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Nikolaus-Ereignis: die Heiligen Männer im vergangenen Jahr beim Festgottesdienst in der Murnauer St.-Nikolaus-Pfarrkirche.

Organisator kann Urkunde vorweisen

Weltrekord für Murnauer Nikolaus-Treffen

Jetzt hat es Reinhard Klein schwarz auf weiß: Der 68-Jährige stellte vergangenes Jahr in Murnau einen Weltrekord auf: Er hatte nämlich das „größte Treffen traditioneller Nikoläuse mit Gefolge“ organisiert. Dies bestätigte ihm per Urkunde das Hamburger Rekord-Institut, das deutschlandweit nach solchen Bestleistungen jagt.

Murnau – Reinhard Klein ist ein Nikolaus aus Leidenschaft – seit mittlerweile 51 Jahren. Der ehemalige Busfahrer, der sich als Murnauer fühlt, aber in Riedhausen wohnt, liebt es, Anfang Dezember das rote Bischofskostüm und den weißen Rauschebart anzuziehen, Familien zu besuchen, Geschenke zu verteilen und aus einem goldenen Buch vorzulesen. Bei einem Nikolaus-Stammtisch hatte er die zündende Idee, all seine Amtskollegen aus nah und fern an den Staffelsee einzuladen. „Trachtler oder Schützen treffen sich doch auch“, findet der Rentner. 2016 feierte die Zusammenkunft der Heiligen Männer Premiere – mit 24 Besuchern. Doch das Ganze wuchs von Jahr zu Jahr. Und am 8. Dezember 2018 konnte Klein in der schmucken Marktgemeinde sage und schreibe 71 Nikoläuse, 16 Krampusse, 7 Perchten und 2 Engel begrüßen – also insgesamt 96 festlich verkleidete Teilnehmer. Einer war sogar extra aus Unterfranken angereist und hatte 460 Kilometer zurückgelegt, nur um dabei zu sein. Und der Älteste war stolze 81 Jahre alt.

„Sowas hat’s noch nie gegeben“, schwärmt Klein noch heute. Es war in der Tat ein Spektakel für die vielen Schaulustigen, als die große Schar nach einem Festgottesdienst in der St.-Nikolaus-Kirche durch die Fußgängerzone zog, um nach einer öffentlichen Vorstellungsrunde ins Griesbräu einzukehren – zur „großen Bischofskonferenz“, wie der Organisator mit einem Schmunzeln anmerkt.

Dieses Ereignis, das einige im Ort auch kritisch sehen, wollte sich Klein hochoffiziell als weltweit einmalig bestätigen lassen. Er reichte beim Hamburger Rekord-Institut eine entsprechende Bewerbung ein – mit Unterlagen, Beweisfotos und Aussagen von unabhängigen Zeugen, die bestätigten, dass seine Angaben der Wahrheit entsprechen. Monatelang hörte er nichts von der GmbH aus der Hansestadt, die das Buch der deutschen Weltrekorde herausbringt sowie Höchstleistungen aller Art prüft und sammelt. Dann kam endlich die heiß ersehnte Post: Klein erhielt eine Urkunde, die dokumentiert, dass er 2018 mit dem „größten Treffen traditioneller Nikoläuse mit Gefolge“ einen Weltrekord aufgestellt hatte. Der Senior freut sich riesig: „Die Urkunde bekommt einen Ehrenplatz in meiner Wohnung.“

Er ist indessen schon wieder damit beschäftigt, die vierte Auflage der Veranstaltung vorzubereiten. Der Termin steht fest: Es ist der erste Adventssamstag, 30. November. Am Programm soll sich nichts ändern. Klein hofft, dass es wieder in etwa so viele Besucher wie im vergangenen Jahr werden – „oder auch mehr“, lacht er. Wichtig ist dem Nikolaus-Experten, dass seine Mitstreiter in einem würdevollen Kostüm erscheinen, das dem heimischen Brauch auch gerecht wird. Weihnachtsmänner mit Zipfelmütze sind jedenfalls nicht willkommen. Denn: „Der Weihnachtsmann ist eine reine Werbefigur. Dieser hat bei uns im Alpenraum nichts zu suchen.“

Neu ist heuer eine Spendeninitiative: „Der Murnauer Nikolaus sammelt für Kinder in Not“, sagt Klein – und zwar für die Benefizaktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks. Dazu sollen in Geschäften Spendenboxen aufgestellt werden.

Andreas Seiler

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