Beben im britischen Königshaus: Nach Missbrauchsvorwürfen - Prinz Andrew legt öffentliche Ämter nieder

Beben im britischen Königshaus: Nach Missbrauchsvorwürfen - Prinz Andrew legt öffentliche Ämter nieder
+
Im Untermarkt unterwegs: Sepp Gramer 2014 mit Pferdekutsche.

Murnauer Original in der Kritik

Angeblicher Vorfall mit Pferden: Sepp Gramer wehrt sich gegen Vorwürfe

Sepp Gramer und seine Pferdekutsche gehören zu Murnau wie das Münterhaus und das Schloßmuseum. Doch jetzt sieht er sich Vorwürfen ausgesetzt, er würde seine Tiere nicht ordentlich behandeln. Gramer verwahrt sich gegen die Anschuldigungen.

Murnau– Er ist ein Murnauer Original und bekannt wie ein bunter Hund: Sepp Gramer. Seit 30 Jahren hat der 69-Jährige Rösser. In puncto Tierschutz hatte er nach eigener Aussage noch nie ein Problem. Doch jetzt werden schwere Vorwürfe laut.

Zum Hintergrund: Gramer war Anfang Juni mit seiner Pferdekutsche unterwegs und fuhr sechs Touristen durch den Markt. Eingespannt waren der Wallach Bobby (8) und die Stute Fanny (5). Am Karg Bräustüberl machte Gramer, der auch als Fraktionsloser im Gemeinderat sitzt und Tourismusreferent ist, abends Halt. Ein gutes Stück weiter oben, beim Restaurant Da noi, saß zu dieser Zeit, es war 19.40 Uhr, als Gast Jürgen Kanzler mit seiner Frau.

Der Touristikunternehmer behauptet, dass eines der Pferde vor der Kutsche zusammengebrochen und minutenlang liegen geblieben sei. Der Eglfinger fragt sich: „Warum fällt ein Pferd einfach nur um? Fällt auf die Seite und bewegt sich nicht mehr?“ Er fragt sich, ob das Pferd dehydriert oder erschöpft war beziehungsweise ausrutschte. Zudem will Kanzler gesehen haben, wie Gramer dem in Fahrtrichtung linken Pferd „mit voller Wucht eine heftige Watschn“ gab. So schrieb es Kanzler in einem Facebook-Post. Diese Zeilen schickte er zudem an mehrere E-Mail-Adressen des Marktes Murnau und der Tourist-Info. Dort sei die E-Mail aber nirgends angekommen, erklärte Tourismuschefin Alexandra Thoni.

„Sepp Gramer hätte merken müssen, dass da irgendwas nicht stimmt“, sagte Kanzler dem Tagblatt. Und er fragt sich, warum der Kutscher das Ganze nicht abbrach, sondern anschließend mit den Touristen weiterfuhr.

Gramer streitet die Vorwürfe ab – und stellt das Geschehen komplett anders dar. Das Pferd sei auf dem Kopfsteinpflaster ausgerutscht. Er habe dann den Puls gefühlt und dem Tier wieder aufgeholfen. Danach machte er eine Leerfahrt. Ergebnis: „Das Pferd läuft genauso wie vorher. Es gab keinen Anlass, das abzubrechen. Wenn etwas gewesen wäre, hätte ich den Tierarzt geholt.“ Gramer weist auch den Vorwurf zurück, den Wallach geschlagen zu haben. Und dehydriert oder erschöpft sei das Ross auch nicht gewesen, wie Kanzler mutmaßte. Die Pferde waren nach Gramers Angaben frisch eingespannt. Er sei an dem Abend vom Alpenhof zum Karg hochgefahren,

Der Kutscher, der für die Tourist-Info unterwegs ist, aber auch auf eigene Rechnung fährt, fragt sich, warum Kanzler nicht hinunterging und half, „wenn er meint, dass es da ein Problem gibt“. Gramer bezweifelt auch, dass Kanzler aus etwa 100 Meter Entfernung genau sehen konnte, was sich vor der Karg-Wirtschaft abspielte. Der 69-Jährige, der mit seinen Kutschfahrten auch viele Sozialprojekte unterstützt, behält sich rechtliche Schritte vor.

Tessy Lödermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins, hält den Umstand, dass Kanzler rund 100 Meter entfernt saß, ebenfalls für kritisch. Den Vorfall am Untermarkt selbst könne sie nicht beurteilen, da sie nicht vor Ort war. Grundsätzlich erklärt Lödermann, dass Kopfsteinpflaster und Asphalt für Pferde nicht einfach seien, weil es nicht deren natürlicher Untergrund ist. Zudem bräuchten Rösser Erholungsphasen, in denen „sie auch mal frei laufen und sich austoben können“. Lödermann ist nicht generell gegen Kutschfahrten. „Es kommt darauf an, wie und in welchem Umfang.“

Kanzlers Post war auch auf der Facebook-Seite murnau.de der Gemeinde zu lesen. Doch Tourismusleiterin Thoni entfernte ihn. „Beiträge, in denen Personen angegriffen und/oder denunziert werden, werden umgehend gelöscht“, schrieb sie.

Roland Lory

Auch interessant: Umstrittener Landschaftsarchitekt: Mehr als 50 Biber im Landkreis getötet

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schloßmuseum plant  Sonderausstellungen: Spannender Blick in die Ortsgeschichte
Das Murnauer Schloßmuseum setzt auch in der kommenden Saison wieder auf Top-Niveau bei den Sonderausstellungen. Es geht unter anderem um den berühmten Architekten …
Schloßmuseum plant  Sonderausstellungen: Spannender Blick in die Ortsgeschichte
Durch Glück aus Schnee-Chaos gerettet: Männer geraten auf Weg zur Zugspitze in Notsituation
Im Schneetreiben haben sich vier Männer am Sonntag von der Knorrhütte auf den Weg zur Zugspitze gemacht. Im tiefen Schnee kamen sie nicht weiter. Die Bergwacht fand sie …
Durch Glück aus Schnee-Chaos gerettet: Männer geraten auf Weg zur Zugspitze in Notsituation
Föhnsturm machte Bettinas Lebenswerk kaputt - aber dann passierte ein kleines Wunder
Bettina Müller sah ihr Lebenswerk in Trümmern. Der Föhnsturm zerstörte am Freitag ihre Minihaus-Oase bei Ohlstadt. Dann kamen 23 Freiwillige aus ganz Deutschland …
Föhnsturm machte Bettinas Lebenswerk kaputt - aber dann passierte ein kleines Wunder
Brutale Attacke bei Nachwuchs-Fußballspiel - Trainer mit eindeutiger Ansage: „Ich bin da rigoros“
Bei einem Nachwuchs-Fußballspiel in Bayern ist ein Streit zwischen Jugendlichen eskaliert. Ein Spieler musste in eine Klinik gebracht werden. Jetzt drohen harte …
Brutale Attacke bei Nachwuchs-Fußballspiel - Trainer mit eindeutiger Ansage: „Ich bin da rigoros“

Kommentare