Geht auf die Straße: Anwohnerin Ursula Eisenschink möchte, dass die Einbahnregelung bleibt. 
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Geht auf die Straße: Anwohnerin Ursula Eisenschink möchte, dass die Einbahnregelung bleibt. 

Verkehr im Murnauer Zentrum

Pfarrstraße: Initiative kämpft für Erhalt der Einbahnregelung

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Das Thema Pfarrstraße bewegt weiterhin die Gemüter. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Sie kämpft für den Erhalt der Einbahnregelung. Seit es sie gibt, sei die Verkehrssicherheit spürbar gestiegen, lautet ein Argument.

Murnau – Ursula Eisenschink macht kein Hehl daraus, dass sie eine beidseitige Öffnung der Murnauer Pfarrstraße – wie die CSU sie fordert – ablehnt. „Das wäre ein Rückschritt in die Vergangenheit.“ Eisenschink wohnt an der engsten Stelle, vermietet in ihrem Haus Ferienzimmer. Aus ihrer Sicht hat es sich bewährt, dass Autos die Pfarrstraße nur mehr von Norden nach Süden befahren können. Damit sei ein sicherer Schulweg gewährleistet. Die CSU führte unter anderem an, dass „große Umwege“ nötig seien. „Das nehmen wir in Kauf“, sagt Eisenschink dazu. Sie glaubt auch nicht, dass Gewerbetreibende in der Mehrzahl Einbußen verzeichnen.

Neue Initiative

Eisenschink hat die „Initiative Sichere Pfarrstraße“ gegründet. Ihr Credo: „Wehret den Anfängen“. Die Anwohnerin reichte bei der Marktgemeinde einen Antrag ein. Das Ziel: die Einbahnregelung soll beibehalten werden. Unterschriften sind dafür auch schon gesammelt worden – bisher rund 40 Stück. Der Antrag erinnert an die Situation vor 2015. „Vor Einführung der Einbahnstraße war die Benutzung und Begehung der Pfarrstraße für alle Verkehrsteilnehmenden gefährlich.“ Nicht nur Schulkinder, Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer, sondern alle Menschen egal welchen Alters seien an der Engstelle durch die unmittelbare Nähe zu den vorbeifahrenden Fahrzeugen stark gefährdet gewesen. Die verengte Fahrbahn, die Tendenz immer größer werdender Kraftfahrzeuge sowie die teils rücksichtslose Fahrweise einiger Verkehrsteilnehmer hätten dazu geführt, „dass die Pfarrstraße zu einem Schandfleck Murnauer Verkehrsführung verkam und zugleich zu dem Hochrisikoort im Stadtkern des Marktes wurde“. Laut dem Antrag wurden wiederholt Menschen, die auf dem westlichen Gehweg gingen, angefahren. „Dass an diesem Verkehrspunkt vor dem Jahr 2015 niemandem etwas passiert ist, sollte der Gemeinde als Warnung genug sein.“ Eisenschink ist der Überzeugung: „Es wäre sehr schnell viel kaputt, wenn man diese Regelung ändert, mehr als man vielleicht wahrhaben will.“

„Verkehr hat sich beruhigt“

In dem Antrag nennt die „Initiative Sichere Pfarrstraße“ darüber hinaus die Vorteile, die die Einbahnregelung aus ihrer Sicht bringt. „Der Verkehr hat sich wesentlich beruhigt. Seither gab es beispielsweise keinen Unfall mehr.“ Die Verkehrssicherheit sei spürbar gestiegen. „Eltern, die ihre Kinder krampfhaft an der Hand und fern von der Straße halten, sucht man vergeblich.“ Zudem habe sich der Lärmpegel vermindert, heißt es.

CSU hatte Debatte neu entfacht

Die Initiative reagiert mit ihrem Antrag auf einen Vorstoß der Murnauer CSU-Fraktion. In der Einbahnregelung sehen die Christsozialen unterm Strich „nur Nachteile“. Sie habe bis heute lediglich die Erkenntnis gebracht, dass sich „der Verkehr im Ortszentrum neue Wege gesucht“ habe und die durch den innerörtlichen Verkehr sowieso starkfrequentierten Straßen nochmehr belaste.

Rathauschef und Verkehrsreferent für Erhalt des Status Quo

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) ist hingegen für die Beibehaltung des Status Quo. Verkehrsreferent Welf Probst (Freie Wähler) gibt ihm in der Sache Recht (wir berichteten).

Hinweis

Unterschriftenlisten liegen bei Antiquitäten Lenz im Murnauer Obermarkt aus.

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