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Zankapfel Einsiedelweg: Mehrere Anlieger fordern, die gewachsene Situation zu belassen und die Lage der Gärten (r.) beizubehalten. 

Neugestaltung erst 2025?

Umstrittenes Projekt am Einsiedelweg gerät ins Stocken

Der Markt Murnau will die Situation am Einsiedelweg verbessern. Eigentlich. Doch jetzt wurde bekannt, dass die Gemeinde das Vorhaben erst im Jahr 2025 angehen möchte. Der Anwalt von Projektgegnern vermutet, dass das mit den Widerständen zu tun haben könnte.

Murnau – Lang, genauer gesagt, rund 80 Minuten, setzte sich der Murnauer Bauausschuss im Mai 2018 mit dem Thema Einsiedelweg auseinander. Seitdem herrscht Funkstille in der umstrittenen Causa. „Ich habe vom Markt Murnau ewig nichts mehr gehört“, sagt Sebastian Heidorn. Der Rechtsanwalt, der für die Kanzlei Labbé & Partner tätig ist, vertritt mehrere Anwohner, die sich gegen eine Neugestaltung des Areals östlich des Schützenplatzes wehren. Sie fordern, dass die historisch gewachsene Situation belassen und auch die Lage der Gärten beibehalten wird.

Wie jetzt bekannt wurde, will der Markt Murnau das Projekt Einsiedelweg erst im Jahr 2025 angehen. Also in sechs Jahren. Heidorn zeigt sich „überrascht“. Seine Interpretation: „Man wird sich gesagt haben, da sind Widerstände zu erwarten. Man zieht wohl einfachere Projekte vor.“ Auch einen Zusammenhang mit den Kommunalwahlen in 2020 kann sich der Anwalt vorstellen. Entscheidend für seine Mandanten sei, „dass der Bebauungsplan noch nicht beschlossen ist. Je länger es dauert, desto besser“.

2018 hatten die Räte entschieden, eine schalltechnische Untersuchung in Auftrag zu geben. „Das Ergebnis liegt jedoch noch nicht vor“, teilt Kreszentia Oppenrieder mit, stellvertretende Geschäftsleiterin des Marktes Murnau. Hat die geplante Realisierung im Jahr 2025 auch mit den Einwänden mehrerer Anwohner zu tun? Oppenrieder erklärt zu dieser Tagblatt-Nachfrage, „dass die Bearbeitung des Bebauungsplans einige Zeit in Anspruch nehmen wird“. Erst nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens könne die Ausführungsplanung erfolgen. „Daher wurde der Realisierungszeitpunkt vorsorglich auf 2025 festgelegt.“

Einer der Anlieger, die die Neugestaltung befürworten, ist Andreas Oppenrieder. Er zeigt sich zuversichtlich. „Ich bin guter Dinge, dass das irgendwann passiert. Mir pressiert es nicht.“ Einschnitte wird es für den einen oder anderen Anlieger geben. „Aber wenn man etwas schöner machen will, muss man auch mal was opfern.“ Der Schützenplatz hat sich aus Oppenrieders Sicht „gemausert. Das ist ziemlich schön geworden“.

Der Bauausschuss wies 2018 Einwände betroffener Anlieger zurück. Es hieß, dass der Markt Murnau den Freiraum in dem Areal funktional verbessern und gestalterisch aufwerten will. Auch verkehrstechnisch möchte man etwas tun und Gefahrenstellen beseitigen.

Von einer „schwierigen Geschichte“ spricht Gemeinderat Welf Probst (Freie Wähler), Referent für Wege, Plätze und Parkanlagen. „Wir wissen, glaube ich, alle nicht, was wir da machen sollen.“ Er sieht Potential, die Situation am Einsiedelweg zu verbessern. „Das muss vielleicht der nächste Gemeinderat komplett neu aufrollen.“ Probst schlägt vor, die Beteiligten nochmals an einen Tisch zu holen, „damit man allen gerecht wird“. Mit den Kommunalwahlen hat die Verschiebung ins Jahr 2025 seiner Ansicht nach nichts zu tun.

Roland Lory

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