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Zuversichtlich: (v.l.) Der SPD-Ortsvorsitzende Richard Mohr, Spitzenkandidat Felix Burger, die stellvertretende Ortsvorsitzende Diana Kaiser und Gast Jost Schlegtendal hoffen auf ein gutes Ergebnis bei den Kommunalwahlen am 15. März.

Kommunalwahlen 2020 in Murnau

SPD-Parteibuch zurückgegeben: Trotzdem will Felix Burger bei Genossen als Spitzenkandidat antreten

Es war ein Paukenschlag, als der Murnauer Gemeinderat Felix Burger im Frühjahr 2018 das SPD-Parteibuch zurückgab. Der Fraktion blieb er allerdings erhalten. Kurios: Bei den Kommunalwahlen will er 2020 als Spitzenkandidat der Murnauer Genossen antreten.

Murnau – Der SPD-Ortsverein Murnau steht in den Startlöchern: Mit der Mitgliederversammlung im Angerbräu hat sein Wahlkampf für die Kommunalwahl am 15. März kommenden Jahres Fahrt aufgenommen, bei der die Partei wieder mit einer eigenen Liste antreten will. Zwar werden die Listenkandidaten erst bei einer Aufstellungsversammlung am 21. Januar gewählt. Gleichwohl steht Felix Burger als Spitzenkandidat für den Gemeinderat bereits fest, dessen Kandidatur jedoch noch von der Aufstellungskonferenz bestätigt werden muss.

In der Tatsache, dass er im Frühjahr vergangenen Jahres der Mutterpartei den Rücken gekehrt hat, sieht er indessen kein Problem: „Mit den Werten der SPD bin ich ja nach wie vor konform, ich bin ja aus bundespolitischen Gründen ausgetreten, weil ich mit der erneuten Bildung einer Großen Koalition nicht einverstanden war. Mit der Kommune und dem Kreis hat das gar nichts zu tun“, sagte er gegenüber dem Tagblatt.

Bis Weihnachten sind drei Workshops geplant

Die Murnauer Sozialdemokraten planen unter anderem, bis Weihnachten im Rahmen von drei Workshops gemeinsam Ziele und Ideen zu erarbeiten. Als Themen für die Workshops nannte der Ortsvorsitzende Richard Mohr Soziales, Kultur, Wohnen sowie Umwelt und Infrastruktur. Für den SPD-Wahlkampf ist laut Burger das Schlagwort „Lebens- und liebenswertes Murnau“ nach wie vor aktuell: „Das passt immer, das ist ein guter und wichtiger Slogan“.

Ausführlich erläuterte er vor knapp einem Dutzend Mitgliedern seine Vorstellung eines Bürgerhauses oder Gemeindezentrums, das beispielsweise auf gemeindeeigenen Grund am Rande des Volksfestplatzes entstehen könnte. „Viele Sozialvereine in Murnau suchen händeringend Platz, einige haben das Problem, das sie über mehrere Örtlichkeiten verteilt sind“, sagte Burger. „Ich fände es toll, wenn wir diese Kräfte in einem solchen Haus bündeln und ein soziales Zentrum schaffen, wo wir alle Synergien zusammenführen“, unterstrich der Kommunalpolitiker. So könnten dort beispielsweise Räume für die Volkshochschule, den SkF, die Ökumenische Sozialstation, die Tafel, die Kleiderzentrale und den Familienverband entstehen sowie eine Caféteria.

Erhöhung der Zweitwohnungssteuer durchgesetzt

Zur Finanzierung des Vorhabens sagte Burger, das die Fläche ohnehin Gemeindeeigentum sei, und der Rest über Fördergelder von Kommune, Land und Bund und auch von privaten Spenden aufgebracht werden könne. Des Weiteren stellte er die seiner Meinung nach erfolgreichen Aktivitäten seiner Fraktion im Gemeinderat heraus. „Wir haben mit einem Antrag die Erhöhung der Zweitwohnungssteuer von 12 auf 15 Prozent durchgesetzt und die Einführung einer Zweckentfremdungssatzung“, sagte das Gremiumsmitglied. Unterstützt habe die SPD auch den kommunalen Wohnungsbau am Längenfeldweg und den geplanten genossenschaftlichen Wohnungsbau auf dem James-Loeb-Gelände am Innovationszentrum. Als Themen seiner Partei für die Zukunft nannte er unter anderem den Ausbau des Radwegenetzes, Tempo 30 auf allen Nebenstraßen, einen barrierefreien, seniorengerechten Ort, einen Ortsbus und die Unterstützung des Einzelhandels: „Ich freue mich auf den Austausch mit euch.“ Jeder Bürger, der Interesse hat, mitzumachen, kann sich bei Burger unter burger.felix@gmx.de melden.

Drei, vielleicht sogar vier Kandidaten sollen einziehen

Auf der Internet-Seite des Murnauer Ortsvereins sollen ab Januar im wöchentlichen Wechsel diverse Themen präsentiert werden. Burger erhofft sich, dass mindestens drei, vielleicht sogar vier Kandidaten in den neuen Gemeinderat einziehen werden. „Wir müssen unsere Ortspolitik relativ losgelöst von der Bundes- und Landespolitik der SPD sehen, denn wir haben in den vergangenen Jahren gerade im sozialen Bereich viel bewegt, da ist viel Gutes passiert. Und wir werden dort anknüpfen und uns weiter für Murnau engagieren.“

Auf ein aus ihrer Sicht dringendes Problem verwies die ehemalige Gemeinderätin Elisabeth Maise-Ball: Dem Ortsverein ist sein Lagerraum im Kemmelpark wegen Sanierungsarbeiten kurzfristig gekündigt worden. „Wir brauchen schnellstens einen neuen. Es genügen uns sieben, acht Quadratmeter“, erklärte die Sozialdemokratin. „Wir müssen bis zum 31. Oktober mit unseren Sachen draußen sein.“

Heino Herpen

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