Wird gut angenommen: Eine Halterin zieht einen Beutel aus dem Spender der Hundetoilette an der Ramsachstraße/Im Erlet gegenüber dem Hotel Alpenhof.
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Wird gut angenommen: Eine Halterin zieht einen Beutel aus dem Spender der Hundetoilette an der Ramsachstraße/Im Erlet gegenüber dem Hotel Alpenhof.

Bei der Zahl der Abfallbehälter in Murnau soll nachjustiert werden

Abfall und Kundekotbeutel in der Natur: Das sieht die CSU als Lösung

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    VonSilke Reinbold-Jandretzki
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Die Rechnung ist einfach: Mehr Besucher ergeben mehr Müll – und dieser landet häufig in der Landschaft. Ein Ärgernis, für das die Murnauer CSU eine Lösung möchte: Die Fraktion fordert deutlich mehr Müllbehälter und Hundekotstationen an problematischen Stellen. Die Gemeinde wird nachjustieren.

Murnau – Die Zahlen, die das Rathaus vorlegt, sind stattlich: Rund 270 000 Hundekotbeutel pro Jahr benötigt Murnau für die Zamperl, die Einheimische und Gäste Gassi führen – im Schnitt sind’s 5200 rote Tütchen pro Woche, die Herrchen und Frauchen aus den 56 Spendern im Ortsgebiet ziehen. Zudem finden sich aktuell 160 öffentliche Abfalleimer in Murnau, vor allem in der Ortsmitte, an Wanderwegen und -parkplätzen. Für beide Bereiche fallen summa summarum Kosten von über 110 000 Euro pro Jahr an. Jede Woche kommen etwa 720 Kilogramm Müll zusammen – macht an die 38 Tonnen im Jahr. Der Bauhof leistet wöchentlich circa 40 Arbeitsstunden, um die Mengen zu entsorgen.

CSU stellt sich deutlich mehr Müllbehälter und Hundekotbeutel-Vorrichtungen vor

Dennoch sieht die CSU-Fraktion im Gemeinderat Nachbesserungsbedarf. Sie beantragte, deutlich mehr Müllbehälter und Hundebeutel-Vorrichtungen an Hauptwanderwegen sowie an allen Murnauer (Wander-)Parkplätzen aufzustellen. Der Bauausschuss sprach sich mit einer 5:3-Mehrheit dafür aus, dass in Abstimmung zwischen Bauhof/Bauamt und Gemeinderat an den auffälligsten Stellen mit Entsorgungseinrichtungen nachjustiert werden soll – eine Empfehlung an den Gemeinderat. Für Vorschläge ist man offen.

Murnau: Immer mehr Menschen bedeuten immer mehr Müll

CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider erläuterte „das Problem“, das jeder kenne, der wie er selbst „in der Natur unterwegs ist“. Die schöne Landschaft zieht immer mehr Menschen an, die auch mehr hinterlassen, speziell Müll und Hundekotbeutel. Diese werden nach Ansicht der CSU gut angenommen, aber oft nicht in den vorgesehenen Behältern entsorgt, sondern neben Wege geworfen oder gar in die Natur. Mancher Unbelehrbare dürfte darunter sein – viele aber haben nach Einschätzung der Fraktion nur zu wenige Entsorgungs-Gelegenheiten. Als Beispiele nennt die CSU den Moosrundweg, an dem es „so gut wie keine Abfallbehälter“ gebe, oder die Gebiete am Froschhauser See. Gerade Plastikmüll verursache Schäden an der Natur, es brauche zügig eine Entspannung – und Menschen sollen es einfacher haben, die Landschaft sauber zu halten. Die CSU schlägt an Wanderwegen einen Abstand zwischen zwei Müllbehältern von 500 Metern vor sowie eine tägliche Leerung von Mai bis Ende Oktober. Die Initiative solle in der laufenden Saison umgesetzt werden.

Kommen mehr Müllbehälter, müsste die Gemeinde beim Bauhof-Personal aufstocken

Doch so einfach ist das nicht – das machte die Verwaltung deutlich. Der derzeitige Personaleinsatz orientiert sich an der Zahl der Müllbehälter und befinde sich „an der Obergrenze“. Deutlich mehr Eimer hätten die Folge, dass Personal aufgestockt und eventuell ein weiteres Fahrzeug gekauft werden müsste – was die CSU mit ihrem Antrag „nicht wollte“, wie Fraktionsmitglied Lorenz Brey betonte. Marktbaumeister Klaus Tworek verwies zudem darauf, dass man die „bewusste Entscheidung“ gefällt habe, das Moos von Abfalleimern „freizuhalten“. Diese finde man nur am Anfang und am Ende. Die Müllwerker des Bauhofs wurden um eine Einschätzung gebeten. Ihrer Ansicht nach genügt die Zahl der aufgestellten Hundestationen und Abfallbehälter – auch an den Brennpunkten.

Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich dafür aus, die Menschen für das Problem zu sensibilisieren, sie anzusprechen. Auch Strafen hält sie für denkbar. Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) plädierte dafür, „mit Augenmaß“ nachzubessern. Genau so lässt sich am Ende auch das Abstimmungsergebnis interpretieren.

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