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Moderne Formen prägen die Gebäude, die in der Lindenthalstraße entstehen sollen.

Boardinghaus und Wohnanlage geplant

Murnauer Norden: Innovative Ideen fürs Tengelmann-Areal

Es ist ein Projekt, das dem Areal an der Murnauer Lindenthalstraße seinen Stempel aufdrücken wird. Am früheren Standort einer Tengelmann-Filiale werden in nächster Zeit ein Boardinghaus sowie eine größere Wohnanlage entstehen. 

Murnau – Das Vorhaben hat sich ein bisschen verzögert. „Es musste erst das Rechtliche abgeklärt werden“, sagt Florian Schönberger, Geschäftsführer der Münchner Firma Vispiron EPC und der VIS Murnau GmbH. Außerdem gab es noch Diskussionen in puncto Emissionsschutz. Doch nun geht etwas voran. Schönberger hat die Tektur-Genehmigung in der Tasche. Er will demnächst in die Vermarktung gehen. Im Angebot hat er ein Boardinghaus mit elf Einheiten. Es soll ebenso verkauft werden wie die 21 Wohnungen, die im so genannten Gebäude 3 entstehen. Dazu kommen ein Zwischentrakt und eine Tiefgarage. Das Areal, das bebaut werden soll, befindet sich an der Lindenthalstraße in Murnau. Dort, wo früher die Tengelmann-Filiale betrieben wurde. Das alte Gebäude wird abgerissen, die neuen Objekte werden in Holz-Beton-Verbundtechnik errichtet.

Das Projekt nennt sich „Murnau Living“, man wirbt mit einem ganzheitlichen Wohnkonzept mit den Schwerpunkten Ökologie, Energie und Mobilität. „Unsere Gebäude produzieren soviel Energie wie die Bewohner für Heizen, Strom und Mobilität benötigen“, heißt es. Das Energiekonzept besteht aus PV-Anlage, Batteriespeicher, Ladesäulen und einer Wärmepumpe zum Heizen und Kühlen. Durch Vernetzung der Systeme muss nur noch ein kleiner Teil der Energie extern bezogen werden.

Allen Bewohnern der Immobilie steht ein umfangreiches Mobilitätsangebot zur Verfügung. Sie können diverse Fahrzeuge von PKW über E-Roller und E-Bikes gemeinsam nutzen. Die PKW-Flotte passt sich je nach Jahreszeit an, Cabrios im Sommer und vermehrt Fahrzeuge mit Allrad im Winter. Um Versicherungen, Instandsetzung und die Verwaltung müssen sich die Bewohner nicht kümmern. Auf dem Grundstück werden 51 Stellplätze errichte, davon 26 in der Tiefgarage.

Die Firma Vispiron ist für das Energie- und Mobilitätskonzept verantwortlich. Mit beteiligt ist zudem das Unternehmen Sekant, das sich als Generalübernehmer mit den architektonischen Fragen und der Umsetzung des Projekts befasst. Als Bauträger fungiert die VIS Murnau GmbH.

Neben dem Energie- und dem Mobilitätskonzept nennt Geschäftsführer Schönberger noch eine dritte Besonderheit. „Es gibt die Möglichkeit, eine Wohnung möbliert zu kaufen.“ Darüber hinaus könne man die Einheit „auch von uns betreiben lassen“. Wer sich für eine der Wohnungen interessiert, muss kräftig in die Tasche greifen. Für ein teil-möbliertes Garten-Appartement mit Süd-Ausrichtung und rund 70 Quadratmeter Wohnfläche sind zwischen 623 000 und 632 000 Euro fällig. Eines der Penthouse-Appartements mit etwa 106 Quadratmeter Wohnfläche kostet ungefähr 950 000 Euro. Dies geht aus einer Preisliste hervor, die dem Tagblatt vorliegt.

Das Boardinghaus soll als Ganzes verkauft werden. „Es wurden bereits lose Gespräche geführt“, sagt Schönberger dazu. Zur Gesamthöhe der Investitionen bei „Murnau living“ sagt der Geschäftsführer nichts. Das sei intern. Doch es liegt auf der Hand, dass es um einen Millionenbetrag geht.

Vispiron ist in der Murnauer Region kein unbekannter Akteur. An der Autobahnausfahrt bei Eschenlohe baute das Unternehmen eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage. Bei Schöffau will das Unternehmen ebenfalls tätig werden.

Roland Lory

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Kommentare

Alex Lovin
(0)(0)

Läuft bei uns mit dem bezahlbaren Wohnraum.....