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Voraussetzung für das schnelle Internet: Glasfaser-Verbindungen. 

Murnau bekommt schnelles Internet

Glasfaser-Anschluss für 3521 Adressen

Der Glasfaserausbau in Murnau kommt gut voran. Was vor allem noch fehlt, sind die Hausanschlüsse. Dafür stellte jetzt im Bauausschuss ein Experte einen Masterplan vor.

Murnau – Baumaschinen, offene Gräben, Kabeltrommeln und gestapelte Rohre: Mit solchen Bildern müssen die Murnauer auch weiterhin leben, denn die Verkabelung der Marktgemeinde mit Glasfaserkabeln für schnellstmögliche Internetverbindungen schreitet stetig voran – insbesondere für Firmen, die große Datenmengen zu versenden haben, ein durchaus wichtiger Aspekt.

Mittlerweile liegen die Glasfaserkabel in den meisten Straßenzügen des Marktes im Boden, wobei sich der Hauptverteiler, von dem sie gespeist werden, bei der Telekom am alten Postamt in der Bahnhofstraße befindet. Nur fehlen jetzt noch die Hausanschlüsse – von den Fachleuten „letzte Meile“ genannt. Für die Verlegung dieser Verbindungen in die Haushalte einen Breitband-Masterplan zu erstellen, hatte die Gemeinderatsfraktion Mehr Bewegen im Mai 2018 beantragt.

In der jüngsten Werkausschusssitzung stellte nun Jürgen Schuster von der beauftragten Corwese GmbH aus Seefeld, einer Firma für Unternehmens- und Organisationsberatung, den inzwischen ausgearbeiteten Masterplan vor. „Der Ausbau betrifft rund 500 Kommunen in ganz Bayern“, schickte er seinen Ausführungen voraus. „Der Bund fördert die Planungen mit 50 000 Euro pro Kommune“. Der Masterplan sei wie ein Bebauungsplan zu sehen. Ein Kabel aus Kupfer herkömmlicher Art könne 200 Gebäude versorgen, eines mit Glasfasertechnik bis zu 98. In Murnau sei die Verkabelung von insgesamt 3521 Adressen geplant. Per Lichtbild stellte er den Gremiumsmitgliedern die Verteilerkästen vor, die pro Einheit mit 4000 Euro zu Buche schlagen. 36 Stück sollen künftig für die Versorgung im Murnauer Ortsgebiet nebst Umfeld sorgen.

Ob jedes Haus, das einen solchen Anschluss bekommt, neu verkabelt werden müsse, wollte Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum) wissen. „Alle, die noch nicht von der Telekom versorgt werden, müssen wir in den nächsten zehn Jahren anfahren“, erklärte Schuster. Ob ein beschädigtes Kabel repariert werden könne, interessierte Johann Scherrer (CSU). „Beim Leerrohr ist das kein Problem, aber wenn das Kabel selbst betroffen ist, muss es ausgezogen und ein neues eingeblasen werden“, lautete die Antwort des Experten. Das Rohr selbst werde durch ein Sandbett geschützt: „Da gibt es Verlegevorschriften, die die Tiefbaufirmen oder die Gemeindewerke einhalten müssen.“

Beim bisherigen Breitbandausbau durch die Deutsche Telekom und ihre Subunternehmen sei in Murnau im Hinblick auf Termine und Qualität viel schief gelaufen, bedauerte Bürgermeister Rolf Beutung (ÖDP/Bürgerforum) in der Sitzung. „Ich kenne eine Straße, bei der der Gehsteig gleich dreimal nacheinander aufgerissen und wieder asphaltiert wurde“, erklärte er dazu. „Das ist dem Bürger nicht vermittelbar.“ Der Rathauschef kündigte an, dass bis zum Herbst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung über den Masterplan vorliegen werde: „Dann werden wir darüber entscheiden.“ Es gelte, kommunikationstechnisch mindestens 15 Jahre vorauszuschauen, „damit Murnau ein schnelles Internet hat“.

Phillip Zoepf, Fraktionssprecher der Gruppierung Mehr bewegen, kommentierte auf Tagblatt-Nachfrage die aktuelle Entwicklung wie folgt: „Wenn wir das mit der ‚letzten Meile’ alles umsetzen, ist das nach Legung der Kanalisation das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte Murnaus.“

Heino Herpen

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