Besuch bei der Truppe: Staatssekretär Peter Tauber (l.) lauscht den Worten von Hauptmann Alexandra Löper. Vor Ort sind unter anderem der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt (3.v.l.) und der Landtagsabgeordnete Harald Kühn (5.v.l.).
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Besuch bei der Truppe: Staatssekretär Peter Tauber (l.) lauscht den Worten von Hauptmann Alexandra Löper. Vor Ort sind unter anderem der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt (3.v.l.) und der Landtagsabgeordnete Harald Kühn (5.v.l.).

Staatssekretär Peter Tauber in der Werdenfelser Kaserne

Murnauer Soldaten klagen über Materialmangel - Langes Warten auf Ersatzteile

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Der Bundeswehr fehlt es an Material. Das ist kein Geheimnis. Dass das Problem auch in der Werdenfelser Kaserne in Murnau besteht, haben Soldaten am Donnerstagvormittag beim Besuch von Staatssekretär Peter Tauber (CDU) angesprochen.

Murnau – Es ist gar nicht lange her, dass Peter Tauber dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen einen Besuch abstattete. Im Juni 2019 war das. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung hielt eine Rede beim Pfingsttreffen der Gebirgstruppe auf dem Hohen Brendten bei Mittenwald. Ein Auftritt, der ihm auch Kritik einbrachte

Vier Stunden in der Kaserne

Am Donnerstag kam der ehemalige CDU-Generalsekretär nach Murnau. Rund vier Stunden nahm er sich Zeit, um sich einen Eindruck von der Stimmung und den Gegebenheiten in dem Militärareal zu verschaffen.

Ein Problem der ganzen Bundeswehr

Auch woran es mangelt, hat der Staatssekretär erfahren: Material, Ausrüstung, Ersatzteile. Das ist ein Problem der ganzen Bundeswehr, in Murnau ist es bisher allerdings öffentlich nicht groß thematisiert worden. Insofern war der Tauber-Besuch eine Premiere.

Lange Wartezeiten

Bei Ersatzteilen müsse man oft „wochen- und monatelang warten“, klagte ein Soldat und sprach von „umständlicher Beschafferei bei den einzelnen Zivilfirmen“. Tauber hörte die Kritik, will für Abhilfe sorgen. „Wir müssen gucken, wie wir das sukzessive verbessern.“ Der Bundestagsabgeordnete stellte etwas ernüchtert fest, dass die Bundeswehr bei den meisten Unternehmen keinen Vorrang genieße. „Wir sind auch nicht der Premiumkunde, von dem wir gedacht haben, dass wir es sind.“

Kommandeur: Soldaten „top-motiviert“

Tauber zeigte sich dankbar für die offenen Worte der Soldaten, für das „ungeschminkte Bild der Lage“. Oberstleutnant Marc Richter, Kommandeur der Werdenfelser Kaserne, wollte aber nicht nur auf Mängel hinweisen. „Wir erfüllen unseren Auftrag, wir haben tolle Männer und Frauen.“ Die Soldaten seien „top-motiviert“. Auch Tauber fand lobende Worte für die Soldaten des Informationstechnikbataillons 293: „Die Truppe macht unter den Rahmenbedingungen wirklich eine tolle Arbeit.“ Sie sei etwas Besonderes. Zum einen wegen ihres Auftrags – die ITler sind die Telekom der Bundeswehr. Zum anderen, „weil sie außergewöhnlich schnell“ wachse. 650 Soldaten haben maximal Platz in der Kaserne, 640 verrichten dort aktuell ihren Dienst. Davon sind derzeit 21 im Afghanistan-Einsatz. Kommende Woche werden weitere fünf ins Baltikum entsandt. Nachwuchssorgen gibt es nicht. „Wir haben viele junge Leute, die gerade in Ausbildung sind, so dass wir an diesen Standort glauben“, betonte Tauber gegenüber dem Tagblatt. „Das IT-Bataillon ist uns enorm wichtig, diese Truppengattung wächst weiter und Murnau ist ein toller Standort, ist attraktiv.“

Viel Geld für Sanierung

Der Bund hält auch an der geplanten Sanierung der Kaserne fest, wie Tauber bestätigte. Bis 2030 sollen 90 Millionen Euro in die Liegenschaft im Norden Murnaus gesteckt werden. Alte Gebäude reißt man ab, stattdessen errichtet man neue. Die Soldaten sollen eingebunden werden. Der Staatssekretär hat lange mit Spießen und den Vertrauenspersonen gesprochen. „Die haben ganz konkrete Vorstellungen.“ Tauber: „Mir haben die Soldaten gesagt, ihnen ist wichtig, dass ihre Wünsche berücksichtigt werden und nicht so sehr, dass es schnell geht.“ Demnach sollen die Neubauten Mischgebäude werden, also Unterkunft, Büro, Gemeinschaftsräume und Lager unter einem Dach beherbergen.

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