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Beliebtes Erholungs- und Freizeitgelände: die Murnauer Bucht – im Hintergrund die MS Seehausen. 

Ergebnisse der Klausurtagung vorgestellt

Neues Gesicht für Murnaus Bucht: Das sind die ersten Eckpunkte

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Seit Jahren wird über die Neugestaltung der Murnauer Bucht diskutiert. Jetzt kommt Bewegung in die Sache: Im Gemeinderat wurden zumindest Eckpunkte vorgestellt, auf die man sich im Rahmen einer Klausurtagung verständigt hatte. Dazu zählen eine Gastronomie, der freie Seezugang sowie das naturnahe Strandbad.

Murnau – Die Murnauer Bucht ist die Visitenkarte des Tourismus-Ortes. Seit Jahren beschäftigt sich die Kommunalpolitik mit der Frage, was aus dem beliebten Freizeitgelände in bester Lage am Staffelsee werden soll. Das Potential ist jedenfalls enorm. Im März hatten sich Teile des Gemeinderats und der Verwaltung für ein Wochenende zur Klausur ins Kloster Irsee zurückgezogen, um sich Gedanken über eine Neugestaltung zu machen. Was dabei herauskam, war bislang geheim. Doch jetzt wurde in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend erstmals das Ergebnis der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wer allerdings eine konkrete Planung erwartet hatte, wurde enttäuscht. Es ist vielmehr eine Art Leitbild, auf das sich die besagte Gruppe verständigt hat. Verbindlich ist dies alles nicht, zumal nicht alle Gemeinderäte bei dem Treffen dabei waren. Beispielsweise fehlte die CSU-Fraktion komplett.

Die entscheidenden Punkte sind: Der freie Zugang zum Staffelsee soll erhalten bleiben. Das naturnahe Strandbad (mit altem Baumbestand und unverbautem Seeblick) stellen sich die Klausur-Teilnehmer weiterhin als „Bezahlbad“ vor. Dazu gehören eine Aufsicht sowie Attraktionen wie Sprungturm, Rutsche und Floß – allerdings nur, wenn rechtlich nichts dagegen spricht. In Sachen Gastronomie wird ein Gebäude favorisiert, das Kiosk und Gaststätte unter einem Dach beheimatet, etwa 50 bis 70 Meter vom Wasser entfernt liegt und mit einem freien Seeblick aufwarten kann. Auch eine Möglichkeit für Kultur-Veranstaltungen steht auf der Liste. Einig waren sich die Klausur-Mitwirkenden, dass in der Bucht der Verkehr reduziert werden muss. Um dies zu erreichen, gibt es eine ganze Reihe an Vorschlägen, angefangen bei der Erhöhung der Parkgebühren bis hin zu einem Parkhaus am Bolzplatz. Bemerkenswert: In die Überlegungen einbezogen werden soll nicht nur der Uferbereich, sondern auch die vom TSV genutzten Flächen und das Gelände des Minigolfclubs. Als Planungshorizont wird ein Zeitraum von fünf bis acht Jahren genannt.

In der lebhaften Debatte im Gemeinderat gingen die Meinungen weit auseinander. Sie reichten von Zustimmung bis Ablehnung. „Wir sollten das auf den Weg bringen“, appellierte etwa Maria Schägger an ihre Amtskollegen. Bei der Zusammenkunft hinter Klostermauern sei man sich doch einig gewesen. „Ich fange nicht nochmal von vorne an“, meinte die Vertreterin der Freien Wähler. Dies sah CSU-Mann Johann Scherrer ganz anders: „Das ist zeitlich und finanziell nicht drin“, sagte er. Es entstehe lediglich ein Schubladenplan, der viel Geld koste. „Ihr macht’s der Bevölkerung nur was vor.“

Die Verwaltung empfahl, mit den erarbeiteten Richtlinien als Grundlage in eine städtebauliche Planung für das gesamte Areal einzusteigen und einen Realisierungswettbewerb auszuloben. Doch es regte sich Widerspruch. So wurde moniert, dass bei der Klausur nicht alle dabei gewesen seien. Auch war die Befürchtung zu hören, sich zu früh festzulegen – noch dazu am Ende der Legislaturperiode. Da platzte Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf der Kragen: Nach dieser Logik dürfte man jetzt kein einziges Projekt mehr anpacken, sagte er an die Adresse der Bedenkenträger. „Ich bin für 72 Monate gewählt worden – und nicht für 60.“ Endlich liege ein Grobkonzept auf dem Tisch, „auf das wir aufsetzen können“.

Entschieden wurde nichts. Nach einem längeren Hin und Her verständigte sich das Gremium darauf, dass die Fraktionen das Ganze besprechen und Änderungswünsche einbringen können. Voraussichtlich im Juli kommt dann das Thema erneut aufs Tapet.

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