Anstrengender Job: Wasserstrahler Ronni Seibold löst mittels einer Sprühlanze bei 2700 bar Wasserdruck den vom Salz angegriffenen Beton von den Wänden.
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Anstrengender Job: Wasserstrahler Ronni Seibold löst mittels einer Sprühlanze bei 2700 bar Wasserdruck den vom Salz angegriffenen Beton von den Wänden.

Am Murnauer Kultur- und Tagungszentrum

Mit Hochdruck bei der Arbeit: Eine Tiefgarage wird saniert

Hart wird derzeit im Kultur- und Tagungszentrum in Murnau gearbeitet. Beziehungsweise unter dem KTM. Die Tiefgarage wird für eine knappe Million Euro saniert. Streusalz macht dies nötig.

Murnau – Ein ohrenbetäubendes Zischen dringt durch die Tiefgarage am Murnauer Kultur- und Tagungszentrum. Gischtwolken steigen auf, und kleine Betonteilchen wirbeln durch die Luft. Die Sanierung der von den Murnauer Gemeindewerken betriebenen Einrichtung läuft auf Hochtouren und liegt voll im Zeitplan.

Rathauschef informiert sich

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hat jetzt die Baustelle auf der Ostseite der Garage besucht, die seit Anfang Mai bis September für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Dann kommt die Westseite an die Reihe. Die Vertreter der Gemeindewerke hoffen, bis Ende Januar endgültig mit den Arbeiten fertig zu sein und die gesamte Garage wieder für den Verkehr freigeben zu können.

Beton kommt weg

Vor allem das von den Fahrzeugen in die Garage gebrachte Streusalz hat den Betonfundamenten und den Stützen arg zugesetzt. Nun wird das poröse Material durch ein Spezialverfahren entfernt. In eigens hierfür errichtete Schalungen wird anschließend mittels einer neuen Technik frischer Beton eingegossen. Künftig wird ein Spezialanstrich die Wände vor Streusalz schützen. Doch zunächst muss das schadhafte Material abgetragen werden. Eine Hochdruckpumpe speist die Sprühlanze, mit der Wasserstrahler Ronni Seibold den mit Salz durchsetzten Beton wegspritzt. 

Gefährlicher Job

Doch was so einfach klingt, ist nicht ungefährlich und eine überaus verantwortungsvolle Tätigkeit: „Der Strahl aus der Lanze trifft mit 2700 bar auf die Betonoberfläche“, erklärt dazu Polier Sascha Hänle von der beauftragten Firma „Hydro Tech“ aus Bobingen. Zum Vergleich: Ein Autoreifen ist in der Regel mit rund zwei bar Druck gefüllt. 21 Liter Wasser fließen in der Minute durch die Sprühlanze, die mit einer anderen Düse bestückt wegen des extrem hohen Drucks sogar Stahl schneiden könnte. Gegen einen Menschen gerichtet, könnte der Sprühstrahl sogar tödlich wirken, sagt der Polier. Deshalb mussten Beuting, dessen Begleiter Rupert Wagner als Sachgebietsleiter der Gemeindewerke für Tiefgaragen sowie Statiker Michael Wiesener mindestens zehn Meter Abstand von Seibold bei seiner Arbeit halten – nebst Gehör- und Augenschutz, versteht sich. Etwa sechs Zentimeter tief wird dabei die graue Masse abgetragen und die darunter liegende Stahlbewehrung freigelegt. „Das Streusalz hat den Stahl zum Glück noch nicht angegriffen, die Sanierung war höchste Eisenbahn“, stellt Hänle fest.

Knappe Million Euro an Kosten

Beuting staunt über das moderne Verfahren, mit dem Seibold zu Werke geht. „Das ist sehr eindrucksvoll. Ich möchte nicht an ihrer Stelle stehen“, wendete er sich an den mit Schutzanzug und Visier ausgestatteten Akteur. „Jede Stunde müssen wir den Wasserstrahler auswechseln, denn die Arbeit ist sehr hart und anstrengend“, verrät der Polier. Die Brutto-Gesamtkosten sind mit einer knappen Million Euro veranschlagt. Staatliche Zuschüsse gibt es nicht. „Tiefgaragen-Sanierungen sind sehr teuer, und man kommt fast zu dem Ergebnis, dass man mit der Summe auch neu bauen könnte“, sagt Beuting. Letztlich komme die Sanierung jedoch wesentlich günstiger als ein komplett neu errichtetes Bauwerk.

Heino Herpen

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