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Zeigen sich optimistisch: Rudolf Utzschneider (l.) und der CSU-Ortsvorsitzende Dr. Michael Rapp. 

Kommunalwahlen 2020

CSU Murnau: Parteiloser Rudolf Utzschneider will Bürgermeister werden

Es war das bestgehütete Geheimnis der Murnauer Ortspolitik: Wen bietet die CSU als Bürgermeisterkandidaten auf? Am Freitagnachmittag wurde das Geheimnis gelüftet. Die Christsozialen wollen den parteilosen IT-Berater Rudolf Utzschneider unterstützen und ins Rennen schicken.

Murnau – Vor hundert Jahren war Sebastian Utzschneider eine Zeit lang Bürgermeister von Murnau. Er ist auch Ehrenbürger der Marktgemeinde. Nun will der Ur-Ur-Enkel in seine Fußstapfen treten. Rudolf Utzschneider (52) möchte in Murnau Rathauschef werden. Dies verkündeten der selbstständige IT-Berater und der CSU-Ortsvorsitzende Dr. Michael Rapp am Freitagnachmittag im Rahmen eines Redaktionsbesuchs. 

Am Donnerstagabend war der Ortsvorstand der Christsozialen im Angerbräu zusammenkommen. Bei dem Treffen wurde laut Rapp einstimmig beschlossen, den parteilosen Utzschneider zum Kandidaten zu küren. Entschieden ist damit aber noch nichts. „Das obliegt der Mitgliederversammlung“, betonte Rapp. Diese soll im November stattfinden. „Wir unterstützen einen Parteilosen, aber niemanden, der uns fern ist.“ Im Vorfeld waren viele Gespräche geführt worden.

Der CSU fühlt sich Utzschneider „inhaltlich am Nächsten“. Über kommunalpolitische Erfahrung verfügt der verheiratete Familienvater (zwei Kinder, 12 und 15 Jahre) nicht. Doch aus seiner Sicht ist das kein Nachteil. Er bringe eine andere Sichtweise mit. Utzschneider hat als Manager mehr als 15 Jahren Erfahrung in Führungspositionen in der IT-Branche.

Zur Welt kam er in Murnau, wo er auch 1987 sein Abitur machte. Danach war er bei der Bundeswehr in Garmisch-Partenkirchen. An der Universität Hohenheim hat Utzschneider dann Agrarbiologie studiert, auch im Ausland war er an der Uni (Oregon State University). Seinen Master of Business Administration (MBA) machte er in Großbritannien.

Eine Themensammlung kann der 52-Jährige noch nicht präsentieren. „Wir werden intensiv mit den Bürgern reden“, um zu klären, „was sie umtreibt. Das ist das Wichtigste“. Dass das Thema Wohnungsbau in Murnau ganz oben auf der Agenda steht, ist ihm nicht entgangen. Wie der Punkt angegangen wird, behagt ihm jedoch nicht. „Das fehlt mir völlig die Transparenz. Was will man für wen machen und was sind die Kriterien? Wie viele Einwohner sollen es sein in zehn Jahren? Wollen wir alle Wiesen zubauen?“ Nach Utzschneiders Meinung wäre erst einmal eine Bestandserhebung nötig. „Man sollte erst schauen, was braucht man, und dann handeln.“ Es gelte, ein Ziel zu erarbeiten. Auch mit den Nachbargemeinden sollte der Markt Murnau aus seiner Sicht in Sachen Wohnungsbau in Kontakt treten.

Die Frage, was der amtierende Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) falsch gemacht habe, wollte der IT-Berater nicht beantworten. „Das ist mir zu früh.“ Allerdings findet Utzschneider, dass das Thema Wirtschaft in Murnau „brutal fokussiert auf den Handel“ ist. Das Handwerk, die Gastronomie, der Tourismus, die Unfallklinik sowie die Landwirtschaft kämen zu kurz. Letztere sei „für die Ortsentwicklung die Schlüsselbranche. Denn die Landwirte haben die Flächen“. Darüber hinaus vertritt Utzschneider die Auffassung, dass die Verwaltung und auch die Gemeindewerke mehr Wertschätzung verdienen würden. Deren Arbeit sei „super. Das darf man öftters mal sagen“.

Neben seiner Tätigkeit als IT-Berater verbringt der Waldbesitzer viel Zeit im Holz. Zudem geht er auf die Jagd. Ehrenämter hat er auch: Er steht an der Spitze des Vereins Wald, Wild, Jagd. Zudem ist er aktives Mitglied der Bergwacht-Bereitschaft Murnau. Früher war er für ein paar Jahre Zweiter Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach.

Wenn es die Zeit erlaubt, geht Utzschneider in die Berge und zum Skifahren. Ferner spielt er Tenorhorn bei der Blaskapelle Oberau.

Roland Lory

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