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Ausbaufähig: Murnaus Wegenetz für Fahradfahrer – hier eine Radlerin im Untermarkt.

Am weitesten gehen die Grünen

Ein Thema, vier Anträge: Die Fahrrad-Offensive soll starten

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Murnau soll fahrradfreundlicher werden: Gleich vier Fraktionen des Gemeinderats greifen in unterschiedlichen Anträgen das Thema auf. 

Murnau – Murnau versteht sich zwar als fahrradfreundliche Kommune. Ein Musterort ist sie in dieser Hinsicht allerdings nicht. Denn es besteht in Sachen Wegenetz noch viel Nachholbedarf. „Die Situation ist nicht sehr befriedigend“, sagt Gemeinderat Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum). Es fehlen vor allem durchgehende Verbindungen, Überquerungen, Schutzstreifen und Spuren, um den Bikern ein sicheres Vorwärtskommen zu ermöglichen. Dies ist gerade auf den großen, dicht befahrenen Kreuzungen nicht immer der Fall. Dabei steht bereits seit längerer Zeit fest, was zu tun ist: im Radverkehrskonzept, das ein Fachbüro im Auftrag der Gemeinde erstellt hat.

Das ÖDP/Bürgerforum erhöht nun den Druck – und drängt auf eine rasche Umsetzung der wichtigsten Punkte dieses Masterplans. Es gehe darum, zumindest zwischen den zentralen Orten lückenlose Radverbindungen zu schaffen, erklärt Manlik. Konkret meint er damit die Schulen, den Bahnhof und die Einkaufszentren. Die Bürgermeisterpartei schlägt vor, an besonders neuralgischen Stellen unter anderem Querungen, Schutzstreifen sowie Zebrastreifen einzurichten – ob in der Weilheimer Straße und Bahnhofstraße, im Untermarkt oder am Burggraben, um einige Beispiele zu nennen. Manlik ist davon überzeugt, dass dieses Paket noch heuer umgesetzt werden kann. „Das ist machbar.“

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Ein Umdenken sei erforderlich

Eine radikale Idee bringt indessen der Grünen-Einzelkämpfer im Kommunalparlament, Hans Kohl, ins Spiel: so genannte Fahrradstraßen im gesamten Ortskern. Darunter versteht man Tempo-30-Strecken, die vornehmlich für die Radler vorgesehen sind. Sie können aber auch für den motorisierten Verkehr freigegeben werden, entweder uneingeschränkt oder beispielsweise nur für Anwohner, Lieferanten, Taxis und öffentliche Verkehrsmittel.

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Für Kohl steht fest: „Der Autoverkehr muss reduziert werden.“ Hierzu sei ein Umdenken erforderlich. Er wolle die Fahrzeuge nicht komplett aus Murnaus „guter Stube“ verbannen, erklärt er auf Nachfrage. Man müsse sich jede Straße genau anschauen und könne nach Bedarf den dafür zulässigen Durchgangsverkehr unterschiedlich festlegen. Entscheidend sei, dass es im Umfeld genügend Parkplätze gibt – und zur Steuerung ein Parkleitsystem. Die Menschen könnten dann zu Fuß oder mit einem Ortsbus in die Geschäftsviertel. Der Grünen-Politiker glaubt, dass eine Verkehrsberuhigung das Einkaufserlebnis verbessert und somit dem Einzelhandel zugute kommt. Der Kohl-Vorstoß dürfte jedoch für Diskussionsstoff sorgen, zumal sich die rechtliche Frage stellt, ob solche Fahrradstraßen in der Marktgemeinde überhaupt realisierbar wären. Eine Stellungnahme dazu war gestern von der Rathaus-Verwaltung nicht zu bekommen.

Doch nicht nur Grüne und ÖDP/Bürgerforum machen sich Gedanken über die Infrastruktur für den umweltschonenenden Fahrradverkehr. Michaela Urban von der CSU beantragt eine Beleuchtung des Geh- und Radwegs an der Kocheler Straße – zur Sicherheit der Mitarbeiter der Unfallklinik und der Anwohner, wie es im Antrag heißt.

Und die Gruppierung Mehr Bewegen schlägt den Bau eines kombinierten Geh- und Radwegs entlang der Poschinger-Allee (auf der Kasernenseite) vor. Auch hier spielt die Sicherheit eine große Rolle: Die Strecke werde von vielen Kindern und Jugendlichen genutzt, die auf dem TSV-Gelände oder in der Tennis-Anlage Sport treiben, argumentiert Fraktionssprecher Phillip Zoepf.

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