seiner Ausstellung ,Münter malt Murnau‘ 1996 gezeigt“, erklärt dessen Leiterin Dr. Sandra Uhrig. „Beide Bilder geben in leichten Abweichungen den Blick vonseiten der Ludwigshöhe in Richtung Westen auf den Staffelsee wieder.“ Die abgestuften Blau- und Grüntöne von See, Bergen, Bäumen und Wiese stehen aus Uhrigs Sicht in reizvollem Kontrast zu den schwarzen Umrisslinien und der dunklen Bewaldung, die dem Bild gleichzeitig seinen Kompositionsrhythmus gäben. Ihr Fazit: „Ein sehr ausdrucksstarkes Werk aus den 1930er Jahren.“ Grisebach setzt den Schätzpreis mit 150 000 bis 200 000 Euro an.

Das zweite Bild, das versteigert wird, trägt den Namen „Abendlicher Staffelsee mit Kühen“. Münter fertigte das Werk (Öl auf Karton) 1951 an. Es zähle „zu den Staffelseeansichten, die sie in den späten Jahren neben Blumenstillleben in zahlreichen Varianten darstellte, und die sie häufig auch auf Wunsch anfertigte“, weiß Uhrig.

Grisebach preist das Bild an: Es besteche „durch den austarierten Aufbau der Szenerie, die bei starker Präsenz und Lebendigkeit der leuchtenden Farben vor allem große Ruhe ausstrahlt“. Der Schätzwert: 200 000 bis 300 000 Euro.

Damit nicht genug: Auch das Auktionshaus Dorotheum hat derzeit ein Münter-Bild im Angebot. Es heißt „Blick aufs Gebirge“ (Öl auf Leinwand). Dorotheum will es am Dienstag, 21. November, in Wien versteigern (Schätzwert: 200 000 bis 250 000 Euro). Das Gemälde stammt aus einer deutschen Privatsammlung. Wie das Auktionshaus festhält, habe Münter in dem Werk „ihre vitale Malerei mit kräftiger Palette exemplarisch zum Ausdruck gebracht: Farbauftrag und Komposition sind gleichermaßen homogen wie kraftvoll, flüssige Konturen umschließen die leuchtende Farbfläche, strahlend behauptet das kleine Format seinen Platz im malerischen Werk der Künstlerin“. Uhrig findet das Landschaftsbild „ganz reizvoll, aber kompositorisch nicht ganz so interessant wie Nordhang I“.

Hinweis

Die Sonderausstellung „Gabriele Münter und die Volkskunst“ im Schloßmuseum Murnau und im Oberammergau Museum geht am Sonntag, 12. November, zu Ende. Am Samstag, 11. November, findet im Schloßmuseum um 15 Uhr die letzte offizielle Führung statt (ohne Voranmeldung).

Roland Lory

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