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Rufen eine kontroverse Debatte hervor: die im Obermarkt neu aufgestellten Poller.

Reaktionen auf Eingriff des Ordnungsamtes

Kampf gegen das Parkchaos: Meinungen über Poller im Obermarkt gehen auseinander

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Die neuen Poller im Murnauer Obermarkt – die elf Pfähle wurden aufgestellt, um eine inoffizielle Kurzparkzone zu versperren – erhitzen die Gemüter. Doch es ist nicht nur Kritik zu hören. 

Murnau – Es sind oft die kleinen Dinge im Alltag, die die Menschen bewegen. Bestes Beispiel: Die Poller, die die Marktgemeinde Murnau auf dem Fußweg im Obermarkt gegenüber der Traditionsbäckerei Erl installierte. Den Abschnitt nutzten offenbar immer wieder Autofahrer, um ihren Wagen abzustellen und schnell einzukaufen – ein Zustand, den das Ordnungsamt aus Sicherheitsgründen nicht akzeptieren konnte. Der Eingriff löste heftige Kritik aus: Patrikia Erl, deren Schwiegereltern den besagten Handwerksbetrieb führen, beklagte, dass im Ortszentrum ohnehin Parkmöglichkeiten fehlten und mit diesem Kurs der Einzelhandel weiter geschwächt werde. Mit einer kritischen Zeichnung machte sie ihrem Ärger Luft.

Doch es gibt auch andere Sichtweisen – etwa die von Ronald Linder, der sich mit einem Leserbrief ans Tagblatt wandte. Dem gebürtigen Murnauer, der in Eichstätt lebt, gehört das Wohnhaus (Obermarkt 49), das an den neuen Pollern steht. In dem Gebäude ist seine Schwester mit ihrer Familie zuhause. Linder ist der Marktgemeinde „dankbar“ für die Aktion, „beseitigt sie doch etliche Missstände in diesem Bereich“. Denn bislang habe dort ein „ziemliches Verkehrschaos“ geherrscht. Autofahrer – seinen Angaben zufolge in erster Linie Erl-Kunden – hätten auf dem Gehsteig geparkt, so dass Passanten „behindert und gefährdet“ wurden. Fußgänger, Personen mit Kinderwagen und selbst Rollstuhlfahrer mussten sich laut Linder „durchzwängen oder auf die Fahrbahn ausweichen, um überhaupt in lebensgefährlicher Situation vorbeizukommen“. Hinzu seien die Lärmbelästigung, die Abgase sowie weitere Einschränkungen wie etwa der häufig zugeparkte Zugang zu seinem Grundstück gekommen – „eine unmögliche Situation für die Anwohner“. Es seien auch schon Mülltonnen übersehen oder umgefahren worden. Der Immobilien-Eigentümer ist auf Nachfrage davon überzeugt: Von den aufgestellten Pfosten profitiere die Allgemeinheit, denn: „Die Situation wird entschärft.“

Ausgewiesene Abstellmöglichkeiten für Pkws gebe es ausreichend, meint Linder. Hinter der Bäckerei Erl befinde sich ein großer Kundenparkplatz. Hinzu kämen Flächen unter anderem direkt vor dem Geschäft entlang der Straße, an der Zufahrt zum Kemmelgelände, am Forsteranger, in der Bahnhofstraße sowie am Kultur- und Tagungszentrum. „Vielleicht errichtet Frau Erl einen Drive-in wie bei McDonald’s – dann brauchen die Autofahrer nicht einmal mehr aussteigen“, spöttelt der 61-Jährige.

Das Argument, fehlende Parkplätze schadeten dem Einzelhandel, kann er nicht nachvollziehen. Zahlreiche Geschäfte im Zentrum, die es teilweise schon sehr lange gibt, könnten gar nicht oder nur eingeschränkt angefahren werden. „Muss sich alles stets dem ausufernden Autoverkehr unterordnen?“, fragt sich Linder. Er jedenfalls halte eine Verkehrsberuhigung für völlig richtig – gerade am Obermarkt.

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