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Engagement ist gefragt: Peter Drexler und Dr. Dieter Kirsch (r.) werben für das Ehrenamt. 

Bürgerinitiative stellt sich auf Sozialmesse vor

Murnau Miteinander: Mitstreiter dringend gesucht

125 Mitglieder zählt die Bürgerinitiative Murnau Miteinander, die verschiedene Themen der Ortsentwicklung bearbeitet. Doch nur ein kleiner Teil davon ist wirklich aktiv. Die Organisation hofft daher auf mehr Mitstreiter. 

Murnau – Ehrenamtliche Arbeit ist ein Thema, das die Geister spaltet. Manche Menschen fühlen sich schnell ausgenutzt und beklagen fehlende Wertschätzung, andere wiederum gehen voll auf in gemeinnütziger Tätigkeit und sehen darin eine persönliche Bereicherung. Diese Auseinandersetzung beschäftigt aktuell auch die Bürgerinitiative Murnau Miteinander. Derzeit verfügt die gemeinnützige Organisation über rund 125 Mitglieder – doch nur ein kleiner Bruchteil davon beteiligt sich aktiv an den Projekten der sieben unterschiedlichen Sparten. Dies bemängelten Teamleiter Dr. Dieter Kirsch (Kunst, Kultur) und Schatzmeister Peter Drexler im Rahmen eines Pressegesprächs.

Ihnen zufolge besteht dringender Bedarf an ehrenamtlichen Helfern. Durch das unausgewogene Verhältnis gebe es einen kleinen Kreis, der die ganze Arbeit stemmen müsse. Hinzu kommt, dass Kirsch in diesem Jahr aufhören wird und einen Nachfolger sucht. Der 80-Jährige hatte in Murnau unter anderem jährliche Gastspiele von Kindertheatern organisiert, Poetry Slams als neuen kulturellen Programmpunkt begründet und Ansätze für ein Podium von musizierenden Jugendlichen geschaffen. „In dieser Hinsicht ist noch viel Platz nach oben. Wir suchen engagierte Bürger, die solche Projekte pflegen und weiterführen“, erläutert er.

Insbesondere im Bereich der Filmkunst sieht Kirsch Potenzial. Beispielsweise könne er sich vorstellen, im Ort ein Kurzfilmfest auf die Beine zu stellen. Mitstreiter sucht Murnau Miteinander auch in anderen Bereichen – wie etwa den Sparten Ökologie und Ortsgestaltung. Letztere setzt sich unter anderem dafür ein, den Ort fahrradfreundlicher zu gestalten. Auch Querungshilfen wurden auf deren Initiative hin geschaffen. „Wir bieten ein breites Themenfeld an, das unterschiedlichsten Interessen gerecht wird“, sagt Drexler. Jeder könne die öffentlichen Teamsitzungen unverbindlich besuchen, um sich einen Eindruck von den jeweiligen Aufgabenbereichen zu verschaffen.

Darüber hinaus will die Bürgerinitiative die regional erste soziale Messe „Hand in Hand im Blauen Land“ als Plattform nutzen. Wie berichtet, findet die Veranstaltung am morgigen Samstag von 10 bis 18 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum unter dem Motto „Ehrenamt“ statt. „Wir wollen bei der Messe in erster Linie für uns werben, doch soll die ehrenamtliche Arbeit auch in kritischem Licht betrachtet werden“, betont Kirsch. Speziell in Sachen Flüchtlingshilfe fällt ihm negativ auf, dass gemeinnützige Organisationen Aufgaben übernehmen, für die der Staat zuständig wäre. An dieser Stelle führt er Sprachkurse und Hausaufgabenhilfe für Migranten an, die etwa Team 7 (Soziales, Bildung., Erziehung) anbietet. „Zum Teil sind die Ehrenamtlichen mit den Aufgaben überfordert und fühlen sich ausgebrannt“, gibt Kirsch zu Bedenken. Eine Struktur, die Lasten gerecht auf verschiedene Schultern verteile, sei ihm zufolge grundlegend. Genau an diese Stelle hapert es wiederum bei der Gruppierung. „Wir knabbern an der fehlenden Wahrnehmung und hoffen, dass sich engagierte Mitglieder finden, die aktiv zur Gestaltung von Murnau Miteinander beitragen“, sagt Kirsch.

Weitere Infos finden sich auf der Homepage www.murnaumiteinander.de.

Constanze Wilz

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