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Hat ihren ersten Regionalkrimi gschrieben: das Münchner Ex-Model Kate Delore. 

Ex-Model wird Schriftstellerin

Murnau als Krimi-Schauplatz

Der schmucke Markt Murnau bietet sich als Schauplatz für Romane geradezu an. Die Schriftstellerin Kate Delore, ein ehemaliges Fotomodel, lässt ihren ersten Regionalkrimi hier spielen. Der Titel: „Todesfall und Topfenstrudel“.

Murnau– Ein neuer Murnau-Krimi ist auf dem Markt: „Todesfall und Topfenstrudel“. Es ist zunächst einmal ein Buch für Menschen mit einem ganz besonderen Humor. Mia, Schuhboutiquen-Besitzerin in der Murnauer Fußgängerzone, wird vom Ableben ihres Verlobten ziemlich überrascht. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen, denkt sie sich in ihrem hübschen Köpfchen. Eine Mischung aus Indizien, Zufällen, Bauchgefühl und Träumen weist ihr den Weg zu Lösung einer seltsamen Selbstmord- und Mordwelle, die auf geheimnisvolle Weise mit dem Chatter „MajestätX“ zusammenhängt.

Die Autorin von „Todesfall und Topfenstrudl“ ist Kate Delore. Sie ist in der Nähe von München in ländlicher Umgebung aufgewachsen und hat mehrere Jahre als Fotomodel gearbeitet. „Beim Modeln muss man manchmal stundenlang warten“, erzählt sie. Da habe sie dann angefangen, sich Gedanken zu machen und diese in Notizbüchern festzuhalten. Und schließlich verfasste sie ein erstes Buch über ihr Leben als Model. Die Idee, einen Krimi zu schreiben, hatte sie bereits im Kopf, als eine Freundin ihr vor gut einem Jahr den Tipp gab, im Murnauer Moos wandern zu gehen. Und hier kam dann alles zusammen: „Murnau hat mich so fasziniert, dass sich daraus dann auch der Plot zu meinem Krimi entwickelt hat.“ Vom Münterhaus bis zum Seidlpark tauchen viele Originalschauplätze in ihrem Buch auf. Manches hat sie aber dazuerfunden oder umgedichtet.

Zugegeben, nicht immer wird in dem Krimi alles ganz schlüssig erklärt. Aber man kann der Geschichte, die seltsamerweise in Starnberg beginnt und zeitlich viel hin und her springt, gut folgen. Und es ist sogar ganz amüsant, wenn Mia so unbefangen plaudert oder der Polizeihauptkommissar sich über den Tod seiner Nichte mit ein paar Bier und einem Stelldichein mit seiner Freundin hinwegtröstet. Oder wenn die Lokaljournalistin sich mit Hochprozentigem über den Tag rettet und nebenbei das schwule Doppelleben eines geachteten Kinderarztes in Murnau auffliegen lässt. Das hat einen gewissen Charme, den man genießen kann, wenn man das alles nicht zu ernst nimmt oder einfach auf diese Art von Geplauder steht: „Sein Körper wirkte so prickelnd auf meine Sinne, dass ich auf der Stelle auf seiner gestählten Brust locker hätte knusprige Spiegeleier brutzeln können“, formuliert die von einer Gefühlslage in die andere getriebene Mia beim Anblick eins amerikanischen Praktikanten. Da muss man als Leser schon lächeln – wenn man es aushält.

Wer Spaß an Krimis hat, bei denen nicht alles so ganz ernst gemeint ist, und wer der Schuhboutiquen-Besitzerin auf ihrem Weg durch Murnau folgen will, dem ist dieses Buch durchaus zu empfehlen. Wer allerdings vorhat, es einem Deutschlehrer zu schenken, der sollte lieber ein paar Rotstifte dazulegen, denn am Lektorat hat der Verlag offensichtlich gespart. Anders sind die vielen sprachlichen Ungereimtheiten im Text gar nicht zu erklären.

Heribert Riesenhuber

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