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Sicherheit geht vor: Am Steg ist ein Gitter befestigt, damit niemand unten rein schwimmen kann.
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Sicherheit geht vor: Am Steg ist ein Gitter befestigt, damit niemand unten rein schwimmen kann.

Aus dem Marktgemeinderat

Die Kuh ist vom Eis: Murnauer Strandbad ist ab Montag öffentliche Badestelle

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Das Murnauer Strandbad ist ab Montag eine öffentliche Badestelle. Provisorisch, für den Rest der Saison.

Murnau – Im vorigen Jahr kam Professor Carsten Sonnenberg nach Murnau. Er ist Mitglied des erweiterten Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Der Fachmann erstellte ein Gutachten für das Murnauer Strandbad. Der entsprechende Maßnahmenkatalog wurde großteils bis zum Saisonende 2019 abgearbeitet.

Höllers Kündigung

Anfang 2020 kündigte dann überraschend der bisherige Pächter Kurt Höller. „Aus privaten Gründen“, wie der Gastronom damals erklärte. Der Markt Murnau als Eigentümer stand plötzlich ohne Pächter da. Die Suche begann, viele Bewerbungen gingen ein. Doch einen Naturbadbetrieb wie bisher wird es heuer nicht geben. Der potenzielle Pächter steht für die Saison 2020 nicht zur Verfügung. Grund: die Kurzfristigkeit, die coronabedingten Hygienevorschriften, die mangelnde Vorlaufzeit bis zu den Sommerferien. So stellt es die Gemeinde dar.

Druck der Gemeinderäte

Ende Juni gab es einen Ortstermin mit Sonnenberg. Der Fachmann schlug weitere Verbesserungen vor. Vor allem die Absicherung der vorhandenen Stege führte der Experte an. Ein paar Tage später bekamen die Gemeinderäte eine E-Mail aus dem Rathaus. Inhalt laut CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider: Es sei heuer keine Öffnung des Strandbads möglich. „Das ist aus heiterem Himmel gekommen“, sagt Utzschneider. Gemeinderäte hätten in der Folge Druck gemacht. „Dann hat sich der Bürgermeister bewegt.“

2021 wieder Naturbad

Das Ende vom Lied: Das Strandbad wird heuer eine öffentliche Badestelle. Ab Montag, 27. Juli, können die Bürger das Areal täglich von 8 bis 21 Uhr nutzen. Es gibt keine Badeaufsicht. 2021 soll das Gelände wieder ein Naturbad werden. Darauf verständigte sich der Marktgemeinderat am Donnerstagabend. Eine öffentliche Toilette ist vorhanden. Die Umkleidekabinen beziehungsweise Spinde im Gebäude stehen heuer nicht zur Verfügung.

Utzschneiders Kritik

Utzschneider gefällt nicht, wie die ganze Sache gelaufen ist. „Das war organisatorisch und von der Kommunikation her sehr fragwürdig“, monierte er im Gemeinderat. „Das war kein Ruhmesblatt, Herr Bürgermeister.“ Utzschneider beklagte eine „Verzögerung, die erstaunlich ist“. Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) ließ die Kritik abprallen, ging nicht darauf ein.

Sicherheit geht vor

Mittlerweile hat die Gemeinde verschiedene Schritte veranlasst, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Der Wichtigste: Ein Steg wurde mit Gittern versehen, so dass Kinder und Jugendliche nicht mehr unten rein schwimmen können. „Dieses Gefährdungspotential ist nun nicht mehr gegeben“, erklärte Rathaussprecherin Annika Röttinger.

Status gesichert

Befürchtungen, die Anlage könnte mit dem Betrieb als „öffentliche Badestelle“ ohne Eintritt und jegliche Betreuungihren rechtlichen Status als Naturbad mit Bademeister, Umkleiden, Badesteg und nächtlicher Schließung verlieren, haben sich im Übrigen nicht bestätigt. Das Landratsamt gab Entwarnung.

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