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Bunt und laut: Die Schüler, hier auf der Weindorfer Straße, fordern mehr Klimaschutz.

Demo in Murnau

Hunderte Schüler gehen für „Fridays for Future“ auf die Straße - nach Schulschluss

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Die weltweite Bewegung „Fridays for Future“ ist nun auch in Murnau angekommen: Etliche Kinder und Jugendliche – die Angaben reichen von 250 bis 350 – gingen am Freitag nach Schulschluss für den Klimaschutz auf die Straße. Die B2 musste zeitweise gesperrt werden.

Murnau – Die Schüler haben sich für die Vorbereitung des Protest-Umzugs mächtig ins Zeug gelegt und jede Menge Plakate gemalt. Die bunten Schilder, auf denen Sprüche wie etwa „Unser Planet, unsere Zukunft“ oder „Wake Up“ zu lesen sind, halten sie jetzt in die Höhe. Ihr Anliegen, das sie skandieren, ist nicht zu überhören: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut.“ Im Tunnel hallt es besonders schön: „Hopp, hopp, hopp, Kohlestopp.“ Einige Passanten blicken verdutzt drein, andere zücken ihre Smartphones und machen Aufnahmen. Eltern begleiten als Ordner die Gruppe, die von der Weindorfer Straße über die Entlastungsstraße zum Maibaum am Untermarkt marschiert, während Ordnungshüter den Verkehr regeln. Bezüglich der Teilnehmerzahl gehen die Schätzungen auseinander: Die Polizei spricht von rund 250 Demonstranten, die Veranstalter zählen 350.

Die inzwischen weltweite Jugendbewegung „Fridays for Future“, die durch die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg ausgelöst wurde und mehr Anstrengungen für den Klimaschutz fordert, feierte am Freitag nun auch in Murnau Premiere – mit einer moderaten Version. Denn zu einem Schulstreik kam es nicht. Stattdessen hatten sich die Initiatoren und die Direktorate, wie zu erfahren war, im Vorfeld darauf verständigt, dass die Demo erst nach Schulschluss kurz nach Mittag startet. Ein Kompromiss, mit dem anscheinend alle gut leben konnten.

„Fridays For Future“-Demo in Murnau - Fotos

„Das ist in Ordnung. Wichtig ist, dass wir ein Zeichen setzen und gehört werden“, sagt Nikolai Deyhle (15). Der Gymnasiast ist Murnaus „Fridays for Future“-Delegierter. Es gehe darum, betont er, Aufmerksamkeit zu erzeugen und das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass viel mehr für die Umwelt getan werden muss. Gefordert werden unter anderem der zügige Kohleausstieg und eine Steuer auf alle Treibhausgas-Emissionen. Ähnlich sieht es Paul Landhofer (12) aus Ohlstadt. Der Waldorfschüler hatte zusammen mit seinen Geschwistern – ihr Vater ist Murnaus Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger – die Aktion auf die Beine gestellt. Die Treibhausgase, die für die Erderwärmung verantwortlich gemacht werden, müssten unbedingt reduziert werden, mahnt er. Und man könnte Plastik verbieten oder zumindest teurer machen.

Der Protest war perfekt organisiert. Aus Lautsprechern tönten passende Lieder – darunter sogar ein eigener „Fridays for Future“-Song. Dass die Musik- und Mikrofonanlage von einem Aggregat betrieben wurde, das mit Benzin lief, störte die Klimaschützer und Redner offenbar nicht. Die Industrie habe noch keinen solarbetriebenen Stromerzeuger erfunden, rechtfertigte Bittlinger auf Tagblatt-Nachfrage den fragwürdigen Einsatz des Geräts, das nicht so recht zum Anlass passte.

Wie dem auch sei: Vertreter der Politik zollten den Kindern und Jugendlichen Respekt und Anerkennung für ihr Engagement. „Das ist eine total geniale Sache“, sagte etwa der Landtagsabgeordnete der Grünen, Andreas Krahl. Und seine Murnauer Parteikollegin Veronika Jones meinte bei der abschließenden Kundgebung am Maibaum: „Ihr müsst laut sein. Es geht um Eure Zukunft.“

Und wie fällt die Bilanz aus? „Ich finde es cool, dass so viele gekommen sind“, resümierte Paul Landhofer. „Das war eine Atmosphäre vergleichbar mit den Großdemos in München“, fügte Nikolai Deyhle hinzu. Für ihn steht fest: „Wir werden das auf jeden Fall wiederholen.“

Auch die Polizei ist zufrieden: Der Umzug sei friedlich verlaufen, sagte PI-Chef Joachim Loy. Und die Staus, zu denen es kurzzeitig aufgrund der Sperrungen gekommen war, seien überschaubar und händelbar gewesen.

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