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Ernste Gesichter: die Soldaten beim Appell im Kurpark. 

Appell der Bundeswehr im Murnauer Kurpark

Abschied im Fackelschein

117 Soldaten sind in Murnau verabschiedet worden. Auf sie wartet ein Einsatz in Afghanistan.

Murnau – Was sie in Afghanistan erwartet, wissen die wenigsten. Kaum einer von ihnen ist dort gewesen und hat das Leiden dort gesehen.

Schon der Abschied der 117 Soldaten aus Murnau war eine Herausforderung – wenn auch eine ganz andere. Als die Soldaten inmitten des Kurparks standen, Schulter an Schulter im Fackellicht, begann es so stark zu regnen, dass sich ihre Uniformen in wenigen Minuten zu kiloschweren Lasten verwandelten und der Landtagsabgeordnete Harald Kühn (CSU) zum Schirm griff, um seinen Parteifreund Alexander Dobrindt nicht im Regen stehen zu lassen. Doch die vier Frauen und 113 Männer harrten fast eine Stunde aus, bis sie Marc Richter – Oberstleutnant und Kommandeur in Murnau – offiziell verabschiedet hatte und sich die Prominenz ins Offiziers-Casino aufmachte. Zur Gulaschsuppe. 

Ans Mikrofon traten an diesem Abend drei höchst unterschiedliche Männer. Richter, der Afghanistan gesehen und die Ängste gespürt hat. Dobrindt, der für bestmögliche Ausrüstung und seine Errungenschaft (Soldaten dürfen künftig kostenlos Bahn fahren) warb. Rolf Beuting, der Bürgermeister (ÖDP/Bürgerforum), der die Bühne nutzte, um einen Wunsch loszuwerden. Ein gemeinsames Treffen, eine Diskussionsrunde mit Gemeinde, Bundeswehr und den Bürgern regte er an. Denn – und dieser Punkt einte die drei Redner: Das Ansehen der Soldaten gehört aufgewertet. „Wir wissen, wofür wir dienen. Denn wir sind die Murnauer“, betonte Richter. „Die Bundeswehr ist in der Mitte der Gesellschaft“, fügte CSU-Landesgruppenchef Dobrindt an. Und Beuting wies darauf hin, dass sich die Murnauer Soldaten „seit längerer Zeit wieder in der Öffentlichkeit“ zeigen – auch wenn der Anlass ein ernster sei.

Bereits an diesem Wochenende fliegen die ersten Soldaten aus dem Bataillon 293 nach Afghanistan, der Rest folgt in den nächsten Wochen. Die Murnauer Einheiten übernehmen den Bereich Informationstechnik (IT), auf den sie spezialisiert sind, und unterstützen die Führungskräfte. Vor Ort kümmern sie sich um die Technik, schauen, dass die Kommunikation nach Hause sowie in Afghanistan funktioniert, warten, betreiben und überwachen Systeme wie Netze. Die Kollegen nennen sie gerne auch die „Telekom der Bundeswehr“. Im Schnitt verbringen die IT-Profis, von denen einige auch aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen stammen, vier Monate im Einsatzgebiet. Eine Bitte richteten alle Gäste an die Soldaten, der Bundestagsabgeordnete Dobrindt drückte sie am schönsten aus: „Bitte kommen sie wieder gesund zurück.“

Andreas Mayr

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