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Nachholbedarf: Auf vielen Straßen wie hier bei Achrain gibt es keinen Radweg.

Murnau baut Wegenetz aus

Freie Fahrt für Radler

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Die Marktgemeinde Murnau investiert kräftig in ihr Radwegenetz. Allein heuer nimmt sie dafür laut dem Haushaltsplan rund 600 000 Euro in die Hand. In den nächsten Jahren soll der Ausbau fortgesetzt werden.

Murnau – Die Marktgemeinde Murnau versteht sich zwar als fahrradfreundliche Kommune. Allerdings ist das Wegenetz noch ausbaufähig. Es fehlen außerdem Überquerungen, Schutzstreifen und eigene Spuren, um den Bikern ein sicheres Vorwärtskommen zu ermöglichen. Beispielsweise gilt es als ziemlich gefährlich, die großen, dicht befahrenen Kreuzungen mit dem Drahtesel zu passieren. Was zu tun ist, steht eigentlich fest: und zwar im 2017 verabschiedeten Radverkehrskonzept.

„Bei der Verkehrswende haben wir einiges angestoßen, aber noch wenig umgesetzt“, meinte Michael Manlik, Fraktionssprecher der Bürgermeisterpartei ÖDP/Bürgerforum, in seiner Haushaltsrede. Man sollte jetzt „zwei bis drei Gänge höher schalten“. Dass bisher noch nicht viel passiert ist, hängt nach Ansicht des Gemeinderats damit zusammen, dass der Umweltreferent des Marktes zuletzt in Sachen Laubholzbockkäfer gut beschäftigt gewesen sei. Manlik ist davon überzeugt, dass das Fahrrad künftig an Bedeutung gewinnen wird.

2019 will man nun den Wegeausbau anpacken. 600 000 Euro sieht dafür der Haushaltsplan vor – für den gut 12 000 Einwohner starken Staffelsee-Ort eine ordentliche Summe. Davon sind allein 150 000 Euro für den Radweg an der hochwassergefährdeten Staatsstraße 2062 nach Schwaiganger vorgesehen. Bei zahlreichen Projekten stehen laut Verwaltung üppige Fördermittel zur Verfügung. Ziel sei es, „den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr zu erhöhen“. Die Investitionen dafür sollen in den Folgejahren bis 2022 fortgesetzt werden.

Rathaus-Chef Beuting, selbst leidenschaftlicher E-Bike-Nutzer, ist davon überzeugt: „Der Alltagsradverkehr spielt eine wichtige Rolle im künftigen Mobilitätsverhalten.“ Die Strecken, die täglich innerorts zurückgelegt werden, seien im Schnitt kürzer als fünf Kilometer und eigneten sich daher dafür sehr gut. Mit den E-Bikes ergeben sich nach Ansicht des Gemeinde-Oberhaupts ganz neue Möglichkeiten, diese Form der Fortbewegung für alle Bürger attraktiv zu machen. Beuting: „Das Fahrrad ist aus ökologischer, gesundheitlicher und ökonomischer Sicht das Fortbewegungsmittel der Zukunft. Darum setzten auch wir alles daran, den Radverkehr stärker zu fördern.“

Und was steht konkret an? Bei den größeren Straßen liegt laut Verwaltung die Priorität darin, die vorhandenen Radweglücken zu schließen. Eine Schwachstelle besteht unter anderem an der Kohlgruber Straße von der Seestraße bis zur Einfahrt Tusculum. Zudem wird zum Schutz der Radler die Straßenführung bei der südlichen Ortseinfahrt geändert, da dort der Radschnellweg einmündet. Ein weiterer wichtiger Lückenschluss ist der Neubau einer Strecke für Biker vom Bahnhof zur Seestraße Richtung Kohlgruber Straße.

Die weiteren Vorhaben sind: Schutzstreifen an der Soller- und Pechmannstraße, Verbreiterung des Radwegs an der Garmischer Straße, Verbesserung der Radfahrerquerung an der Weilheimer Straße sowie Neubau beziehungsweise Umrüstung von Radabstellanlagen im Bereich des Ortszentrums, der Schulen und Sportanlagen.

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