Ein Schild an der Bundesstraße 2 bei Murnau macht die Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam, dass die Quarantänezone beginnt. 
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Ein Schild an der Bundesstraße 2 bei Murnau macht die Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam, dass die Quarantänezone beginnt. 

Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers

Baumschädling: Murnau bleibt vorerst Quarantänezone

  • vonRafael Sala
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Schöne Bescherung: Die Quarantäneauflagen zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers im Raum Murnau hätten zum Jahresende auslaufen sollen. Doch sie dauern an. Im Januar soll neu entschieden werden.

  • Eigentlich sollte zum Jahresende in Murnau die Quarantänezone in puncto Asiatischer Laubholzbockkäfer aufgehoben werden.
  • Doch die Auflagen bleiben erst mal bestehen.
  • Im Januar will die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft entscheiden.

Murnau – Die Nachricht kam überraschend – und sie dürfte Forstwirten und Waldbesitzern, die seit Bestehen der Schutzmaßnahmen kein Holz mehr aus den betreffenden Gebieten vermarkten können, nicht schmecken: Die Quarantäneauflagen zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) im Raum Murnau haben weiterhin Gültigkeit. Darüber informierte die mit dem Projekt beauftragte Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Eigentlich hätten die 2016 begonnenen Maßnahmen zum Jahresende hin abgeschlossen werden sollen. Denn im Oktober dieses Jahres hieß es noch, dass kein weiterer Befall der Bäume mit dem Schädling festgestellt worden sei. Das hätten die regelmäßig vorgenommenen Monitorings von Gehölzen ergeben, die teilweise von Baumkletterern erledigt wurden. „Auch unsere Untersuchungen mit Spürhunden und die Analyse der aufgestellten Fallen zeigten keinen weiteren Befall“, stand in der damaligen Pressemitteilung. Diese positive Nachricht lasse auf ein Ende der Auflagen hoffen – vorausgesetzt, es bleibe dabei, dass der Schädling nicht mehr nachgewiesen werden könne.

Landesanstalt gibt sich wortkarg

Umso überraschender jetzt die Kehrtwende. „Wir können momentan keine speziellen Informationen geben“, teilt Diplomingenieur Klaus Köhler von der LfL, Institut für Pflanzenschutz, auf Tagblatt-Anfrage mit. Derzeit würden noch Monitorings im Boden- und Kronenbereich vorgenommen. Eine Aussage darüber, ob die Quarantänezone aufgehoben werden könne, sei erst zu Beginn des kommenden Jahres möglich. Für die Waldeigentümer heißt das, dass sie in den Gebieten nur unter strengen Auflagen tätig sein dürfen. Um das Risiko der Ausbreitung des Schädlings zu verhindern, müssen sie das anfallende Laubholz-Schnittgut unter amtlicher Aufsicht und über genehmigte Wege entsorgen. Zur Verfügung steht eigentlich die Deponie Weindorf. Doch die Grüngutsammelstelle bleibt von Januar bis März 2021 geschlossen. Sollte in dieser Zeit Material anfallen, kann es in der Deponie Schwaiganger zu den üblichen Öffnungszeiten entsorgt werden.

Schlussveranstaltung entfällt

Eine Anfrage bei der Gemeinde über die Auswirkungen der verlängerten Quarantänemaßnahmen blieb ergebnislos. Da der Markt Murnau bei dem Projekt nicht federführend sei, könne die weitere Vorgehensweise nicht erläutert werden, informiert Karl Steingruber, Leiter der Gemeindewerke Murnau. „Wir wissen, dass Ende des Jahres die Allgemeinverfügung für das Sperrgebiet ausläuft, aber im Nachgang nochmals Kontrollen durchgeführt werden.“ Es sei auch eine Schlussveranstaltung in Murnau geplant gewesen, die aber coronabedingt nicht stattfinden könne.

Laubhölzer gefährdet

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein aus Asien eingeschleppter Baumschädling. Von den heimischen Bäumen sind laut LfL in Bayern fast alle Laubholzarten gefährdet. Der Käfer befällt gesunde Bäume und kann diese bei starkem Befall zum Absterben bringen. Der Fund eines Asiatischen Laubholzbockkäfers ist meldepflichtig. Im Freistaat wird derzeit an fünf Orten gegen den ALB vorgegangen: Feldkirchen (Landkreis München), Kelheim (Landkreis Kelheim), Miesbach (Landkreis Miesbach), im Raum Murnau und in Ziemetshausen (Landkreis Günzburg).

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