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Winterdienst
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Ein Räumfahrzeug befreit eine Straße vom Schnee (Symboldbild).

Debatte im Hauptausschuss

Winterdienst ist Thema im Hochsommer  -Murnau will weg vom Streusalz

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Streusalz gilt als aggressiv. Viele Gemeinden haben bereits einen umweltfreundlicheren Winterdienst. Auch in Murnau bewegt sich jetzt etwas in dieser Angelegenheit. Der Vorstoß kam von den Freien Wählern.

Murnau– Im Winter 2018/2019 waren es 500 Tonnen Auftausalz, die die Räumfahrzeuge in Murnau auf die Straße brachten. In normalen Jahren sind es immerhin durchschnittlich 250 bis 300 Tonnen. Den Freien Wählern ist das schon länger ein Dorn im Auge (wir berichteten). Ihren „Antrag zu ökologischen Optimierung eines nachhaltigen Winterdienstes“ haben die Mitglieder des Hauptausschusses jetzt behandelt.

Splitt oder Sole

Freien-Gemeinderat Welf Probst führt in dem Schreiben „diverse Studien“ an, vor allem, was den Einsatz von Streusalz betrifft. „Wir sind der Meinung, dass die Straßen in Murnau eventuell in Kategorien einzuteilen sind, an Gefahrenstellen den Einsatz von Splitt oder Sole vorzusehen, an weniger befahrenen Straßen den so genannten weißen Winterdienst zu verfolgen.“ Das heißt: „Hier wird nur geräumt und am besten eine weiße Fahrbahn geschaffen.“ 

In Nebenstraßen auf Salz verzichten

Darüber hinaus ist es aus Probsts Sicht nicht erforderlich, jeden Tag zu splitten. „Denn das führt dazu, dass wir nach einem Winter Unmengen an Streusplitt zu entsorgen haben, was wiederum sehr teuer ist.“ Ginge es nach den Freien Wählern, sollte in Nebenstraßen auf Streusalz komplett verzichtet werden. Denn es sei – auch wenn es in der Ökobilanz günstiger ausfalle als Splitt – „für Bäume und Tiere äußerst schädlich“ und habe auch für den Straßenbelag negative Folgen. Kurzum: Die Freien sind der Meinung, dass ein weitestgehender Verzicht auf Streusalz „aufgrund des gestiegenen Umweltbewusstseins unserer Gemeinde unerlässlich“ sei. Im Hauptverwaltungsausschuss betonte Probst: „So wie wir es machen, macht es im Landkreis keine Gemeinde.“

Aggressives Material

Bei den Gemeinderatskollegen fiel der Vorschlag auf fruchtbaren Boden. „Wir wollen weg von der bisherigen Praxis“, erklärte CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider. „Es funktioniert in vielen anderen Gemeinden. Es gibt ganze Gebiete, die haben schon länger aufgehört mit Salz.“ Sein Fraktionskollege Franz Neuner verwies auf die Schäden in der Tiefgarage am Kultur- und Tagungszentrum, deren Ursache Salz ist. „Salz macht viel kaputt, ist generell ein aggressives Material.“ Neuner empfahl, in einen Prozess einzusteigen. Grünen-Fraktionssprecherin Veronika Jones fand den Freien-Antrag „unterstützenswert“, konnte sich aber eine spitze Bemerkung nicht verkneifen („Herr Probst hat heute zwei mal ökologisch gesagt“). Ihr Fraktionskollege Hans Kohl bekräftigte, dass er einen Vorschlag erwarte, „was man entscheidend verbessern kann“.

Nur Beuting ist dagegen

Am Ende stimmten fast alle Volksvertreter für den Antrag, nur Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) nicht. Die Verwaltung hatte im Vorfeld empfohlen, den Winterdienst wie bisher weiterzuführen. Das letzte Wort hat am Donnerstagabend der Marktgemeinderat.

Lesen Sie auch: Grünen-Antrag löst „Schnappatmung“ aus

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