Ab September kein Kita-Verbot mehr für Kinder mit Schnupfen
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Spielzeug liegt in einer Kindertagesstätte auf dem Boden (Symbolbild)

Wortgefecht im Marktgemeinderat

Beuting weist Jones zurecht - Rathauschef fühlt sich beim Thema Kita nicht genug eingebunden

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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24 Punkte hatte der Murnauer Marktgemeinderat jetzt abzuarbeiten. Doch es ging erstaunlich schnell. Nach anderthalb Stunden war die Sitzung vorbei. Ohne Konflikte ging sie nicht vonstatten. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) wies Veronika Jones (Grüne) zurecht. Diese wehrte sich.

Murnau – Es ist eine Geschichte, die im Mai begann. Auch damals gab es schon hitzige Wortgefechte im Murnauer Marktgemeinderat. Anlass war der Mangel an Betreuungsplätzen für Mädchen und Buben. Nach längerem Hin und Her sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, eine zusätzliche Kindergartengruppe in den ehemaligen, rund 150 Quadratmeter großen Räumen des Rehasport-Anbieters „Bewegungsgarten“ einzurichten. Dieser musste im Zuge der Corona-Krise aufgeben und kündigte den Mietvertrag. Der Standort befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes 120 C im Kemmelpark. Träger wird die Evangelische Kirche, deren Kindertagesstätte „Bienenhaus“ ganz in der Nähe liegt.

Evangelische Kirche will Dauerlösung

Im Beschluss war im Mai von einer „Übergangslösung“ die Rede. Das behagte der Evangelischen Kirchengemeinde nicht. Sie wies darauf hin, dass sie nur bei einer längerfristigen Lösung die Trägerschaft übernehmen würde. Da der Beschluss abgeändert werden sollte, kam das Thema in der jüngsten Ratssitzung nochmals auf den Tisch.

Rathauschef ist ungehalten

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) maßregelte dabei Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen), Referentin für Kinderbetreuung. Tenor: Sie habe ihre Kompetenzen überschritten. „Sie als Referentin können keine Verhandlungen mit Trägern führen“, schimpfte der Rathauschef. Jones konnte die Kritik überhaupt nicht nachvollziehen. „Als Referentin sehe ich es als meine Aufgabe an, mit Trägern und Einrichtungen zu sprechen.“ Ansonsten brauche sie das Referat nicht zu übernehmen. Der Träger selbst habe sie in der Sache kontaktiert. „Ich habe einfach meine Arbeit gemacht.“ Daraufhin warf ihr Beuting vor, „im Mai den Wurm reingebracht zu haben“. Im Tagblatt-Gespräch wies dies Jones zurück. „Mit dem Beschlussvorschlag im Mai waren alle Gemeinderäte einverstanden. Die Eltern fanden es auch gut.“ Es sei auch überhaupt kein Wurm drin. „Die Trägervereinbarung wurde geschlossen.“ Die Neufassung habe zu keiner Zeitverzögerung geführt. Jones fragt sich: „Wie soll man seine Aufgabe als Referentin wahrnehmen, wenn man nicht mit den Kontaktpersonen der Einrichtungen spricht?“

Jones weist Kritik zurück

Beuting legte Jones jedenfalls nahe, einem Träger, der an sie herantritt, zu sagen, „dass er sich an die zuständigen Stellen der Verwaltung wenden soll. Wenn es um wesentliche Dinge geht, ist der Bürgermeister zu beteiligen. Ich fühle mich nicht ausreichend und transparent beteiligt“, betonte der Rathauschef. Was Beuting auch nervte: Jones schickte einen Tag vor der Sitzung einen neuen Beschlussvorschlag. Der Grünen-Rätin ist jedoch nicht verständlich, was es daran zu kritisieren gibt.

Übergangslösung vom Tisch

Sie hat jetzt nochmals das Rathaus kontaktiert. Die Kommunalpolitikerin will Aufklärung darüber, „was ich außerhalb meiner Kompetenzen gemacht haben soll“. Das Ende vom Lied: Die Kindergartengruppe im Kemmelpark wird dauerhaft eingerichtet, die Übergangslösung ist vom Tisch. Jones’ alternativer Beschlussvorschlag fand keine Zustimmung im Gremium.

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