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Vorsitzende am Rednerpult: Dr. Astrid Bühren begrüßt die Mitglieder im KTM.

Diskussionen bei der Versammlung

Murnau Miteinander: An der Umfahrung scheiden sich die Geister

Bei einer Versammlung wird das Verkehrsprojekt von den Mitgliedern von Murnau Miteinander völlig unterschiedlich beurteilt. Viele weitere Ideen will der Verein in Zukunft realisieren.

Murnau – Der Verein Murnau Miteinander hat vielfältige Projekte am Laufen. Dabei sind die Teams nicht immer einer Meinung. Dies ist bei einem der zentralen Murnauer Zukunftsthemen der Fall, nämlich dem geplanten Bau der Umfahrung. Deutlich wurden diese unterschiedlichen Ansichten anlässlich der Jahreshauptversammlung im Kultur- und Tagungszentrum.

 Das Team Ortsgestaltung & Verkehrsplanung ist für die Umfahrung. Es will den Bau der Entlastungsstraße „anschieben“. Teamsprecher Anton Rieger kritisierte den örtlichen Bund-Naturschutz-Vorsitzenden Dr. Rudolf Nützel, der kürzlich von einer „maximalen Naturzerstörung“ gesprochen hatte. „Das ist eine maximale Übertreibung“, fand Rieger.

 Der langjährige Teamsprecher und jetzige Vize Bernd Metzger machte gegenüber dem Tagblatt deutlich: Die aktuelle Situation sei unzumutbar „für alle, die an der B 2 wohnen oder sie nutzen. So kann es auf Dauer nicht weitergehen“. Die Änderungen an der Ampelschaltung hätten zwar geringfügige Verbesserungen gebracht, die Staus seien aber unvertretbar.

Bessere Verkehrskonzepte statt mehr Straßen

Das Team Ökologie, Nachhaltigkeit & Energie verfolgt einen anderen Ansatz. Das grundsätzliche Ziel lautet: bessere Verkehrskonzepte statt mehr Straßen und mehr Verkehr. Neue Strecken – auch die geplante Umgehung – würden mehr Verkehr bringen. Um diesen zu reduzieren, gebe es „vielleicht andere Maßnahmen“, sagte Angela Braun, die die Aktivitäten des Öko-Teams vorstellte. Aber: „Wir diskutieren das kontrovers.“ Metzger sieht die konträren Standpunkte unproblematisch: „Es muss auch unterschiedliche Meinungen geben.“

 Mit dem Verkehr hat auch ein Projekt zu tun, das das Öko-Team für den Sommer anvisiert: „Murnau radelt“. Es seien verschiedene Veranstaltungen geplant, kündigte Braun an. Auch beim Team Soziales, Bildung & Flüchtlinge tut sich etwas: Kürzlich konnte Murnau Miteinander einen Vertrag mit der Marktgemeinde schließen. Dabei geht es um Räume im James-Loeb-Haus. Der Verein nutzt die Zimmer zur Förderung und Integration von Flüchtlingen. Team-Sprecher Erwin Keusch berichtete unter anderem von der Tätigkeit der Familienpaten. Diese unterstützen Flüchtlinge mit Bleiberecht bei Anträgen, der Wohnungssuche („die Königsdisziplin schlechthin“), in der Schule, in Sachen Hausaufgaben/Nachhilfe, bei Arztbesuchen und manchem mehr. „Es ist ein uferloser Job“, betonte Keusch.

Kulturpark schlummert vor sich hin - er soll mit Leben gefüllt werden

Beim Team Lebensqualität & Freizeitgestaltung ist aktuell der Kulturpark in den Fokus gerückt. „Den wollen wir mit Leben füllen“, betonte Sprecherin Marlene Weber. Der Park schlummere vor sich hin. Das Team würde es begrüßen, wenn dort Spielanlagen platziert würden, ein Schachfeld etwa oder eine Tischtennisplatte. Auch einen Irrgarten beziehungsweise einen Barfußpfad kann sich das Team vorstellen.. „Die Konzertmuschel könnte zudem verstärkt genutzt werden.“ Auch als Freiluftbühne für Theateraufführungen, schlug Weber vor. Im Kulturpark fehlten überdies Bänke im Schatten. Zudem mangle es an Abwechslung bei der Bepflanzung. Das Team will sich für eine buntere Gestaltung einsetzen.

Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und Marktbaumeister Klaus Tworek wurden die Ideen bereits präsentiert. Nachdem es in den vergangenen Jahren nicht geklappt hatte, war der Rathauschef diesmal bei der Versammlung zugegen. „Es ist eine sehr beeindruckende Liste, was bei Murnau Miteinander in den letzten Jahren gelaufen ist.“ Die Marktgemeinde sei für jede Anregung und die umgesetzten Projekte dankbar. „Es ist mir ein Anliegen, diesen Austausch noch zu intensivieren“, bekräftigte Beuting. Der Verein ist seit mittlerweile sieben Jahren aktiv und hat derzeit 127 Mitglieder.

Roland Lory

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