Völlig verwüstet: Das Gebäude, in dem der Brand ausbricht (r.), wird erheblich beschädigt und ist nicht mehr bewohnbar. Die beiden ebenfalls betroffenen Nachbarhäuser sind es zumindest vorübergehend nicht.
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Völlig verwüstet: Das Gebäude, in dem der Brand ausbricht (r.), wird erheblich beschädigt und ist nicht mehr bewohnbar. Die beiden ebenfalls betroffenen Nachbarhäuser sind es zumindest vorübergehend nicht.

Markt Murnau dankt allen Helfern

Nach dem schweren Brand in Murnau: Häuser nicht mehr bewohnbar

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Der Tag nach dem schweren Brand im Murnauer Ortszentrum offenbart das ganze Ausmaß des Schadens. Die Löscharbeiten hatten sich über die komplette Nacht bis in die Morgenstunden des Freitags gezogen. 

Update, 17. April, 17.40 Uhr:

Murnau – Zerbrochene Dachziegel und Glasscherben liegen am Boden, daneben steht ein einsamer weißer Stuhl, in einen flachen gelben Container sind verkohlte Holzlatten, Blech und andere Überreste des verheerenden Brandes zu sehen. Am Freitag, 9.30 Uhr, ist es ruhig in der Murnauer Grüngasse. Die Schlacht ist geschlagen, Feuerwehren, Rettungskräfte und Technisches Hilfswerk sind nicht mehr da. Dafür verschafft sich Landrat Anton Speer (Freie Wähler) einen Eindruck. Murnaus Polizeichef Joachim Loy zeigt ihm den Ort des Geschehens. 

Untersuchungen dauern Wochen

Die Löscharbeiten ziehen sich über die komplette Nacht bis in die Morgenstunden des Freitags. Um die Brandursache zu klären, sind Fahnder der Kripo Garmisch-Partenkirchen im Einsatz. Sie stehen mit Gutachtern des Landeskriminalamtes in Kontakt. „Die Untersuchungen werden sich voraussichtlich über mehrere Wochen hinziehen“, sagt Carolin Hohensinn, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Daher könne man aktuell keine konkrete Angabe zur Ursache machen. „Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung liegen bislang nicht vor.“ 

Erste Vermutung zur Ursache dürfte sich nicht bestätigen

Die im Laufe der Löscharbeiten geäußerte Vermutung, der Hausbesitzer hätte möglicherweise versehentlich die Sauna eingeschaltet und dadurch den Brand verursacht, dürfte sich der Sprecherin zufolge nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen nicht bestätigen. 

Häuser nicht mehr bewohnbar

Bei dem Einsatz werden, Stand Freitagmittag, zwei Personen leicht verletzt, darunter der Hausbesitzer und ein Feuerwehrmann. Das Wohnhaus, in dem der Brand ausbricht, wird erheblich beschädigt und ist nicht mehr bewohnbar. Die beiden ebenfalls betroffenen Nachbarhäuser sind es zumindest vorübergehend nicht. Der Schaden: rund eine Million Euro. Im Einsatz: mehr als 200 Helfer. 

Feuerwehr die ganze Nacht vor Ort

Florian Krammer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Murnau, ist die ganze Nacht auf den Beinen. Geschlafen habe er nicht, erzählt er am späten Freitagvormittag. Wegen der beengten Lage der Häuser und Blechdächern gestaltet sich der Einsatz schwierig. Am Donnerstag gegen 22 oder 23 Uhr hat die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle, der um kurz vor 14 Uhr ausgebrochen war und im Ortszentrum für dichte Rauchwolken sorgte. 

Weitere Wehren rücken an

Am Abend werden noch die Feuerwehren aus Peißenberg, Iffeldorf, Obersöchering und Eglfing nachalarmiert. „Sie sind für zwei Stunden eingesprungen“, sagt Krammer. In der Nacht bauen Kräfte des THW Weilheim in der Fußgängerzone eine Stützkonstruktion, die den Einsturz eines Gebäudes verhindern soll. Denn die Giebelwand nimmt Schaden, die Statik ist zweifelhaft. 

Gemeinde dankt Helfern

Der Markt Murnau bedankt sich via Pressemitteilung bei allen Helfern, auch Firmen gewährten Unterstützung. „Es ist toll, dass in solch einer Situation ein so großer Zusammenhalt da ist“, betont Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). „Die Zusammenarbeit so vieler Hilfskräfte hat hervorragend und reibungslos geklappt. Auch die schnelle Hilfe der Bürger, die wiederum die Hilfskräfte mit Essen und Trinken versorgten, ist ein ganz tolles Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts in Murnau.“ Die betroffenen Anwohner sind alle privat untergekommen.

Update, 17. April, 14.15 Uhr:

Die im Laufe der Löscharbeiten geäußerte Vermutung, der Hausbesitzer hätte möglicherweise versehentlich die Sauna eingeschaltet und dadurch den Brand verursacht, dürfte sich nach bisherigen Stand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen nicht bestätigen. Dies teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Freitag mit.

„Zur Klärung der Ursache sind die Brandfahnder der Kripo Garmisch-Partenkirchen im Einsatz, die mit Gutachtern des Bayerischen Landeskriminalamtes im Kontakt stehe“, erklärt Carolin Hohensinn, Pressesprecherin des Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Die Untersuchungen werden sich voraussichtlich über mehrere Wochen hinziehen. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung liegen der Sprecherin zufolge bislang nicht vor.

Update, 18.30 Uhr: 

Dichter, schwarzer Rauch quillt aus dem Haus an der Murnauer Grüngasse. Stechender Brandgeruch liegt im Ortszentrum um 14 Uhr in der Luft. Die Sirene ertönt. Die Murnauer Feuerwehr rückt aus. Die Ehrenamtlichen werden neben vielen anderen Kräften die kommenden Stunden gut beschäftigt sein.

Beim Eintreffen der Feuerwehr brennt der ganze Dachstuhl 

Der Besitzer des kleinen Hauses an der Grüngasse hat nach Angaben von Kreisbrandinspektor Herbert Maurus die Sauna im Dachgeschoss versehentlich eingeschaltet. Es bricht Feuer aus. Der Besitzer (73) versucht selber, es zu löschen. Doch das klappt nicht. Dann informiert er die Integrierte Leitstelle. „Beim Eintreffen der Feuerwehr hat der ganze Dachstuhl gebrannt“, sagt Maurus. Zwei angrenzende Gebäude werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Bei allen drei Häusern öffnet die Feuerwehr die Dächer, um zu den Flammen vorzudringen. Der Schaden dürfte immens sein. Maurus schätzt ihn auf etwa eine Million Euro. „Es ist schon massiv.“ Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs sind zwei Personen im Gebäude: der erwähnte 73-jährige Mann und seine Ehefrau (63).

Dachstuhl in Murnau in Flammen - Starke Rauchentwicklung

Der Einsatz gestaltet sich kompliziert. Denn in der schmalen Grüngasse stehen die Häuser alle eng aneinander, Wand an Wand. Rund acht Personen werden evakuiert. „Der Einsatz ist gut abgelaufen, sehr diszipliniert“, betont der Kreisbrandinspektor. Feuerwehren aus der ganzen Gegend eilen herbei. Neben den Murnauern sind Ehrenamtliche aus Kochel, Weindorf, Penzberg, Seehausen, Ohlstadt, Eschenlohe, Garmisch, Uffing und Hechendorf vor Ort. Spezialgerätschaften sind nötig: Die Murnauer, Penzberger und Kocheler rücken mit Drehleitern an, die Garmischer mit dem Kranwagen. 

Viele Kräfte vor Ort

Das Bayerische Rote Kreuz ist mit zwei Rettungs-, einem Notarzt- sowie einem Mannschaftstransportwagen zur Stelle. Darüber hinaus macht sich das Technische Hilfswerk aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau auf den Weg zum Einsatzort. Das THW übernimmt Abstützarbeiten am Haus. Alles in allem ist ein Großaufgebot von rund 190 Kräften im Murnauer Ortszentrum an diesem Tag zugange. Der Einsatz zieht sich in die Länge. Um 18 Uhr rechnet Murnaus Kommandant Florian Krammer damit, dass der Einsatz noch mehrere Stunden dauern wird.

Zwei Personen leicht verletzt

Zwei Personen werden leicht verletzt, darunter ein Feuerwehrmann. Beide atmen etwas Rauchgas ein und werden in die Unfallklinik gebracht.

Bürgermeister will helfen

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und seine Stellvertreterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) verschaffen sich einen Eindruck von der Brandstelle. Der Rathauschef will sich nach Angaben von Claus Nopp, Einsatzleiter Rettungsdienst, um eine Behelfsunterkunft für Evakuierte kümmern.


Erstmeldung, 16. April, 14.30 Uhr:

Murnau- An der Grüngasse in Murnau ist am Donnerstag gegen 14 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Nach ersten Informationen geriet ein Dachstuhl in Brand. Die Feuerwehren aus Murnau, Kochel und Penzberg sind vor Ort, zudem Polizei und Rettungskräfte. Ob Personen zu Schaden gekommen sind, war gegen 14.30 Uhr noch unklar. 

Die Polizei bittet die Bevölkerung wegen der starken Rauchentwicklung die Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Bürger sollten auch ihre Nachbarn informieren. Zur Ursache konnte die Polizei noch keine Angaben machen.

roy

In Murnau kam es kürzlich außerdem zu einem dramatischen Kutschenunfall. Mitten im Ort gingen zwei Pferde durch, die der Kutscher vorgespannt hatte. Sie liefen in Richtung Bahngleise.

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