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Geliefert: der noch schmucklose Gastro-Container (r.) am Platzl-Standort in der Murnauer Bucht, der nun samt WC-Anlagen mit einer Holzfassade umbaut wird.

Gastro-Einrichtung in der Murnauer Bucht wird vergeben

Kiosk in der Murnauer Bucht: Über 20 Interessenten möchten Pächter werden

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Das Hickhack um das Gastro-Angebot in der Murnauer Bucht wirkte offenbar nicht abschreckend auf mögliche Pächter des künftigen Kiosks: Bei der Gemeinde haben sich mehr als 20 Interessenten auf eine Ausschreibung hin gemeldet. Einer von ihnen ist Christian Höller.

Murnau – Diesmal will er’s selbst machen. Christian Höller hat seinen Hut in den Ring geworfen. Er möchte den Kiosk pachten, den die Gemeinde als Ersatz auf Zeit für das abgerissene Platzl am See in der Murnauer Bucht platziert. „Ich habe mich beworben“, bestätigt der Murnauer (54). 14 Jahre lang hatte er das Platzl für seinen Bruder Kurt geführt, der als offizieller Pächter aufgetreten war und auch die Lido-Gastronomie betreibt. Jetzt will Christian Höller selbst die komplette Verantwortung für den Kiosk tragen. Für den Dienstag war ein Gesprächstermin mit der Gemeinde-Verwaltung angesetzt.

Mit der Bewerbung steht Höller nicht allein: „Es haben sich über 20 Interessenten gemeldet, davon auch einige aus der Region“, erklärt Nina Herweck-Bockhorni, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus. Die Frist lief am 20. November ab. Die Kandidaten wurden nach Angaben von Herweck-Bockhorni aufgefordert, „aussagekräftige Konzepte vorzulegen“. Derzeit erfolgten die persönlichen Vorstellungsrunden. In der nächsten Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses – voraussichtlich am Mittwoch, 5. Dezember – werden den Mitgliedern hinter verschlossenen Türen alle Konzepte vorgestellt. Dann soll auch eine Entscheidung für einen der Interessenten fallen.

Der Gastro-Container wurde mittlerweile geliefert und steht noch schmucklos-nackt an Ort und Stelle. Nun folgen unter anderem „die Einhausung in zimmermannsmäßiger Ausführung sowie die Pflasterarbeiten“, so Herweck-Bockhorni. Gastro-Container und WC-Anlagen werden mit einer Holzfassade umbaut. Sie erhalten eine Komplettüberdachung. Im Haushalt wurden 135 000 Euro für den Kiosk angesetzt. Wie teuer das Projekt wirklich kommen wird, lasse sich erst nach Abschluss genau sagen, heißt es.

Der neue Pächter soll einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten und am 1. April 2019 den Betrieb aufnehmen – nach einem Jahr Gastro-Pause, verordnet von der Murnauer Politik. Diese reagierte damit auf rassistische Anfeindungen, denen sich ein türkischstämmiger Foodtruck-Betreiber nach eigenen Angaben ausgesetzt gesehen hatte. Er sollte die Versorgung für einen Sommer übernehmen, weil der geplante Container nicht rechtzeitig für die Saison 2018 geliefert werden konnte. Kurt Höller, der seine Intermezzo-Hütte angeboten hatte, war leer ausgegangen. Das hatte unter anderem bei Platzl-Stammgästen für Empörung gesorgt.

Er habe sich nun „aus bestimmten Gründen“ nicht mehr als Kiosk-Pächter beworben, sagt Kurt Höller, „auch weil ich reduzieren möchte“. Er meint: Vielleicht habe sein Bruder „sogar bessere Chancen“, den Zuschlag zu erhalten – „weil es ein paar Leute gibt, die nicht wollen, dass ich das mache“.

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