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Nur tröpfchenweise Impfwillige: Murnau macht dicht

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Von: Christian Fellner, Josef Hornsteiner

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Schlange stehen vorm Impfzentrum: Das war im Februar noch an der Tagesordnung. Nun geht es ruhiger zu.
Schlange stehen vorm Impfzentrum: Das war im Februar noch an der Tagesordnung. Nun geht es ruhiger zu. © Thomas Sehr

Aus zwei mach’ eins: So lautet die Devise in der kommenden Woche. Dann stehen in der Außenstelle des Landkreis-Impfzentrums in Murnau die beiden letzten Betriebstage an.

Landkreis - An diesem Sonntag sowie am Dienstag, 31. August, werden noch einmal im Murnauer Impfzentrum Spritzen gesetzt. Dann ist Schluss. In der Folge übernimmt die Einrichtung am Alpspitz-Wellenbad – neben den Hausärzten – wieder die Aufgabe als alleiniger Versorger der Landkreis-Bürger mit Corona-Impfstoffen.

Dort war zuletzt die Rede, dass das Container-Dorf Ende September schließen wird. Mittlerweile aber gibt es neue Informationen, die dem Landratsamt vorliegen. „Vom Landkreistag haben wir erfahren, dass das Zentrum in reduzierter Form noch bis 30. April 2022 bestehen bleibt“, betont Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde.

In Murnauer schließen die Pforten im Parterre des Kultur- und Tagungszentrums. „38 Anmeldungen haben wir bereits für den Dienstag“, verrät Scharf. Es sind definitiv die letzten Impfungen vor Ort. Die Nachfrage gibt einen weiteren Betrieb schlichtweg nicht her. Peu á peu hat der Andrang zuletzt abgenommen. Sofern man überhaupt von Andrang sprechen kann. „Es hätte besser laufen können“, das räumt Scharf mit Blick auf die Zahlen schon ein. An insgesamt 35 Tagen ist 2378-mal geimpft worden (1076 Erst- und 1087 Zweitimpfungen).

Zu Beginn im Mai nutzten die Bürger des Nordlandkreises die Einrichtung noch recht fleißig. Bis zu 145 Erstimpfungen täglich verabreichten die Mitarbeiter in der Eröffnungswoche ab 8. Mai. Das war es dann aber auch schon. Stetig fielen die Zahlen bis auf einige Ausreißer. Mitte Juli wurde das Angebot zunächst auf drei, später zwei Tage die Woche zurückgeschraubt. Zuletzt dümpelten die Zahlen im Keller herum. Teilweise waren es nur 13 Besucher pro Tag.

Jeder einzelne Geimpfte war es wert, die Station eröffnet zu haben.

Christian Scheuerer

Die Gründe sind mannigfaltig. Einige haben sich schon im Vorfeld impfen lassen oder gingen zum Hausarzt. Auch größere Betriebe boten für ihre Arbeitnehmer Möglichkeiten an. Doch scheint der Bedarf grundsätzlich nicht so enorm gewesen zu sein, wie anfangs unter anderem von den Bürgermeistern des nördlichen Landkreises befürchtet. Bekanntlich hatten diese in mehreren Briefen eine Außenstelle in Murnau gefordert. Doch sieht beispielsweise Christian Scheuerer, Rathauschef in Ohlstadt, trotz der nun schwachen Zahlen einen Erfolg in der Aktion. „Jeder einzelne Geimpfte war es wert, die Station eröffnet zu haben.“ Und in Anbetracht des landkreisweiten Impfdurchschnitts von nur 60 Prozent seien die 2378 „nicht so schlecht. Es hat sich schon rentiert.“

Allein gelassen brauchen sich die Bürger der Staffelseeregion und im nördlichen Loisachtal auch in der nächsten Zeit nicht fühlen. Schließlich impfen auch die niedergelassenen Ärzte weiterhin. Und es bleibt immer noch der Weg nach Garmisch-Partenkirchen. Dort überraschte der Landkreis-Tag die Verantwortlichen mit der Ansage, die Zentren doch bis Frühjahr 2022 offen zu halten. „Viel wird sicher von der Kostenübernahme durch den Freistaat abhängen“, betont Amtssprecher Scharf. Aus dem Schreiben geht hervor, dass die Erstattung in Aussicht gestellt ist. Allerdings bedürfe es noch der Prüfung.

Allzu teuer kommt der Landkreis Garmisch-Partenkirchen dem Freistaat ohnehin nicht. „Anderer Kreise haben deutlich größere Infrastruktur oder ganze Hallen angemietet“, betont Scharf. „Man hat uns anfangs für unsere Container-Lösung belächelt, aber jetzt ist sie sehr praktisch, weil eben auch unserem Bedarf angepasst.“

100 bis 150 Impfungen pro Tag – auf diese Zielgröße sollen die Einrichtungen reduziert werden. „Ob wir unser Zentrum verkleinern, dazu kann ich nichts sagen.“ Anfang September wird es Gespräche dazu geben. Auch darüber, wie es grundsätzlich weitergeht. Mobile Impfteams und Aktionen vor Ort sollen auch in den kommenden Wochen und Monaten zum Angebot gehören. Daraus macht Scharf kein Geheimnis.

Zuletzt haben auch die Zahlen in Garmisch-Partenkirchen wieder angezogen. In der Woche bis 22. August registrierten die Verantwortlichen 708 Impfungen, in dieser Woche sind es nach vier Tagen 418. Ob das ein Trend ist, dazu will sich Scharf nicht äußern. „Das ist wieder der Glaskugel-Bereich, das werden wir sehen.“

Letzte Impftage in Murnau

Die Außenstelle des Impfzentrums Garmisch-Partenkirchen im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum hat noch an diesem Sonntag sowie am Dienstag, 31. August, geöffnet – und zwar jeweils zwischen 14.30 und 17.30 Uhr.

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