Am künftigen Bauplatz neben der Unfallklinik: (v.l.) Thomas Schwarzenberger, Vorsitzender des BRK-Kreisverbands, UKM-Geschäftsführerin Sarah Heinze und der Leiter der Murnauer Rettungswache, Maximilian Stephan.
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Am künftigen Bauplatz neben der Unfallklinik: (v.l.) Thomas Schwarzenberger, Vorsitzender des BRK-Kreisverbands, UKM-Geschäftsführerin Sarah Heinze und der Leiter der Murnauer Rettungswache, Maximilian Stephan.

Grundstück an der Unfallklinik steht zur Verfügung

Neue Murnauer Rettungswache: BRK will Millionenprojekt ab Frühjahr 2022 bauen

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    VonSilke Reinbold-Jandretzki
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Läuft alles nach Plan, kann die neue Murnauer BRK-Rettungswache an der Unfallklinik Mitte 2023 in Betrieb gehen. Der Kreisverband hat sich das Grundstück mittlerweile notariell per Erbbaurechtsvereinbarung gesichert. Im Frühjahr 2022 soll der Bau starten.

Murnau – Knapp 2000 Quadratmeter Fläche an der Kocheler Straße gegenüber dem Hubschrauberlandeplatz, direkt an der Unfallklinik: Darauf lässt sich aus Sicht des Kreisverbands des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) bauen – in doppelter Hinsicht. „Es gibt keine bessere Fläche, das ist eine ideale Lösung“, sagt Pressesprecher Jörg Jovy. „Der Rettungswagen ist der natürliche Partner des Krankenhauses.“ In Murnau sollen beide in nicht allzu langer Zeit Seite an Seite zu finden sein. Das BRK wird die Rettungswache, in der die hauptamtlichen Kräfte arbeiten, aus dem Clostermann-Haus an der Seidlstraße ausgliedern, das viel zu wenig Platz bietet sowie einer Sanierung bedarf, und sie in einem Neubau am UKM unterbringen. Damit löst das BRK eines seiner drängenden Probleme.

Murnauer BRK-Rettungswache: Auch gemeinsamer Blaulichtcampus mit der Feuerwehr war angedacht

Das Grundstück, eine sehr schmale, lang gezogene Fläche zwischen Kocheler und Prof.-Küntscher-Straße, hat sich der Kreisverband mittlerweile notariell auf Erbaurecht-Basis gesichert. Das Haus, das noch darauf steht, wird abgerissen. Unfallklinik-Geschäftsführerin Sarah Heinze hatte die Fläche ins Spiel gebracht und dem BRK damit bei der schwierigen Standortsuche zum entscheidenden Durchbruch verholfen; unter anderem hatte der Kreisverband auch über einen gemeinsamen Blaulichtcampus mit der Feuerwehr Murnau nachgedacht, die ein neues Gerätehaus benötigt, aber seit längerem bei abnehmender Geduld auf die Realisierung wartet.

Neue Rettungswache: Nach dem Sommerferien soll der Bauantrag eingereicht werden

Beim BRK laufen nun die konkreten Planungen. Jovy hofft – und zeigt sich „guten Mutes“ –, dass das BRK nach den Sommerferien den Bauantrag bei der Marktgemeinde Murnau einreichen kann und dieser noch heuer bewilligt wird. Im Frühjahr 2022 soll der Startschuss für den Neubau fallen. Läuft alles wie am Schnürchen, wäre es möglich, dass das Millionen-Projekt – der Kreisverband geht davon aus, dass er einen Betrag im unteren siebenstelligen Euro-Bereich wird aufbringen müssen – Mitte 2023 fertig wird.

Kompaktes Hauptgebäude und sieben Garagen in einer Linie

Nach aktuellem Planungsstand ist ein kompaktes Hauptgebäude mit zwei Vollgeschossen plus Dachgeschoss und Keller vorgesehen, das alle nötigen Funktions- und sonstigen Räume aufweist. Kleine Wohnmöglichkeiten sind etwa für Mitarbeiter vorgesehen oder für Menschen, die ihren Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Dazu kommen insgesamt sieben ausreichend große Garagen, die sich auf zwei Seiten ans Haus anschließen; auch an diesen mangelt es an der Seidlstraße akut. Insgesamt entsteht auf diese Weise eine lang gezogene Bebauung über 47,50 Meter.

BRK in Murnau: Clostermann-Haus wird nach Auszug der Wache saniert

Steht der Neubau, geht es am alten Standort weiter. Das rund 50 Jahre alte Clostermann-Haus, in dem die Ehrenamtlichen – dazu zählen etwa BRK-Bereitschaft und Bergwacht – bleiben sollen, benötigt nach Angaben Jovys dringend eine (auch energetische) Sanierung. „Dazu müssen wir warten, bis die Wache leer ist.“ Auch die Kosten für dieses Projekt hat der BRK-Kreisverband zu schultern. Sie dürften nach Einschätzung Jovys „in jedem Fall sechsstellig“ ausfallen.

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